Das Diesel-Gipfelgate – ein Kommentar

Golf Goal

Nach zwei Jahren #Dieselgate hat es die deutsche Autoindustrie nicht geschafft, bei den betroffenen Fahrzeugen Hardware- oder Software-„Updates“ durchzuführen.

Dafür braucht es einen Gipfel, für den die Bürger bezahlen, und der zu einer Ankündigung führt, dass nur Software-Updates durchgeführt werden.

Nach zwei Jahren #Dieselgate (auch verharmlosend „Abgasskandal“ genannt) hat es die deutsche Autoindustrie nicht geschafft, glaubhaft aufzuklären und klarzustellen, welche Fahrzeuge von welchen Herstellern insgesamt betroffen sind. Immer wieder werden häppchenweise neue Abgründe dem Dunkel entlockt und ans Tageslicht gebracht. Dafür braucht es dann aber selten die Hersteller selbst sondern oft andere, die ermitteln.

Die Preise für Gebrauchtdieselwagen fallen derweil in den Keller, Dieselfahrverbote werden immer wahrscheinlicher, der fahrende Bürger trägt Kosten und Ungemach – doch Dieselneuwagen werden von Unternehmen als Dienstwagen weiterhin kräftig beschafft, und die Hersteller schaffen es immer noch nicht, bei Neuwagen den Schadstoffausstoß in vernünftigen Grenzen zu halten.

Golf Goal
Goal: Ziel erreicht!

Bis es die Autoindustrie schafft, die Software nicht nur bereitzustellen, sondern auch noch Termine für die Fahrzeuge in den Werkstätten zu vereinbaren, ist vermutlich die Hälfte der Fahrzeuge für jeweils ein paar hundert Euro schon an glückliche Besitzer im Ausland verscherbelt worden.

Dafür braucht es keinen Gipfel, an dem teuer bezahlte Dieselgate-Vorstände und kuschelnd-glänzend-erfreute Politiker teilnehmen.

Und dennoch alle Gipfelteilnehmer so #yeah: Ziel erreicht.

Das ist der Gipfel.

TV-Sendungen aufnehmen und glotzen mit Plex.tv und HDHomeRun

Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun

Seit vier Wochen haben wir einen SiliconDust HDHomeRun EXPAND 4-Tuner*  Mit Plex.tv auf einem Asustor-NAS nehmen wir jetzt TV-Sendungen auf und schauen sie uns später an. Zeitsouveränes Fernsehen eben. Bislang sind wir sehr zufrieden damit.

Neben ein paar Screenshots teile ich gerne mein Setup und meine Erfahrungen.

Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
  • Wir haben hier in Rheinhessen keinen DVB-T-Empfang und aufgrund der Wohnungslage keine Satellitenschüssel. Deswegen habe ich mir den den HDHomeRun für Kabel geholt, es gibt ihn aber auch für terrestrisch.
  • Vor vier Wochen habe ich den HDHomeRun Expand 4-Tuner bei Amazon für 174 € gekauft. Inzwischen stieg der Preis auf auf 212 €.
  • Im Wohnzimmer stehen ein Asustor AS6202T (darauf läuft der Plex-Server), der HDHomeRun (mit Koax an Kabel), ein älterer Samsung SmartTV, ein Amazon Fire TV mit Plex-App. Alle Geräte hängen über einen 1-GB-Switch im selben Netzsegment mit dem AVM-Router (Fritzbox 7490).
  • Für Plex habe ich einen lebenslangen Plex Pass. Den gab es vor einiger Zeit für 50 oder 60 Euro im Angebot. Der Plex Pass schaltet zusätzliche Plex-Funktionen frei. Beispielsweise gibt es damit Offline-Sync von Videos und Musik, Veranstaltungstermine von Künstlern, Stimmungs-Mixe und Songtexte.
  • Das Einrichten des HDHomeRun war einfach: Windows-Software installieren und aufrufen, die scannt das Netzwerk, anschließend wird das Kabelnetz gescannt, die Kabelsender wurden problemlos erkannt. Nur das Zuordnen/Sortieren der Sender war ein bisschen friemelig.
  • Der HDHomeRun empfängt alle unverschlüsselten SD-/HD-Kanäle der Öffentlich-Rechtlichen sowie die unverschlüsselten SD-Kanäle der Privaten. Hinweis für terrestrischen Empfang: In Deutschland gibt es bei DVB-T2 keine unverschlüsselten Kanäle der Privaten.
  • Im Plex-Server habe ich die Konfiguration aufgerufen und dort einen „Digitalen Videorekorder“ (DVR/PVR) hinzugefügt. Plex erkannte problemlos den HDHomeRun und seine Kanäle. Im Plex-Server habe ich dan die Gerätekanäle den EPG-Kanälen (Programmführer) zugeordnet.
  • Seitdem habe ich in Plex-Home in der linken Navigation unter der Rubrik „Verwalten“ die Einträge „Aufnahmeplan“ und „Program Guide“ (die Übersetzung fehlt manchmal, das führt dann zu „Denglisch“).
  • Mit dem Program Guide bekomme ich verschiedene Übersichten („On right now“, „Starting soon“, „New episodes tonight“, „My upcoming shows“, „Recommended for you“, „Upcoming movies“ etc.). Im Program Guide kann ich super einfach eine Aufnahme programmieren.
  • Beim Programmieren einer Aufnahme wähle ich die Bibliothek aus, in der die Aufnahme gespeichert werden soll. Die Bibliotheken haben aufgrund ihres Setups entweder den Typ Serie oder Film. Für verschiedene Typen werden Informationen zu den Aufnahmen jeweils von verschiedenen Diensten geladen (beispielsweise The Movie Database oder TheTVDB).
  • Bei Serien kann ich eingeben, die einzelne Episode oder alle Episoden der Serie (und da: Nur Erstausstrahlungen oder auch Wiederholungen) aufzunehmen.
  • Bei der Programmierung gibt es noch erweiterte Optionen wie Vorlauf und Nachlauf (z.B. 3 Minuten vorher starten, 5 Minuten länger aufnehmen), gesehene Episoden nach x Tagen automatisch löschen..
  • Bei Aufnahmeplan sehe ich kalendarisch (Woche) oder als Liste, welche Aufnahmen eingeplant bzw. durchgeführt wurden. Da kann ich auch die Programmierung ändern oder löschen.
  • Beim Aufnahmeplan kann ich die Aufnahmeprioritäten verändern. Unser HDHomeRun hat vier Tuner (Empfänger), so dass Konflikte bei mehreren programmierten Aufnahmen zur selben Zeit nicht sehr wahrscheinlich sind. Über die Prioritäten kann ich jedoch steuern, dass beispielsweise neue Episoden einer bestimmten Serie wie „Death in Paradise“ eine höhere Priorität als Episoden einer alten Serie wie „Magnum, P.I.“ haben. Und ich lieber „Magnum, P.I“ lieber aufnehmen lassen möchte als einen James Bond aus den Neunzigern.
  • Plex holt zuverlässig die Film- bzw. Serien-/Episoden-Beschreibungen. Gelegentlich ist die Beschreibung nur auf Englisch.
  • Im Asustor-NAS habe ich als Plattenspeicher 2 TB (2 x 2 TB Western Digital Red als RAID 1). Das Array ist inzwischen fast voll, da sind nur noch 100 GB frei.
  • Für den wenig freien Plattenplatz gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens habe ich letztes Jahr mit RAW-Fotografie angefangen, und alle Fotos liegen via Nextcloud auf dem NAS. Zweitens habe ich zum Probieren alles (Un-)Mögliche in Plex einprogrammiert.
  • Ich habe mir 2 x 6 TB Seagate Ironwolf bestellt. Die Festplatten kommen nächste Woche. Im laufenden Betrieb kann ich erst die eine Platte austauschen, dann synchronisieren lassen, dann die zweite Platte austauschen, dann synchronisieren lassen, dann den Plattenplatz auf 6 TB erweitern. Ich bleibe bei RAID 1.
  • Es gibt von Seagate Ironwolf und Western Digital Red noch jeweils eine Pro-Reihe mit beispielsweise Rotationsschwingungssensoren, einer längeren Garantiezeit (5 statt 3 Jahre) oder einer höheren Mean Time Between Failures. Für meine Anforderungen reicht mir die normale NAS-Reihe. Nach drei Jahren werde ich vermutlich eh größere Platten oder sogar ein neues NAS holen.
  • Sicherungen laufen über Crashplan, einen zweiten Asustor-NAS und einen Western-Digital-NAS. Die DVR-Sachen sichere ich allerdings nicht.
  • Die DVR-Aufnahmen vom Plex schauen wir normalerweise mit dem Smart-TV im Wohnzimmer. Dabei ist der TV allerdings „dumm“, denn er dient nur als Display für den Amazon Fire TV, auf dem die Plex-App läuft.
  • Der Smart-TV ist ein 5 Jahre altes Modell, alles Smarte ist lahm. Da ich den Amazon Fire TV habe, lasse ich Plex einfach dort laufen. Auf neueren Smart-TVs sollten die Plex-Apps stabil und schnell laufen.
  • Gelegentlich schaue ich Videos vom Plex-Server per Plex-App oder Plex Media Player auf Windows-Notebooks (WLAN) oder im Büro auf dem Windows-Desktop-PC (WLAN-Repeater).
  • Sowohl im Wohnzimmer über Ethernet als auch über WLAN im Haus ist das Video-Schauen zuverlässig. Manchmal kommt von der Plex-App Anfangs der Hinweis, dass die Verbindung zu langsam sei, aber dann kommt der Stream doch zuverlässig.
  • Musik-Hören mit Plex war noch nie problematisch, auch nicht via Router von extern („Extranet“), obwohl unser DSL von O2 nur 1 MBit/s Upload hat (effektiv nur etwa 300-500 KBit/s). Ich bin aber auch aufgrund der Vidoes gespannt, ob ich ab November mit EWR-Herznet wirklich 10 MBit/s Upload (und 50 MBit/s Download) bekomme.
  • „Spulen“, d.h. Vor- oder Zurückspringen in den Videos klappt über die Plex-App ebenfalls zuverlässig.
  • Im Plex kann ich einstellen, dass Plex die Aufnahmen direkt bei der Aufnahme konvertiert. Das braucht aber einen starken Rechner/NAS. Den habe ich zwar, aber solange es funktioniert…
  • Wir waren ein paar Tage zum Urlaub im Elsass. Ich konnte auch dort auf meinen NAS und Plex zugreifen (via Router konfiguriert), aber dort war die DSL zu schwachbrüstig. Ich hab aber auch schon früher mal Videos woanders mit schnellem DSL/Glasfaser problemlos geschaut. Im Elsass habe ich aber problemlos ein paar Aufnahmen programmiert.
  • Live-TV gibt es mit Plex-Pass derzeit nur auf iOS, das soll aber für andere Plattformen auch kommen. Die App von HDHomeRun funktioniert zwar grundsätzlich, ist aber von der Oberfläche und der Bedienung fürchterlich.

*Amazon-Affiliate-Link: Wenn Du einen Affiliate-Link auf meiner Website klickst und anschließend auf Amazon einen Kauf tätigst, erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich ändert sich an dem Preis nichts. Der Preis bleibt derselbe, den Du auch bezahlst, Wenn Du das Produkt selbst suchst und dann käufst. Wenn Dir meine Rezension gefallen hat, würde ich mich über eine Provision von Amazon freuen.

Von dem Versuch, eine Osram LED-Reflektorlampe im Einzelhandel zu kaufen

Saturn Mainz: LED-Reflektorlampe Superstar Par16

„Das böse Internet macht den Einzelhandel kaputt!“ höre ich auch heutzutage immer wieder. Also gebe ich immer mal wieder dem Einzelhandel eine Chance. Am besten nutzen diese Chance beim Einzelhandel wirkliche wirklich einzelne Händler, die einzeln unterwegs sind und mit dem Kunden auf Du und Du sind. Oft genug aber wird die Chance vertan. So wie heute, als ich beim Saturn-Markt in Mainz dem Einzelhandel eine Chance gab.

Vor ein paar Tagen wurde es dunkler in unserem Bad. Nicht dunkel, aber dunkler. Eine der beiden Halogen-Reflektorlampen über dem Spiegel gab ihren Geist auf. Irgendwie, so dachte ich mir, könne ich mir doch eine Ersatzlampe bei Gelegenheit in Mainz in einem Geschäft holen. Und wenn ich schon am Einkaufen wäre, dann könne ich doch auf wesentlich engergiesparendere LED-Reflektorlampen umsteigen. Die Halogenlampen hatten wir jetzt bald fünf Jahre in Betrieb. Zeit für einen Wechsel.

Heute war es also soweit. Ich war in der Hauptstadt Mainz. Viel Auswahl an Einzelhandel für LED-Reflektorlampen gibt es nicht in der Innenstadt. Saturn mag ich ja eigentlich auch nicht aufgrund der blöden Werbung. Aber egal. Also lief ich zum Saturn-Markt in Mainz und darin schnurstracks zu den Lampen. Weil ich nur alle x Schaltjahre eine Lampe kaufe, ging ich ziemlich strategielos an die ganzen Lampen, die dort im Regal hingen. Seit einiger Zeit schon war mir aufgefallen, dass es keine papiernen Preisschilder an den jeweiligen Aufhängern gibt. Auf der Ware selbst ist schon ewig kein Preis mehr. Als erstes fiel mir auf, dass der Preisunterschied zwischen Halogen- und LED-Reflektorlampen inzwischen nur noch so etwa 20 bis 30 Prozent für meine „Ziellampe“ zu sein schien: Vergleichbar 50 Watt, 36 Grad Leuchtwinkel. Ich hatte in Erinnerung, dass LED-Lampen doppelt oder dreimal so teuer wie Halogenlampen waren. Aber wie gesagt, so oft kaufe ich so Zeugs nicht.

Saturn Mainz: Vermeintlicher Preis für LED-Reflektorlampe Superstar Par16
Saturn Mainz: Vermeintlicher Preis für LED-Reflektorlampe Superstar Par16

Alles kam mir zunächst etwas unübersichtlich vor, aber dann landete ich bei der „LED Superstar Par16 von Osram„. Keine Ahnung, warum das Teil so heißt. Die Stecker und die Maße schienen zu passen. So kompliziert konnte das also nicht sein. Der Preis? „5,99“ stand auf der LCD-Preisauszeichnung über den Aufhängungen von zwei Schienen. Da waren noch Schienen mit anderen Preisauszeichnungen („5,49“ und „7,99“). „Aber was soll’s„, dachte ich mir. Ich hatte meine Wahl getroffen. 5,99 Euro schien mir okay. Im Internet zu recherchieren für sowas wäre doch kleinlich, schließlich gehören große Preisunterschiede zwischen Internet und Laden doch der Vergangenheit an.

Ich also mit zwei der LED Superstar Par16 50 36 zur Kasse, wo gerade nur eine Person vor mir war. Die Frau an der Kasse nahm den Scanner und PIEEEEEEPS:

7,99 Euro das Stück.

Ups? Kurze Rückfrage meinerseits:

Die Auszeichnung im Regal sagt aber 5,99 Euro?

Sie:

Der Computer sagt „7,99 Euro“. [schnappt sich das Telefon]

Da ist jetzt leider besetzt.

Kurze Stille. Ich glaube, sie wollte mir wirklich helfen. Aber das Telefon war besetzt. Ich murmele etwas von:

Ich schaue mir das noch mal an.

Also ich mit den beiden Lampen zurück zum Regal. Hm, tatsächlich, bei den vielen Befestigungsschienen hängt überall dasselbe Modell „LED Superstar Par16 50 36“ – aber die Preise an den LCD-Preisschildern sind unterschiedlich. Also scheinen auf einigen Schienen die Preise nicht zu stimmen, oder Kunden haben die LED-Lampen falsch zurückgehängt. Toll auch, dass bei den Preisschildern nicht dabei steht, für welche Ware der Preis denn sein soll. Nun ja, da steht noch eine ellenlange Nummer, die könnte noch irgendeine Bewandtnis haben. Zumindest für Saturn-Media-Mitarbeiter. Nicht für mich als Kunden. Ich überlege …

7,99 Euro kommt mir doch etwas teuer vor. „Gut, dass es doch dieses Internet gibt„, denke ich mir und werfe Google an. Die Suche „led superstar par16 50 36“ wirft mir ein paar Ergebnisse bereits mit Preisen aus. Klar, vielleicht stimmen die Modelle nicht genau überein, aber tendenziell scheint es solche Teile mit Preisen um die 5 Euro zu geben. Bei Idealo fängt der Preis für mein gewünschtes (weil gerade da) Modell bei unter 5 Euro an. Okay, die Versandkosten sind dann fast noch einmal so hoch. Aber ich will ja auch keinen Versand, ich will sowas gleich und hier mitnehmen. Und dafür bin ich auch bereit, etwas mehr als den üblichen Warenpreis im Internet auszugeben.

Aber 60 Prozent?

Ich schaue mich um. Alle „Verkaufsberater“ sind im Gespräch. An der Kasse hat sich mittlerweile eine Schlange mit etwa 10 Kunden gebildet. Ich hänge die beiden Lampen ins Regal zurück und verlasse erhobenen Hauptes als König Kunde den Saturn.

Ich war den Einkauf einer so wichtigen Ware im Einzelhandel wohl doch zu sehr strategie- und planlos angegangen. Wieder zuhause brauche ich weniger als 5 Minuten, um festzustellen, dass es noch das Modell „LED Star Par16“ (nicht geeignet für Dimmer, aber den habe ich nicht) für 5,29 Euro als „Plus Produkt“ bei Amazon gibt. Mit ein paar Grünschnittsäcken für den Garten meiner Mutter komme ich über die Mindestgrenze von 20 Euro für Plus-Produkte.

Keine Suche nach einem Mitarbeiter, kein Anstehen an der Kasse, Lieferung bis zur Haustüre. Ganz ehrlich, ich hätte so eine Lampe auch für 6,99 Euro in dem bösen Internet gekauft.

Wehret den Anfängen: Donald Trump ist ein gefährlicher Demagoge.

Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, den der Bundespräsident Roman Herzog 1997 einführte und den die UN 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärte.

Es war der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der 1996 den 27. Januar als Gedenktag in Deutschland einführte, 2005 erklärten auch die Vereinten Nationen den Tag zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts. Der Tag solle „jeder Gefahr der Wiederholung entgegen wirken“, sagte Herzog damals in seiner Proklamation. 20 Jahre danach ist das nötiger denn je: Gerade erst forderte der Rechtspopulist Björn Höcke, Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen, eine „180 Grad-Wende“ in der Erinnerungskultur – und meinte damit eine Abkehr von der Erinnerung an den Holocaust. Das Holocaust-Denkmal in Berlin bezeichnete Höcke als „Denkmal der Schande“, Rechtsextremismusforscher attestierten Höcke nach seiner Rede im Brauhaus-Keller eindeutige Nähe zu Rechtsextremisten wie der NPD.

(27. Januar: Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus – „Worte wie Gift und Drogen“ (Mainz&), siehe auch: 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (Bundeszentrale für politische Bildung))

Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)
Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)

Das Holocaust-Denkmal in Berlin ist in der Tat ein „Denkmal der Schande“. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands und der Deutschen, die den Holocaust zuließen, mithalfen oder ihn sogar durchführten oder planten. Ein Denkmal der Schande von Deutschen, die nach dem 2. Weltkrieg von nichts mehr wussten und sogar in BRD und DDR trotz ihrer Nazivergangenheit in verantwortlichen Positionen saßen. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands, in dem sich Demagogen an die Spitze eines Staates setzen und dort hielten. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands, in dem viele Deutsche sich bereitwillig durch eine Clique von Demagogen verführen ließen, ihnen folgten und ihre abscheulichsten Fantasien auslebten.

Demagogie (griechisch δῆμος, dēmos, „Volk“, und ἄγειν, agein, „führen“; auch: Volksverführung) ist im abwertenden Sinn ideologische Hetze, besonders im politischen Bereich.

[…]

Demagogie wird heute unter anderem so definiert:

„Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“

– Martin Morlock 19771

(Seite „Demagogie“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. November 2016, 13:30 UTC. (Abgerufen: 27. Januar 2017, 06:10 UTC))

Hitler war ein Demagoge, Goebbels war (s)ein Demagoge, Stalin war ein Demagoge. Ich halte Erdoğan für einen Demagogen. Und ich halte Höcke für einen Demagogen. Immer wieder übertritt er die Grenzen der Moral und des Geschmacks ein Stück weiter. Seine Partei, die AfD, beschwichtigt oder ignoriert seine Ausfälle – und hinter der Hand nicken wahrscheinlich viele wie Gauland zustimmend. „Das wird man doch noch sagen dürfen“ höre ich da immer wieder heraus. Nein, darf man nicht. Höcke ist ein leider gelungenes Beispiel, wofür ein „Denkmal der Schande“ wirklich steht: Für Demagogen, und für die ihnen Folgenden.

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erklärt Höcke für „nicht willkommen“. Das ist gut. Doch er sollte nicht nur unwillkommen sein, er sollte an keiner solchen Gedenkveranstaltung teilnehmen dürfen. Höcke ist beides recht. Nimmt er teil, feiert er seinen Triumph. Wird er ausgeschlossen, findet er sich als „Verfolgter“ bestätigt, drückt auf die Tränendrüsen und jammert über sein Schicksal. Bei der nächsten Gelegenheit wird er es noch weiter treiben. Dann also wenigstens klare Kante zeigen und ihn ausschließen.

KZ-Gedenkstätte Dachau - Nie wieder.
KZ-Gedenkstätte Dachau – Nie wieder.

Ein anderes „Denkmal der Schande“ ist das KZ Dachau. Das erste Mal war ich dort während meiner Zeit an der Offizierschule der Luftwaffe im wenige Kilometer entfernten Fürstenfeldbruck. Wir gingen dort hin als Bestandteil unseres Offizierlehrgangs. Wir waren jung und immer zu Scherzen aufgelegt. Doch als wir dort ankamen waren wir alle ruhig, sehr ruhig. Dieses bedrückende Gefühl, das ich damals erfuhr, hat mich bei jedem Besuch einer solchen Gedenkstätte wieder erfasst.

Das Gelände lag ungefähr 20 Kilometer nordwestlich von München. Zunächst diente das Lager der Inhaftierung von politischen Gegnern des Nationalsozialismus. Heinrich Himmler, 1933 Reichsführer SS und Münchener Polizeipräsident, ließ es östlich der Stadt Dachau auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichten. Es diente – vor allem in seinen Anfangsjahren, als die NSDAP ihre Macht festigen wollte – zur Inhaftierung und zur Abschreckung politisch Andersdenkender.

(Seite „KZ Dachau“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2017, 13:34 UTC. (Abgerufen: 27. Januar 2017, 10:09 UTC))

Dachau, Buchenwald und viele weitere „Denkmale der Schande“ zeigen, wozu Beschwichtigung, Abwiegelung und Abwarten führen kann. Erst wird nur ein Schild gehoben („Kauft nicht bei Juden“). Wenn es keinen Widerstand gibt, dann wird schon mal geschlagen. Später gibt es Pogrome, irgendwann werden Menschen gefoltert und umgebracht.

Gefoltert wird grundsätzlich, wer nicht für die Demagogen ist. Es gibt keine Regel außer dieser:

Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich. Und wer gegen mich ist, der spürt meine harte Hand.

Mich, mich, mich! Nie geht es gefährlichen Demagogen um andere oder um irgendeine „Sache“ wie „das Volk“ oder „die Nation“. Es geht ihnen immer um sich selbst, um ihre Macht, um ihr Ego. Gleichgesinnte werden geduldet (und gerne intern heimlich oder nicht bekämpft), weil der Zweck die Mittel heiligt. Auch das Brechen von Regeln durch Gleichgesinnte wird geduldet, bis sich eine Chance ergibt, das gegen die Kumpane auszunutzen. Regeln gelten nur für die anderen. Mauern sind erlaubt. Folter ist erlaubt. Privatsphäre gibt es nicht. Regeln und Verträge werden gebrochen.

Staaten und Politiker beherrschen das Beschwichtigen. Aus vermeintlicher Taktik wird geduldet, beschwichtigt, abgewartet. Doch gefährliche Demagogen sehen sich dadurch bestätigt und angefeuert. Ein historisches Beispiel ist die Appeasement-Politik von Neville Chamberlain und französischen Politikern, die immer wieder beschwichtigten, nachgaben, weggaben. „Hitler will das Sudetenland? … aber wenn er es nicht bekommt, dann wird er vielleicht wütend. Wer weiß, was er dann macht!“ Hitler bekam das Sudetenland. Danach holte sich Hitler die Rest-Tschechei, immer mehr. Immer weiter, immer mehr. Wenn gefährliche Demagogen keinen ernsthaften Widerstand erfahren, dann schwadronieren sie nicht nur weiter im Hinterzimmer sondern sie verführen und führen immer weiter. Sich selbst und ihre Clique erhöhen sie, um andere zu erniedrigen oder gar zu foltern.

Donald Trump schmeichelt der Masse. Er appelliert an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile. Er macht sich der Hetze und der Lüge schuldigt. Er übertreibt Wahres oder stellt Wahres grob vereinfacht dar. Er gibt die Sachen, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten aus. Die Art und Weise, wie er seine Sachen durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, stellt er als die einzig mögliche hin.

KZ-Gedenkstätte Dachau - Wachturm und Zaun.
KZ-Gedenkstätte Dachau – Wachturm und Zaun.

Trump lügt. Trump wird Zäune und Mauern bauern – aus Beton und in den Köpfen. Trump wird die Folter für die USA wieder einführen. Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Lacht nicht über ihn.

Trump ist ein gefährlicher Demagoge.

Zuerst ignorierten sie Trump, dann lachten sie über ihn, dann bekämpften sie ihn und dann gewann er. Doch kein Sieg ist für immer.

Solange Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, werde ich nicht in die USA reisen.

P.S. Es braucht klare Worte wie die von Norbert Röttgen, Vorsitzender Auswärtiger Ausschuss des Bundestages. Es ist ein Anfang.

Der CDU-Politiker Röttgen wird in die USA reisen, um politische Allianzen gegen Trumps Politik zu schmieden.

Nachtrag (27.01.2016):

Auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald ist der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Die Gedenkstätten-Stiftung hat AfD-Mann Björn Höcke für die Zeit der Gedenkveranstaltung Hausverbot erteilt, sein Wagen wurde wieder weggeschickt.

(MDR Thüringen: Hausverbot für Höcke – Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus in Buchenwald, Hervorhebung von mir)


  1. Martin Morlock: Hohe Schule der Verführung. Ein Handbuch der Demagogie. Econ Verlag, Wien/Düsseldorf 1977, ISBN 3-430-16823-6, S. 24. 

#TerrorIhrUrteil: Das Grundgesetz, unsere codifizierte Moral

Terror - Ihr Urteil (Bildquelle: Das Erste)

Am Montagabend sah ich im Ersten die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach. Es ging um falsche Entscheidungen, die richtig sein können.

Vor einem fiktiven Berliner Schwurgericht steht der Abschuss eines Passagierflugzeugs durch den Luftwaffen-Major Lars Koch kurz vor München zur Verhandlung. Ein Terrorist entführte ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen an Bord auf dem Flug von Berlin nach München.

(Seite „Terror – Ihr Urteil“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Oktober 2016, 10:24 UTC. (Abgerufen: 18. Oktober 2016, 11:22 UTC))

Im Laufe des etwa einstündigen Flugs der entführten Passagiermaschine kristallisierte sich heraus, dass der Terrorist beabsichtigte, das Flugzeug in die vollbesetzte Allianz-Arena abstürzen zu lassen.

Christian Henne fragt „Darf ein TV-Publikum urteilen über die Schuld eines Menschen, der im Terrorfall Menschen opfert, um Menschen
zu helfen?
“ Es geht Henne nicht darum, dass eine öffentliche Abstimmung eine richterliche Entscheidung treffen soll. Er beurteilt das TV-Event danach, ob und wie Menschen dadurch ihre Meinung äußern können, und ob ein solches Event einen Beitrag zum Einstieg in Debatten, zur Diskussion und zur Meinungsbildung leisten kann.

Das TV-Event „Terror – Ihr Urteil“ hat hierfür einen ganz wertvollen Beitrag geleistet.

Einverstanden, Christian. Ich wünschte mir nur, dass Debatten und Diskurse „vernünftig“ und offen geführt werden sollten. Das ist (ja, eine Verallgemeinerung) heutzutage immer weniger der Fall. Da werden selten Meinungen und Ansichten ausgetauscht sondern oft Hasstiraden losgelassen und die Meinung des jeweils anderen als Abscheulichkeit und Unmöglichkeit abgetan – und oft genug auch der jeweils andere.

Nach der Ausstrahlung des Films ging es weiter mit „Hart aber Fair“, einer Abstimmung per Telefon und Internet über das Urteil und einer Diskussion. Und da bemerkte ich etwas, was mich erschreckte. Der von mir sehr geschätzte Rechtsanwalt und ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum skandierte geradezu seine Meinung als absolute Wahrheit. Kein Abwägen, kein Diskutieren. Nein, es gab das Urteil eines Verfassungsgerichts (wobei das Urteil einen ganz anderen Gegenstand hatte), und es gibt das Grundgesetz mit seiner Ewigkeitsgarantie für „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Basta!

Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Das Grundgesetz ist der oberste Code, der Meta-Code, für unsere Gesellschaft, für die ich einen Eid leistete wie der angeklagte Jet-Pilot. Aber: Es ist die Niederschrift unseres moralischen Codes. Im Film und der Diskussion kam es so herüber, als ob es entweder das Grundgesetz als Prinzip oder eine Moral gäbe. Das wäre schlimm. Doch das Grundgesetz ist wie alle Gesetze ein Ausdruck, ein Artefakt, unserer Kultur und unserer Moral (die ein Teil unserer Kultur ist). Und Kulturen verändern sich. Und so, wie sich Kulturen verändern, werden die Gesetze der Kultur und der Moral einer Gesellschaft angepasst.

Wenn dies nicht geschieht, driften das gelebte Leben und das recht-gesprochene Leben (und damit das Volk und die Herrschenden) auseinander. Für mich ist es in höchstem Maße erstaunlich, wie lange das Grundgesetz nahezu unverändert seit 1949 Bestand hat. Schaue ich mir die letzten Jahrhunderte an, dann sind fast 70 Jahre eine verdammt lange Zeit. Sicherlich gab es kleinere Anpassungen, doch im Grunde ist das Grundgesetz so, wie über es vor fast sieben Jahrzehnten abgestimmt wurde. Zuvor gab es im 20. Jahrhundert in Deutschland drei Zeiten mit gravierenden Änderungen der Kultur und Moral und dadurch der Verfassung beziehungsweise des Grundgesetztes (1918, 1933, 1945 bzw. 1949)

Einschub: Im Übrigen mache ich mir auch Gedanken über die Tatsache, dass Bayern damals das einzige Bundesland war, das gegen das Grundgesetz stimmte. Und dass ein Herr Seehofer und ein Herr Söder und manch andere bayerische Politiker auf mich immer mal wieder den Eindruck vermitteln, sie hätten ihre eigene Version des Grundgesetzes. Und ob das etwas über das Grundgesetzverständnis im Freistaat Bayern aussagt.

Viele neigen dann auch noch dazu, irgendwelche Aussagen oder Urteile pauschal zu vereinnahmen. So, wie Baum meint, mit seinem erstrittenen Urteil wäre alles gesagt, so meinen manche Kommentatoren, die Mehrheit habe gegen das Grundgesetz gestimmt (T-Online, Hervorhebung von mir):

Es ist ein Dilemma: Darf ein Bundeswehrpilot ein entführtes Flugzeug abschießen, 164 Menschen töten, um 70.000 in einem Fußballstadion zu retten? Nein, hat das Bundesverfassungsgericht 2006 geurteilt. Ein Abschuss mache die Menschen in der Maschine „zum Objekt nicht nur der Täter“.

Diese Aussage ist falsch. Bereits im Film erläuterte der Verteidiger, dass es bei dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gar nicht darum ging, ob ein Soldat ein Flugzeug abschießen darf oder nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat darüber geurteilt, ob die Abschussermächtigung im Luftsicherheitsgesetz rechtmäßig ist, und hat dies verneint („Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts„).

Auch ging es nie darum, das Leben von Wenigen gegen das Leben von Vielen abzuwägen. Es ging im Film darum, ob 164 Menschen sterben, oder ob 70.164 Menschen sterben. Wie soll sich dann beispielsweise jemand der Siebzigtausend verhalten oder besser „nicht verhalten“? Soll einer der Siebzigtausend, der (okay, sehr hypothetisch, aber vielleicht zur Sicherung eingesetzt?) zufälligerweise eine tragbare Flugabwehrrakete dabei hat, diese wieder wegpacken und darauf warten, dass das Flugzeug ihn tötet? Oder sollte er das Flugzeug vorher abschießen dürfen?

Das hat nichts mit der Abwägung von Leben zu tun, das ist eine persönliche Entscheidung über das eigene Leben. Das hat noch nicht einmal etwas mit „übergesetzlichem Notstand“ zu tun, mit dem der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung argumentierte. Da geht es um Notwehr. Und ein Dritter ist befugt, für den Gefährdeten in Notwehr zu handeln. Das ist dann Nothilfe.

Es würden Unbeteiligte sterben, früher anstatt später. Und hier geht es dann tagsächlich um ein Abwägen. Da geht es um ein Abwägen der Verhältnismäßigkeit. Diese Abwägung muss jeder treffen, der in Notwehr oder in Nothilfe handelt. Im Einzelfall innerhalb weniger Minuten oder sogar weniger Sekundenbruchteile. Das fordern Moral und Gesetze unser Kultur. Und weil in unserer Gesellschaft der Staat das Gewaltmonopol hat, fordert das unsere Gesellschaft von jedem, der in hoheitlicher Ausübung unmittelbaren Zwang anwendet. So wie ich mich daran halten musste, als ich als Bundeswehroffizier und Offizier vom Wachdienst handelte.

Ich persönlich glaube, dass der Abschuss eines Verkehrsflugzeugs in einer solchen wie im Film geschilderten Situation richtig ist. Hätte ich als Feuerleitoffizier und Kampfbesatzungsführer meiner Flugabwehrraketeneinheit den Befehl zum Abschuss eines zivilen Flugzeuges in so einer Situation erhalten, dann hätte ich das für richtig gehalten (soweit ich das 30 Jahre später beurteilen kann). Hätte ich den Befehl bekommen, das Flugzeug nicht abzuschießen, dann hätte ich das für falsch gehalten.

Aber ich war Offizier und damit an die Befehle gebunden (solange die Befehle nicht gegen Gesetze verstießen, ansonsten wäre es meine Pflicht gewesen, den Gehorsam zu verweigern). Im Zweifel hätte ich mich persönlich entscheiden müssen zwischen dem, was ich für richtig erachte, und dem, was ich für falsch erachte, das aber dem Befehl und den Gesetzen entspricht. Und das in Berücksichtigung, ob und wie ich gegen Befehle oder unrechtmäßige Befehle verstoße. Und das im Bewusstsein, welche Konsequenzen das für mich haben würde. So, wie sich Luftwaffen-Major Lars Koch für das entschied, was er für richtig erachtete, und er sich damit gegen das Gesetz entschied (obwohl er im Gerichtsverfahren dann freigesprochen wurde).

Doch wie ich mich in der konkreten Situation tatsächlich entschieden haben würde, das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Solche Entscheidungen sind Einzelfallentscheidungen unter Berücksichtigung von prinzipiellen Bedingungen wie der Moral, der Kultur und der Gesetze einer Gesellschaft.

Das ist meine Sicht. Doch ich weiß, dass andere Personen andere Sichtweisen und Standpunkte haben. Ich respektiere dies und setze mich mit den Argumenten der anderen auseinander, wenn wir in einen Dialog, einen Diskurs oder eine Debatte eintreten. Und das gleiche erwarte ich auch von anderen. Es ist gut, wenn es Anlässe gibt, die das wieder ermöglichen und verdeutlichen. Deswegen und dafür hat das TV-Event „Terror – Ihr Urteil“ einen wertvollen Beitrag geleistet.

Captain James Kirk sagte einmal zu mir (sinngemäß):

Sie haben eine falsche Entscheidung in einer konkreten Situation getroffen und das falsche Flugzeug abgeschossen. Aber Sie haben alles Wichtige in Ihre Entscheidung einbezogen, rational Ihre Entscheidung hergeleitet und mir Ihre Entscheidung nachvollziehbar und gut begründet.
Sie haben die falsche Entscheidung getroffen, aber sie war folgerichtig. Deswegen lasse ich Sie nicht durchfallen.

Ein anderer Offizier hätte mich möglicherweise durchfallen lassen, wenn er die Regeln, meine Überlegungen und mein Handeln abgewogen hätte. Ein anderer Richter würde einen Luftwaffen-Major Koch verurteilen. So wurde Koch vom Richter (d.h. mehrheitlich von den abstimmenden Zuschauern) freigesprochen.

Und ja: Diesen Captain James Kirk gab es wirklich. Es war allerdings kein echtes Flugzeug, das ich abschoss, sondern ein elektronisch simuliertes. Cpt. James Kirk war in zwei Jahren der Leiter des „TAC EVAL“-Teams, das die Einsatzbereitschaft unserer Einheit überprüfte („Tactical Evaluation„). Als Trekkie dachte ich zunächst an einen Scherz, als er sich uns vorstellte 😉

Links zur Sendung:

Bildquelle: Intern… ähm, Das Erste

Always Look on the Bright Side of Life

Im Wilmshof: Always Look on the Bright Side of Life

Kennt Ihr das? Ihr hört ein Musikstück, und dann will Euch diese Miststück nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ständig schreckt Ihr auf und merkt, dass Ihr die Melodie vor Euch hinsummt oder sogar den Text leise mitsingt?

(Aber doch so leise, dass kein vernünftiges Lebewesen Eure Torheit mitbekommt.)

Nun, vielleicht bin ich auch einfach nur alleine mit dieser Torheit. Ach was, Torheit? Für mich ist das manchmal ein Stubser, um nachdenklich zu werden.

Jedenfalls waren die allerbeste aller Ehefrauen und ich am Sonntag im Weingut Wilmshof in Selzen auf dem Hoffest. Wir ließen es uns mit ein paar Leuten bei Wein und lokalen Speisen gut gehen. Nicht weit von uns saßen Patricia Lösch und Alex Spröer auf der kleinen Bühne und musizierten auf ihren Gitarren so alles mögliche an Songs aus den letzten 50 Jahren herunter.

Zwölf Saiten, zwei beeindruckend variable Stimmen und ein Programm mit Coversongs von gestern und heute, das wie für die beiden gemacht scheint.

(About a Band)

Und irgendwann war dieser Ohrwurm dran, der mir seitdem nicht aus dem Kopf geht. Die ganze Woche über ploppte er in meinem Gehörgang hoch. Auch eben, als ich für eine Stunde leichtes Lauftraining absolvierte, dudelte der Ohrwurm fröhlich vor sich hin. Und irgendwann merkte ich, dass ich ihn mitsummte und in Gedanken versuchte, außer dem Titel noch den ganzen Text zusammen zu bekommen. Was natürlich nicht funktionierte.

Der Ohrwurm ist Always Look on the Bright Side of Life aus Monty Python’s Life of Brian.

Irgendwie entsprach es am Sonntag meiner Laune. Nein, nichts Besonderes ist passiert. Aber warum muss etwas passieren, damit man positiv denkt? Egal, ob oder ob nicht:

I mean, what have you got to lose?
you know, you come from nothing
you’re going back to nothing
what have you lost? Nothing!

Always look on the bright side of life

(Text auf Google Play)

Damit Ihr dabei mitsingen könnt:

(Direktlink zu Youtube)

So, es tut mir überhaupt nicht leid. Jetzt müsst Ihr eben auch mit dem Ohrwurm zurechtkommen 😉

Come on guys, cheer up!

Das Star Trek Universum stirbt!

Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)

Seit CBS und Paramount Ende letzten Jahres ein Gerichtsverfahren gegen die Fanfilm-Produktion Axanar (Google Suche) starteten, geht die Angst um bei vielen „Star Trek Fan“-Produktionen und bei Fans.

CBS hat die Fernsehrechte für Star Trek, und Paramount hat die Filmrechte für Star Trek. Jahrzehntelang duldeten CBS und Paramount die Fanproduktionen. Eine unausgesprochene Regel, auch aufgrund von inoffiziellen Quellen bei CBS und Paramount, lautete:

Solange Ihr keinen Profit macht, dulden wir Euch.

In den letzten Jahren stiegen Qualität und Anzahl der Fanproduktionen sowohl von Serien als auch von Filmen stetig an, nicht zuletzt aufgrund der technischen Entwicklung. Ein Meilenstein war der zwanzigminütige „Vorfilm“ Prelude to Axanar. Er sorgte für die Anschubfinanzierung auf Kickstarter. 100.000 Dollar, das Herzblut von vielen Star Trek Fans und von Leuten, die in der Film- und/oder „Star Trek“-Branche bereits gearbeitet hatten (darunter auch bekannte Schauspieler), sorgten für eine fulminante Dokumentation des vierjährigen Kriegs, der vor der Zeit der Originalserie stattfand und der nachfolgend mit Axanar verfilmt werden soll. Die „Schlacht von Axanar“ wird in der Original Serie („Raumschiff Enterprise“ in Deutschland) lediglich kurz erwähnt, aber die Verfilmung soll den kompletten Krieg zwischen Föderation und Klingonen aufzeigen – inklusive der Endschlacht von Axanar.

Fanfilme starten durch

Die Kickstarter-Kampagne für Axanar sammelte anstelle der anvisierten 100.000 Dollar insgesamt über 600.000 Dollar ein. Axanar war und ist ein herausragendes Beispiel für viele „Star Trek“-Fanproduktionen. Alle wurden qualitativ besser. Viele wurden so lang wie ein Spielfilm. Und manche wie „Star Trek Continues“ (Facebook) entwickelten sich zu kontinuierlichen, hochqualitativen Web-Serien:

Starring Vic Mignogna, Todd Haberkorn, Chuck Huber, Chris Doohan, Grant Imahara, Kim Stinger, Wyatt Lenhart and Michele Specht

Die Fanproduzenten von Axanar, die das Projekt vorantrieben, hatten Axanar Productions gegründet, um die steigenden Aufwände besser zu koordinieren, und auch um angeschaffte oder angemietete Ressourcen wie die Filmhalle unterzuvermieten,
um das Geld wieder in die Produktion fließen zu lassen. Die Schauspieler arbeiten für wenig Geld, viel weniger als sie für eine professionelle Produktion erhielten. Der „Kopf“ dahinter ist Alec Peters, der selbst seit Jahrzehnten Star Trek Fan ist und bei Filmproduktionen mitarbeitete. Manche stören sich daran, dass er und ein paar wenige Andere eine Aufwandsvergütung bekamen. Ich nicht. Soweit ich mich erinnere, erhielt Peters 2015 eine Aufwandsvergütung von etwa 20.000 oder 30.000 Dollar, während er Vollzeit für das Projekt arbeitete.

Axanar ist ein Symptom und nicht die Wurzel. Alle Fanfilme und -serien wurden besser und aufwändiger.

CBS und Paramount drehen durch

Doch gerade angesichts des Erfolgs von Axanar und dem 50-Jahre-Jubiläum von Star Trek sowie „Star Trek Beyond“ und dem Start einer kommenden neuen „Star Trek“-Serie von CBS traten CBS und Paramount mehr als kräftig auf die Bremse und verklagten Axanar Productions. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob J.J. Abrams (Regisseur u.a. von „Star Trek“ (2009) und „Star Trek Into Darkness“ (2012)) und Justin Lin (Regisseur u.a. von „Star Trek Beyond“ (2016)) CBS und Paramount von ihrer Klage hätten abbringen können („JJ Abrams Announces that Paramount to Drop Lawsuit!„). Doch das Verfahren geht weiter, und der Beginn des Gerichtsverfahren ist am 31. Januar 2017 („Axanar Productions’ Motion to Dismiss Denied„).

Im Juni veröffentlichten CBS und Paramount auf der Star Trek Website Star Trek Fan Film Guidelines, welche letztendlich fast alle Fanproduktionen zum Erliegen bringen dürften. Neben berechtigten Einschränkungen aus Markensicht gibt es nämlich insbesondere diese Punkte, die dafür sorgen werden:

  • Eine Fanproduktion darf nur kürzer als 15 Minuten sein für eine Story, oder insgesamt 30 Minuten für zwei Teile.
  • Keine weiteren Fortsetzungen, Episoden, Remakes.
  • Der Inhalt der Produktion darf keine Wiederholung oder Adaption einer „Star Trek“-Produktion oder eines -Clips sein.
  • Wenn eine Fanproduktion Uniformen oder Zubehöre verwendet, die kommerziell verfügbar sind, dann müssen sie auch offiziell gekauft werden und dürfen sie nicht selbst hergestellt (beispielsweise geschneidert) werden.
  • Alle Beteiligten müssen Amateure sein.
  • Die Beteiligten dürfen keine Entschädigung für ihre Teilnahme erhalten.
  • Keiner der Beiteiligten darf früher oder gegenwärtig ein Beschäftigter, Angestellter oder Beauftragter („currently or previously employed„) irgendeiner Star Trek Produktion sein.
  • Die Finanzierung darf 50.000 Dollar nicht überschreiten (z.B. Kickstarter, Indiegogo, Spende).
  • Für das Betrachten der Fanproduktion darf kein Geld bezahlt werden.
  • Die Fanproduktion darf nicht physisch verteilt werden (z.B. DVD, Blue Ray).

Diese von CBS und Paramount so gepriesenen Fan Film Guidelines brechen den Fanproduktionen das Genick. Nie dürften Schauspieler wie Tim Russ (Comander Tuvok), Nichelle Nicols (Nyota Uhura) oder Walter Koenig (Pavel Chekov) eine Rolle spielen, noch nicht einmal in einem kurzen Chameo-Auftritt. Auch ein Schauspieler, der noch nie etwas mit Star Trek zu tun hatte, dürfte – weil er Profi ist – nicht mitmachen. Ein professioneller Komponist, der beispielsweise den Score für Horror-Filme oder Thriller schreibt, aber noch nie mit Star Trek zu tun hatte, dürfte nicht mitmachen. Jemand, der an 10 Drehtagen als Komparse mitmacht, dürfte noch nicht einmal 50 Dollar als Entschädigung bekommen.

Die Folgen

Die Zukunft der Fanproduktionen ist ungewiss. Laufende Produktionen dürfen fertig gestellt werden. Viele überlegen noch, wie es dann weitergeht. Viele werden eingestellt. Manche wollen versuchen, ihren nächsten Film unter Berücksichtigung der Fan Film Guidelines zu erstellen. Doch viele Fanproduktionen werden eingestellt.

Das Star Trek Universum stirbt (Star Trek New Voyages)
Das Star Trek Universum stirbt (Website von Star Trek New Voyages)

Einer der großen Fans, James Cawley, hat jahrelang Fortsetzungen der Originalserie mit eigener Handlung produziert und dazu ein eigenes Filmset kreiert. Aus der Serie „Star Trek New Voyages“ wurde plötzlich Star Trek Original Series Set Tour – lizensiert von CBS und Paramount. Die Serie selbst ist eingestellt. Die Website von Star Trek New Voyages zeigt seit einiger Zeit eine Meldung, die mit ihrem schwarzen Hintergrund das Ende der Fanproduktion symbolisiert.

Noch stellt Star Trek Continues die aktuell produzierte Episode 7 fertig. Viele Schauspieler der Originalserie wie Michael Forest als Apollo hatten in der Serie Gast- oder sogar Hauptrollen. Die Rolle des Ingenieurs „Scotty“ spielt interessanter Chris Doohan, der Sohn des Schauspielers James Doohan aus der Originalserie. Doch die Zukunft der Serie ist ungewiss.

(Direktlink Star Trek Continues E06 “Come Not Between the Dragons”)

Eine gute Übersicht zu Fanproduktionen, Axanar und die Klage bietet dieses 11-minütiges Video (kompletter Text auf Reason.com).

Das Star Trek Universum stirbt

Es sind die Fanproduktionen, die das ursprüngliche Star Trek Universum hatten weiterleben lassen. Jahrelang, seit Einstellung von „Star Trek: Enterprise“, warteten die Fans auf weitere Folgen – als Film oder als Serie. Bereits mit der Serie Star Trek Enterprise waren viele unzufrieden, weil sie sich gegen Ende von dem Original-Handlungsstrang entfernte. Mit der Produktion von „Star Trek“ (2009) wurde ein ganzes Paralleluniversum eingeführt, in dem es Fakten und Handlungen gab, die dem Originaluniversum widersprachen, und die – aus Sicht des originalen Spock – logisch falsch waren. CBS und Paramount lassen das alte Star Trek Universum sterben, jedes Jahr ein Stück mehr. Und dann wundern sie sich, dass die Star Trek Fans nach Fanproduktionen gierten, welche die Gene-Roddenberry-Welt weiterleben lassen.

Als junger Jugendlicher habe ich den Samstagen entgegengefiebert, an denen es am frühen Abend die Originalserie gab („Star Trek: TOS“ – The Original Series). Ich brauchte etwas, bis ich mich an „Star Trek: TNG“ (The Next Generation) gewöhnte. Auch beim ersten Kinofilm zögerte ich etwas, über ihn zu urteilen. Und dann begann ich ihn zu lieben. So wie alle nachfolgenden Serien und Filme. Zunächst.

Weil ich das Star Trek Universum liebe. Weil es eine positive und nachdenkliche Sichtweise in sich trägt. Ich bewundere die Leute, die viel ihrer Zeit, ihrer Kraft und auch manchmal ihres Lebens in die „Star Trek“-Fanproduktionen einbrachten und (noch) einbringen.

Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)
Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)

CBS und Paramount entschlossen sich für einen neuen Umgang mit Star Trek und jetzt mit Fan-Filmen. Und ich mag überhaupt nicht, dass sie „The Dark Side“ wählten. Die bisherigen neuen „Star Trek“-Filme gefielen mir bei allem grundsätzlichen Unbehagen einigermaßen. Aber auch schon da empfand ich oft, dass es nur um Action, Show und Gags ging. Und dann sah ich die Trailer von „Star Trek Beyond“. Und ich fühlte dabei überhaupt nichts von Star Trek.

Ich sehe (ohne den Film selbst gesehen zu haben) ein Rapid-Action-Science-Fiction-Drama-Irgendwas aus irgendeinem Marvel Universum, in dem die Schauspieler zufällig Uniformen anhaben, die Star Trek Uniformen ähneln. Es fühlt sich einfach nicht mehr nach Star Trek an. Zumindest nicht nach dem Star Trek, das ich liebe. Es ist halt Irgendetwas wie all die anderen Rapid-Action-Irgendwas-Dramas (oder steht Action am Schluss?).

Dieselbe Action, derselbe Plot, dasselbe Nichts.

Technisch sehr, sehr gut gemacht, die Schauspielerleistungen sind sicherlich sehr gut. Vielen, gerade jüngeren Leuten wird dieses Irgendetwas gefallen, aber … es ist nicht mein Star Trek.

Das Star Trek Universum stirbt.

Renegages: The Series

Und während das Star Trek Universium stirbt, während CBS und Paramount ein anderes teures und doch mir nichtssagendes billiges Universum erschaffen, erheben sich die Renegaten in ihrem neuen, eigenen Universum:

Renegades: The Series

Bereits die erste Episode schlug ein. Viele Bekannte Schauspieler waren dabei, viele davon sind wieder bei Episode 2 und 3 dabei.

(Direktlink Trailer, Direktlink komplette Episode 1)

Denn nach dem furiosen Start mit der ersten Episode beginnt Renegades The Series jetzt mit der Postproduktion der Episoden 2 und 3.

The Dirty Dozen goes interstellar in this exciting new ongoing Sci Fi series about a group of rogues, rebels, and outcasts who find themselves faced with the greatest threat the Confederation has ever encountered. With a man known only as the Admiral (Walter Koenig) heading up Confederation Intelligence and Kovok (Tim Russ) a part of the Confederation’s clandestine Black Ops organization, they recruit Captain Lexxa Singh (Adrienne Wilkinson) and her rogue crew to do those missions that no one else can or will do. When the Confederation is threatened and standard protocol won’t work, it is up to this rag-tag group of Renegades to save them all.

(About Renegades)

Renegades: Walter Koenig und Nichelle Nichols (Quelle: Renegades)
Renegades: Walter Koenig und Nichelle Nichols (Quelle: Renegades)

Neben Walter Koenig (bekannt als Pavel Chekov im Original Star Trek Universum), Tim Russ (bekannt als Commander Tuvok in Voyager) und Adrienne Wilkinson (bekannt als Livia/Eve, Tochter von Xena) ist Nichelle Nichols (bekannt als Nyota Uhura im Original Star Trek Universium) dabei. Es wird das letzte Mal sein, dass Koenig und Nichols gemeinsam vor der Kamera stehen. Walter Koenig hat angekündigt, nach Renegades keine weiteren Rollen zu übernehmen.

Weitere Renegades-Schauspieler sind Terry Farrell (bekannt als Jadzia Dax in Deep Space Nine), Robert Beltran (bekannt als Commander Chakotay in Voyager), Gary Graham (bekannt als Detective Matthew Sikes in Alien Nation und als Ambassador Soval), Cirroc Lofton (bekannt als Jake Sisko in Deep Space Nine), Bruce Young (bekannt als Capt. Simon Banks in The Sentinel) und viele weitere!

Moment mal! Widerspricht das nicht den Star Trek Fan Film Guidelines von CBS und Paramount? Absolut. Nicht!

Denn nach der Klage gegen Axanar, dem absehbaren Schwenk von CBS und Paramount und schließlich den Star Trek Fan Film Guidelines verlässt Renegades das Star Trek Universum. Alle Hinweise auf Star Trek werden entfernt, es ist ein eigener Handlungsstrang in einem eigenen Renegades Universum.

So werden beispielsweise alle Rangabzeichen geändert. Aus der Föderation der Planeten wird die Konföderation. Die „Communicator“ bekommen ein ganz anderes Aussehen. Selbst die „vulkanischen Spock-Ohren“ von Tim Russ verschwinden. Im Renegades: The Requiem Teaser 1 sind in diversen Stellen (sicherlich vorläufige) Retuschierungen zu erkennen.

Ich finde es schade, dass Renegades zu diesem Schritt gezwungen wurden. Letztendlich werden alle anderen Fanproduktionen vor der Entscheidung stehen, diesem Schritt zu folgen oder ihre Produktion einzustellen. Denn mit den Fan Film Guidelines gibt es keine „Star Trek“-Fanproduktionen mehr, wie es sie früher einmal gab.

Doch ich freue mich umso mehr auf Renegades: The Series Episode 2 + 3 + …

Fundraising: Renegaten, erhebt Euch!

Damit die Episoden 2 und 3 auch fertig gestellt werden können, beteilige ich mich als Investor.

Ich werde im Gegenzug Zugang zum exklusiven Produktionsblog mit Insidermaterial und -informationen erhalten. Und ich bekomme ein gemeinsames Foto von Walter Koenig und Nichelle Nichols mit ihren Unterschriften (nein, es wird nicht verkäuflich sein).

Auf Indiegogo läuft die Finanzierungskampagne für die Postproduktion von Renegades: The Requiem.

A Sneak Peek of „The Requiem“

For the past few months, we have been in production on both parts of „The Requiem.“ Although we’ve still got a bit more to shoot, we want you to see what we’ve been working on, so we’ve put together this very rough compilation of our shoot for your viewing enjoyment. Here it is… the very first sneak peek of „The Requiem!“

Star Trek legends and accomplished sci-fi producers create an original science fiction series.

Das Finanzierungsziel liegt bei 60.000 Dollar. Heute, am dritten Tag der Indiegogo-Kampagne zur Finanzierung der Postproduktion von Renegades: The Requiem, sind bereits 50.141 Dollar finanziert. Die Kampagne läuft insgesamt einen Monat.

Das Star Trek Universum stirbt – aber die Konföderation lebt! Werde Renegat!

Go funding:

Renegades: The Requiem, post-production

Titelbildquelle: Star Trek Beyond Trailer #3 (2016) – Featuring „Sledgehammer“ by Rihanna – Paramount Pictures1


  1. Jetzt hoffe ich nur, dass ich für das Titelbild keine Abmahnung von Paramount bekomme. 

Wie Flüchtlinge ihre Smartphones benutzen

Smartphone (Samsung S3)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat eine Feldforschung/Studie zur Nutzung von Information Communication Technology (ICT) herausgegeben. In ihr wird aufgrund von Flüchtlingsbefragungen in Griechenland, Türkei und Jordanien aufgezeigt, welche Technik Flüchtlinge benutzen (und wie), um miteinander zu kommunizieren. Dazu ein paar Einblicke und persönliche Erfahrungen.

Durch die Website des CorporateLearningCamps habe ich von der Studie erfahren und sie mir durchgelesen. Bei betterplace lab gibt es eine kurze Zusammenfassung mit Empfehlungen sowie die Studie zum Herunterladen als PDF in Englisch:

Feldforschung und Studie: Wie ICT in der Flüchtlingskrise hilft

Ein paar Einblicke, die ich aus der Studie gezogen habe und die für Helfer in Deutschland hilfreich sein könnten:

  • Smartphones sind bei Flüchtlingen sehr weit verbreitet (z.B. fast 100 Prozent bei Syrern).
  • Fast alle Smartphones sind Android-Geräte.
  • Das Telefon ist oft „Familienbesitz“. Es gibt ein Smartphone in der Familie und das hat der Mann der Familie, auch wenn sich Jugendliche oder Kinder sogar besser damit auskennen.
  • Das Smartphone ist die einzige Möglichkeit, um mit Verwandten und Freunden zu kommunizieren.
  • Kaum jemand benutzt Email oder hat eine Emailadresse.
  • Nur wenige wissen, was eine Website ist, und dass es einen Browser gibt. Mit einer Adresse wie betterplace-lab.org können sie nichts anfangen.
  • Fast alle benutzen Facebook und Whatsapp – und zwar nahezu ausschließlich, d.h. keine anderen Apps (außer solche wie Foto/Video).
  • Facebook und Whatsapp wird in der „Peer-Kommunikation“ benutzt, d.h. es werden Nachrichten ausgetauscht mit einzelnen anderen Personen.
  • Whatsapp– oder Facebook-Gruppen werden so gut wie gar nicht benutzt.
  • Manche können die Smartphone-Tastatur nicht bedienen (wg. Sprache/Analphabetentum), so dass dann Sprachnachrichten versendet werden oder Telefonate über eine App geführt werden.

Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass das bei Flüchtlingen hier in Deutschland genauso ist (insbesondere, wenn die Flüchtlinge schon länger hier sind). Jedoch könnten ehrenamtliche Helfer überlegen, ob sie „ihren“ Flüchtlingen anbieten, mit ihnen über Whatsapp oder Facebook zu kommunizieren (mit vielen Vielleichts).

Bisher habe ich nur gelegentlich in einzelnen Tweets durchblicken lassen oder in persönlichen Gesprächen erzählt, dass ich hier in Selzen in Rheinhessen ein bisschen bei der Betreuung von Flüchtlingen unterstütze. Ich möchte die Studie und die Einblicke jedoch zum Anlass nehmen, ein paar persönliche Erfahrungen/Einschätzungen (die nicht allgemein und vermutlich nicht übertragbar sind) zu teilen:

  • Neutral fragen. Nicht jeder gibt gerne seine Telefonnummer einem Anderen oder Fremden. Das gilt sowohl für Flüchtlinge als auch für Helfer.
  • Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es ein „Familien-Handy“ gibt und dass dies der Mann in der Familie hat.
  • Flüchtlinge bauen sich ein Netzwerk von Kontakten und Bekannten in Deutschland auf, mit denen sie telefonieren können, wenn sie eine Frage oder Hilfe haben (weil beispielsweise der Arzt, den sie vor ein paar Wochen in Deutschland kennenlernten, arabisch spricht).
  • Wenn die Kommunikation zwischen Helfer und Flüchtling zu einem wichtigen Thema stecken bleibt (weil Mimik/Gestik/Übersetzungsapp nicht reicht), rufen Flüchtlinge manchmal einen dieser Kontakten an, der als Übersetzer aushilft.
  • Es gibt Helfer, die kein Smartphone haben oder keine Apps auf ihrem Smartphone benutzen.
  • Viele Helfer, die ein Smartphone haben, benutzen kein Whatsapp und kein Facebook.
  • Manche Helfer haben einen Computer und nutzen E-Mail – aber in sehr unterschiedlicher Frequenz (u.U. alle paar Tage).
  • Collaboration Apps/Anwendungen zum Bearbeiten von Inhalten (Wiki, Google/Microsoft Docs) oder für Aufgabenplanung habe ich bisher noch gar nicht angetroffen.
  • Das Nutzungsverhalten aktueller ICT bei Helfern hängt vom Alter ab und davon, ob es sich um eine ländliche Gegend handelt (absolute Vermutung!).
  • Primäre Kommunikationsmittel bei Helfern sind Telefon und E-Mail (ggf. mit sehr großer Anzahl Empfänger in to: beziehungsweise cc:).

Wie geschrieben: Das sind persönliche Erfahrungen.

Als Übersetzungstool hat sich für mich der Microsoft Translator bewährt. Normalerweise sehe ich bei Flüchtlingen den Google Translator, den ich zwar schon auf dem Smartphone aber noch nicht ausprobiert habe. Ob sich eine Kommunikation per Textnachrichten in Whatsapp oder Facebook-Messenger und mit Hilfe eines Übersetzungsprogrammes bewähren würde, halte ich für zweifelhaft. Denn eine meiner Erfahrungen ist: Mimik und Gestik helfen sehr bei der Unterhaltung in Syrisch-Arabisch und Deutsch via Translator-App!

Warum schreibe ich das eigentlich? Ich würde mich freuen, mich dazu mit anderen auszutauschen zu können.

Welche Eindrücke und Erfahrungen habt Ihr zur Kommunikation mit Flüchtlingen und/oder unter ehrenamtlichen Helfern?

P.S. Weil es dazu passt, hier ein Video (via Blogrebellen)

 

Spielt ruhig #PokemonGo – ich bleibe bei #RheinhessenGo

PokemonGo (Bildquelle: Video Pokémon Go Deutschland)

Der neueste heiße Sch*** ist Pokémon Go. Das macht vermutlich richtig Spaß, wenn man sich darauf einlässt. Doch momentan halte ich es eher wie Wissenssucher Falk Hedemann („Warum ich kein Early Adopter mehr bin„):

Mir persönlich ist das alles viel zu viel geworden. Quasi jede Woche müsste man einem neuen Hype nachrennen, wenn man hipp bleiben will. Das frisst mir einerseits zu viel meiner Zeit und andererseits sehe ich in vielen aktuellen Hypes für mich persönlich auch keinen Nutzen. […] Und erzählt mir doch bitte nicht, dass ich die Kontrolle über mein Leben verloren habe, wenn ich Snapchat nicht verstehe! Das Gegenteil ist der Fall: Wer jedem Hype hinterherläuft hat die Kontrolle über sein Leben verloren!

Nintendo wirbt mit dem SpruchNichts wie raus und Go!

Das mache ich schon seit langem. Vor einiger Zeit habe ich einen Trend für mich entdeckt, den ich derzeit so richtig auslebe: Entspannen, am besten mit #RheinhessenGo: Einfach rein ins Rheinhessen, sich auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaft einlassen. Sich überraschen lassen und auch gerne einmal von Rehkitzen überfallen lassen.

Nichts wie Rheinhessen und Go! #RheinhessenGo

Da trifft man auf Bauern, Wanderer, Winzer, Jogger, Flüchtlinge … Menschen eben. Da gibt es wahnsinnige Landschaften, eine wundervolle Pflanzenwelt und jede Menge Monster. Und manchmal, wenn man Glück hat, dann fühlt man sich fast im Reservat, bereits wenn man von der Terrasse raus guckt.

Eule - putzend und starrend

Eule - putzend und starrend

Flieger, grüß mir die Sonne!

Großer Sand

Katharinenkirche und Oppenheim

Turmfalken Selzen 22.06.16

Der Rehkitz-Überfall

Mauerschwalben in Stadecken

Pferdekoppeln bei Stadecken

Reh in den Weinbergen

Hummel in Rheinhessen

Pilgerweinberg - Weingarten

Turmfalkennest in Selzen 07.06.16

Futter im Turmfalkennest 25.05.16

Selztalwanderung

Pferde bei Köngernheim

133 Unser großes schwarzes Hausmonster

Vielleicht, vielleicht reizt es mich doch irgendwann. Aber bis dahin:

An alle PokemonGoer, Prismaer, Snapchatter und XYZer: Ich bin raus.

Titelbildquelle:

Distanz: 48,3 Kilometer. Dauer: 5 Stunden 12 Minuten …

Spass beim Joggen

Ich bin definitiv kein Läufer sondern ein Jogger. Auch als Jogger schätze ich mich eher langsam ein. Wenn ich dann die Ansage der Runtastic-App höre, bin ich schon mal etwas frustiert. Dann komme ich wieder zurück, ziehe meine Laufschuhe aus und schlürfe meinen Kaffee.

Doch so manchmal stelle ich mir beim Joggen vor …

  • Sicherstellen, dass die Medienwiedergabe auf „Volle Lautstärke“ steht
  • Augen auf beim Joggen
  • Auf entgegenkommende Wanderer, Jogger, Winzer, Bauern achten
  • Kurz, bevor sie auf gleicher Höhe mit mir sind, eine MP3-Datei abspielen
  • Bewundernde Blicke einfangen

Bevor die gemerkt haben, dass ich total ausgepowert und erst eine halbe Stunde unterwegs bin und das nur eine Aufnahme ist, habe ich mich an denen hechelnd vorbeigeschleppt.

(Direktlink zum Audioboo)

P.S. In der letzten Zeit habe ich hier nicht viel geschrieben. Das lag wohl unter anderem daran, dass ich sehr viel entspannt habe.

Fotoalbum Joggen in Rheinhessen auf Flickr

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