Heute morgen endlich wieder Joggen. Wie sehr hatte ich das vermisst. Im letzten Jahr hatte ich zwei längere Verletzungspausen und habe ich danach einfach nicht mehr zu einem vernünftigen Rythmus gefunden. Die Feiertage waren eine willkommene Entschuldigung (okay, eine Ausrede), um das Joggen etwas „auszusitzen“. Anfang Januar dann erwischte mich ein heftiger grippaler Infekt, an dem ich immer noch ein bisschen knabbere. Heute morgen dann zauderte ich also etwas. Um kurz nach 8 Uhr dann endlich: Raus!

Der Sonne entgegen

Was für eine Erlösung! Der Körper war schwach, doch der Geist war willig. Die ersten paar Meter waren heftig, besonders als ich aus Selzen hinaus die Weinberge hinauf trottete – der Sonne entgegen. Aber es war kalt (etwa +2 Grad Celsius), und vor allem der eisige Wind machte mir zu schaffen. Dazu kam, dass ich keine Laufhandschuhe anhatte. „Die brauche ich doch nicht, so kalt ist es doch nicht!“ hatte ich mir Mut gemacht. Doch an den eisigen Wind hatte ich nicht gedacht.

Joggen, Schreiben und #SunriseRun: Über Selzen
Joggen, Schreiben und #SunriseRun: Über Selzen

Immerhin hatte ich damit den Vorteil, dass ich das Smartphone recht schnell aus dem Oberarmhalfter holen und damit fotografieren konnte. Die Handschuhe hätte ich dazu ausziehen müssen. Es war kalt, windig, und mein Körper war mehr als unwillig. Zu lange pausiert, zu viel über die Feiertage gegessen, zu faul gewesen. Die ersten 1.000 Meter waren … schwierig.

Doch ich hatte Gesellschaft. Dort ein paar Schafe, viele Greifvögel, zwei oder drei Fasane, jede Menge zwitschernde Vögel. Die froren wohl auch, aber die Sonne wärmte so langsam – und ich kam aus dem eisigen Wind heraus zwischen die Weinreben.

Im Flow

Irgendwann kam ich dann in den Trott hinein, in dem ich das Laufen selbst gar nicht mehr richtig wahrnahm sondern gleichzeitig die Umwelt auf mich einwirken ließ und in dem mein Hirn knetete. So nenne ich das, wenn mir alle möglichen Gedanken hochpoppen. Gedanken, die sich im Untergrund entwickeln, und die dann in so einer Situation hochkommen. Das Hirn fängt dann an, Verknüpfungen zu bilden, an die ich bewusst gar nicht gekommen wäre.

Joggen, Schreiben und #SunriseRun (Rehe)
Joggen, Schreiben und #SunriseRun (Rehe)

Ich genoss das Wechselspiel aus Impulsen („Triggern“) aus der Umwelt (wie dem plötzlichen Auftauchen von ein paar Rehen) und manchmal absurden und manchmal sehr konkreten Knetkügelchen, die mein Hirn abschoss.

Manch einer würde wohl sagen, ich wäre „im Flow“. Ich sage dazu „Mein Hirn knetet“. Ich lief und lief und lief – und mein Hirn knetete. Eigentlich hatte ich nur eine kleine Runde drehen wollen, um einfach einmal wieder anzufangen. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, gefolgt von einem zweiten und von vielen weiteren Schritten.

Und plötzlich bog ich irgendwie doch nicht ab. Plötzlich lief ich weiter. Ich lief einfach.

Joggen, Schreiben und #SunriseRun
Joggen, Schreiben und #SunriseRun

Plötzlich war ich weiter gelaufen, als ich vorhatte. Zurück wieder durch Selzen an die Selz und dort entlang. Und dann noch einen Schlenker nach links über die Kirchstraße von der anderen Seite auf den Friedhof.

Joggen, Schreiben und #SunriseRun: Friedhof
Joggen, Schreiben und #SunriseRun: Friedhof

Ich war angekommen.

Schreiben

Letztes Jahr habe ich in meinen Blogs geschrieben. Aber es waren meist Artikel des Schreibenden. In meinem Hauptblog, dem INJELEA-Blog waren es bis auf Ausnahmen eher „Verlegenheitsartikel“. Längere und vor allem recherchierte Artikel zu den Themen Collaboration, Intranet, Social Business, Enterprise 2.0, Public Relations waren selten.

In meinen Blogs kam ich nicht in den Flow. Ich war unstet, unsicher und ungeduldig zugleich. Woanders hatte ich ein paar Dinge publiziert, aber gerade mein „Artikelschreiben“ hatte irgendwie gelitten.

Mit den Vorsätzen ist das ja so eine Sache. Eigentlich hatte mir der grippale Infekt genügend Zeit für ein paar Blogartikel im INJELEA-Blog gegeben, aber ich war unstet, unsicher und ungeduldig zugleich. Ich war letztes Jahr beim Schreiben nicht im Flow, und im Januar auch noch nicht wirklich. Aber ich habe Pläne (ach was!?). Okay, ich plane. Ich werde wieder schreiben, regelmäßig. Denn das Schreiben liebe ich schließlich. Und es muss auch nicht zwingend das INJELEA-Blog sein für fachliche Artikel. Vor kurzem habe ich dann auch einen Auftrag angenommen, für den ich mehrererere Artikel schreiben werde.

Nächste Woche fange ich an. Ganz bestimmt 😀

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