Bekenntnisse eines Kaffee-Süchtigen

Kaffeetasse mit Kaffee drin

Heute ist wieder Freitag, der Tag, zu dem ich mir feierlich geschworen habe, als „Der Schreibende“ einen Artikel zu schreiben, wann immer und wenn immer ich Zeit, Lust und Laune habe.

Heute Morgen war mir keiner dieser drei Zustände gegeben. Heute Nachmittag genoss ich lieber Tom Gaebel, Frank Sinatra und das WDR-Funkhausorchester. Und die beste aller Ehefrauen machte mir einen schnöden wunderbaren Milchkaffee. Der Freitag Nachmittag ist prädestiniert für unser gemeinschaftliches Kaffeetrinken.

Und während ich der Facebook-Falle erlag („nur mal schnell in Facebook schauen“) stieß ich auf einen Lesetipp von Thomas Wiegold (Unbedingt (noch mal) lesen: ‚Drei Krieger‘ im Karfreitagsgefecht), der mich in den Artikel „Drei Krieger“ verführte. Und wie das manchmal so geht, während ich den schnöden wunderbaren Milchkaffee genoss, stieß ich durch ungezieltes Stöbern in demselben Blog auf das Kaffeekomplott. Daraus ließe sich doch einmal etwas Geschriebenes ableiten, dachte ich mir, und so rief ich den WriteMonkey („member of zenware family„) auf. Der mich mit einem seiner gefürchteten Sprüche begrüßte:

Make it as simple as possible, but no simpler.

Genau so muss Kaffee für mich sein. Ich halte es mit der Einfachheit. Kaffee muss einfach zu beschaffen und zu machen sein, und doch gleichfalls auch gut zu zelebrieren sein. Wenn ich für einen guten Kaffee stundenlang Vorbereitungen treffen muss, wenn ich stundenlang jahrelang eingeübte Kunstgriffe vollziehen muss und dabei sie mit ein paar Beschwörungen begleiten muss – dann vergeht mir der Spaß daran. Das Blöde ist jedoch, dass mir der Kaffee trotzdem gut bis sehr gut schmecken soll.

Nicht, dass ich es nicht schon versucht hätte. Aber ich bin nicht Kaffee-Profi genug (nämlich gar keiner), um wirklich mit einem vertretbaren Aufwand nachvollziehbar mehr als guten Kaffee zu produzieren. Ich trinke einfach gerne guten Kaffee. Oft kann ich jedoch noch nicht einmal sagen, warum der Kaffee gut schmeckt. Ich weiß nur, ob er mir schmeckt. Ich schätze, ich komme der Haltung des Kaffeekomplottautoren Christian Seiler recht nahe.

Mir ist das zu kompliziert. Ich habe mich mit Enttäuschungen abgefunden. Meine Haltung zum Kaffee ähnelt jener zum Wetter: Es ist zwar schön, wenn die Sonne scheint. Aber wenn es regnet, kann ich auch nichts daran ändern.

Piliani Kope Coffee Farm
Piliani Kope Coffee Farm
Kaffeebohnen auf der Piliani Kope Coffee Farm
Kaffeebohnen auf der Piliani Kope Coffee Farm

Ich versuche solche Gegenden zu vermeiden, die bekannt sind für ihr schlechtes Wetter. Aber auch auf Hawai’i regnet es ab und an. Woran ich auch nichts ändern kann. Seltsamerweise schmeckt mir Kaffee auf Hawai’i jedoch immer gut bis sehr gut. Besonders natürlich, wenn wir auf einer der Kaffeeplantagen wie der Piliani Kope Coffee Farm sind. Womit ich Euch wieder mein Lieblingsthema Hawai’i untergeschoben habe…

Aeropress
Aeropress
Kaffeefilterautomat
Kaffeefilterautomat

Hier in Deutschland, hier bei INJELEA stehen ein Jura-Kaffeevollautomat, ein Kaffeefilterautomat und ein Aeropress. Mit allen dreien geht das Kaffeemachen und -zelebrieren einfach und schnell. Ich schrecke auch nicht davor zurück, Zeugs wie Kardamon in den Kaffee zu tun. Für das Mahlen des Kaffees bin ich jedoch bereits zu ungeduldig (obwohl eine Kaffeehandmühle auf meiner Wunschliste steht). Manchmal schmeckt mir auch der Kaffee zuhause nicht. Das kann am Luftdruck, meiner Laune oder an irgendwelchen anderen nicht von mir zu verantwortenden Umständen liegen.

Glücklicherweise finde ich immer wieder jemanden, der mir einen sehr guten Kaffee macht. Der vor Beschwörungen nicht zurückschreckt, einfach Kaffeeprofi oder amibitionierter Kaffeeamateur ist oder vielleicht auch nur einen braunen Daumen hat.

Latte Machiato von Martin Seibert persönlich
Latte Machiato von Martin Seibert persönlich

Und dann denke ich mir:

Ich bin zwar kein Barista. Aber ich erkenne einen guten Kaffee, wenn ich ihn trinke.

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