Manchmal bekommst Du das, was Du nicht möchtest

Brille auf Bank

Heute morgen sammele ich meine Laufklamotten, mich und meine Gadgets. Dann schnappe ich mir die Brille zum Laufen. Meine „normale“ Gleitsichtbrille mit automatischem Dunkelwerden nehme ich dazu nicht. Beim Laufen brauche ich einfach nur Fernsicht und außerdem die Brille mit einem festeren Halt.

Zwischendurch nervt mich mein Smartphone, das irgendwie unsäglich langsam ist. „Boot tut gut“ denke ich mir und starte das Gerät neu. Fertig. Runtastic auf dem Smartphone starten. Runtastic will Zugriff auf GPS? Okay, da hast Du es. Fertig. Raus aus der Wohnung, Laufschuhe an, Runtastic sagen, dass ich jetzt loslaufe. Und … los.

Die Sonne scheint, ich fühle mich großartig. Nach ein paar hundert Metern realisiere ich, dass es irgendwie so dunkel ist – trotz des strahlenden Sonnenscheins. Und dann merke ich, dass ich die falsche Brille aufhaben. Umdrehen? Nein. Also setze ich die Brille ab und nehme sie aufgrund fehlender Tasche einfach in die Hand. Blöd, das stört schon. Aber jetzt habe ich sie halt nunmal dabei und muss damit klarkommen.

Irgendetwas summt vor mir und kommt innerhalb ein paar Sekundenbruchteilen auf mein Gesicht zu. Mein Mund ist geschlossen, ich atme durch die Nase ein … und habe das Flugvieh in der Nase. Meine Nase bitzelt. Ich drücke. Hoffentlich ist die Fliege tot. Ein paar Meter weiter merke ich, dass die Nase juckt. Ich drücke. Ich schnäuze durch das bewusste Nasenloch aus. Ich laufe weiter. Ich traue mich nicht, stark durch die Nase einzuatmen. Aber das Vieh ist wohl tot, ich habe es in der Nase und muss damit klarkommen.

Brille auf Bank
Brille auf Bank

Beim Laufen schieße ich ein paar Fotos von den Weinbergen. Irgendwann lockt eine Bank im Sonnenschein mit einem schönen Ausblick auf die Weinberge und auf Selzen. Ich setze mich, lege die blöde Brille neben mich und nutze die Gelegenheit, um mein 365er Foto per Mail hochzuladen. Nur schnell ein Betreff, zwei Tags und die Blog-Mailadresse … Wo, VERD***T noch mal ist die automatische Vervollständigung der Mailempfänger? Nicht da. Ich erinnere mich an den Neustart und die merkwürdige Frage von Runtastic nach der Standortberechtigung. Egal, dann eben jetzt kein 365er verschicken. Damit muss ich klarkommen.

Manchmal bekommst Du das, was Du nicht möchtest.

Und nicht immer kannst Du das bekommen, was Du möchtest.

So wie bei dem heutigen Lauf geht es mir immer mal wieder im Leben. Aber das ist nunmal das Leben. Damit komme ich schon klar 😎

You Can’t Always Get What You Want

So, und jetzt setze ich aus Protest einfach mal dieses blöde Smartphone zurück. Das bekommst Du jetzt von mir, Du blödes Ding, ob Du willst oder nicht.

Gesucht: Tipps für neuen Monitor

Monitortipps

Ich überlege, mir einen neuen, aktuelleren und etwas größeren Monitor anzuschaffen, an dem dauerhaft mein HP Desktop und zeitweise mein HP Spectre x360 oder gelegentlich mein iPad hängt. Mein jetziger Monitor ist etwa 6 alt, der neue sollte vermutlich auch etwa solange halten.

Vielleicht könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, bevor ich mich auf die weitere Suche begebe. Dazu ein paar Hintergründe/Fragen:

  • Einsatz: Officeanwendungen, Browser, Videos schauen, aber keine Videobearbeitung, kein Gaming.
  • Auflösung: Derzeit brauche ich nur Full HD (mehr können meine momentanen Geräte nicht), aber ist es vielleicht sinnvoll, jetzt schon einen 4K-Monitor zu holen?
  • Größe: 24 Zoll halte ich für sinnvoll, mein jetziger hat 21 Zoll. Mehr würde einfach zu wuchtig wirken im kleinen Büro bei mir.
  • Anschlüsse: Mind. 3 HDMI. Sollte ich auf weitere Anschlüsse wie Displayport wg. Zukunftsfähigkeit achten?
  • Format: Typischerweise das normale Widescreen (wohl 16:9). Inzwischen gibt es Monitore im 21:9-Format. Für das „Fensterln“ wäre das vielleicht sinnvoll, aber wie verträgt sich das mit der üblichen Grafikauflösung Full-HD (gibt es da spezielle Treiber?), sollte ich derzeit die Finger davon lassen?
  • Verstellbarkeit: Der Monitor sollte sich in Höhe und Neigung verstellen lassen.
  • Split Screen und PIP: Ich sehe da für einen Office-Monitor eigentlich keinen besonderen Wert für mich. Oder sehe ich das nur nicht?
  • Lichtstärke: Der Monitor steht vor dem Fenster, ich habe Gegenlicht. Worauf sollte ich da achten?
  • Preisobergrenze 350 Euro

Gibt es, worauf ich besonders achten sollte? Habt Ihr sonst noch Hinweise?

Habt oder kennt Ihr einen Monitor, den Ihr mir empfehlen könnt?

Über die Fragmentierung der Kommunikation

Danke. Das wollte ich auch schon immer mal drüber reden.

Warum ich das alles schreibe? Meine Frau sagt gerne, wen sie mir ein Problem auftischt und ich sofort nach einer Lösung suche: “Ich will nur drüber reden, ich will keine Lösung”.

Genau. Ich wollte nur mal drüber reden.

(Alexander Kluge, warum er über die Fragmentierung der Kommunikation schreibt: Kanal voll)

Als Freiberufler kommt gefühlsmäßig alle zwei Monate eine neue Plattform dazu, insbesondere im Messaging-/Chat-Bereich. Im persönlichen Bereich (Freunde/Hobby/AGs) bleibt es gefühlt besonders chaotisch, da werden Kettenmailthreads immer noch gerne genommen, um Informationen zu streuen oder Aktivitäten zu koordinieren. Oder besonders Fortgeschrittene haben irgendwann für den Kreis Mailinglisten eingeführt. Gelegentlich wird über andere Möglichkeiten diskutiert und doch kaum etwas geändert, weil keiner den anderen etwas Neues vorschreiben will oder kann, weil ja welche dagegen sind (oder nur dann, wenn alle wollen). Und dann bilden sich einzelne Arbeitsgruppen auf Whatsapp, Facebook, Telegram. Wobei das gleiche auch immer noch gerne im Unternehmensumfeld genommen wird.

Für mich als Freiberufler und Privatperson ist das Thema eines allumfassenden Archivs (Danke für den Hinweis, Bernd Gewehr) sehr, sehr verlockend, weil die Kommunikation auch pro Thema/Arbeitskreis/Kunde plattformübergreifend hin und her springt. Heute Whatsapp, morgen Facebook, übermorgen dann doch wieder E-Mail. Oder jemand hat eine ganz wichtige Idee und spricht jemandem eine Sprachnachricht. Früher auf den Anrufbeantworter (der doch nie antwortete), später dann auf die Sprachbox. Heute wird auch gerne mal WhatsApp genommen, um eine Sprachnachricht loszuwerden. Ja, mich erreicht Ihr damit. Und ich Euch. Aber später?

Für „offizielle Inhalte“ bleibt als Rettung immer E-Mail, irgendwann. Aber meistens ist es eben nicht das Problem offizieller Inhalte sondern das kleiner Absprachen zur Organisation oder irgendwelcher Ideen und Hinweise. Nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten ploppt das Thema wieder hoch. Da stellt sich eine Idee, ein Hinweis, eine Absprache als kriegsentscheidend heraus. und jeder fragt sich: Wo hat das wer wann noch mal erwähnt, da hat doch mal…? Und keiner weiß, ob das Medium Mailingliste, Whatsappgruppe-/Nachricht, Facebook-Message/-Gruppe, Slackkanal/-nachricht oder was auch immer war.

Google ist ein einziges riesengroßes #Fail, weil es nur Webseiten durchsucht.

Google für alles

Die Suche hängt immer noch von einem riesengroßen löchrigen dezentralen Index ab: Den Köpfen der Leute. Der Kopf, der es dann wüsste, ist nach Murphy’s Law mindestens in Urlaub.

Ich habe das hier verbloggt, damit Ihr das hier von Facebook wiederfindet (also mit Google), wenn ich in Urlaub bin.

Trekonomics: The Economics of Star Trek (Inkshares)

Trekonomics

Selten war meine Vorfreude auf ein Buch so groß wie die auf Trekonomics, das ich auf Inkshares finanzierte.

Dem einen oder anderen dürfte nicht entgangen sein, dass ich Science Fiction Fan im allgemeinen und Star Trek Fan im besonderen bin. Irgendwie (die Wege eines Vulkaniers sind unergründlich) stieß ich im Juli letzten Jahres auf entweder zuerst Inkshares oder zuerst auf Trekonomics.

Inkshares

Inkshares ist eine Crowdfunding-Plattform und gleichzeitig ein Verlag. Also wie Kickstarter für Bücher, bloß mit etlichen Leistungen für Autoren (siehe FAQ).

We’re a book publisher that has readers, not agents or editors, decide what we publish. We publish any work that successfully hits a pre-order threshold on our platform. By “publish” we mean that we edit, design, print, distribute, and market books. You can find our funded books here.

Trekonomics

Man nehme „Star Trek“ sowie „Economics„, mache sich Gedanken darüber und ein Buch daraus:

Trekonomics from Inkshares on Vimeo.

Jedenfalls stieß ich auf das Buchprojekt Trekonomics von Manu Saadia aka @trekonomics. Als Trekkie und Fan von Isaac Asimov faszinieren mich die Überlegungen, wie eine Volkswirtschaft, nein, die Wirtschaft eines Planetenverbundes, der United Federation of Planets, ohne Geld funktionieren könnte oder auch müsste angesichts des Überflusses („Abundance“) von Energie und dadurch via Replikatoren der Dinge.

…it no longer seemed so important whether the world was Adam Smith or Karl Marx. Neither made very much sense under the new circumstances.

  • Isaac Asimov, I, Robot

Ich entschloss mich, das Buch zu finanzieren. Als Crowdfunder bin ich ja sozusagen ein Investor und als solcher ein Stakeholder. Eine der Aspekte des Stakeholder-Konstrukts ist es übrigens, dass eine Person oder Organisation mehrere Stakeholder-Rollen innehaben kann. So bin ich weiterhin Stakeholder des Projekts in meinen Rollen als Kunde, Leser und Fan.

Einen guten Einblick in die Motivation Manus liefert der Artikel auf Tech Insider „If you grew up like me, then you’d be a Trekkie too“ (ausführlicher in der Einführung auf Inkshares).

Auch wenn ich in meiner Familie niemanden hatte, der unter dem Dritten Reich, der Gestapo oder gar Buchenwald zu leiden hatte, so sah ich doch Ähnlichkeiten in meiner Entwicklung. Auch ich war vom Kalten Krieg geprägt, er brachte mich dazu, der Bundeswehr beizutreten und eine Offizierlaufbahn einzuschlagen. Gleichzeitig war ich immer der Ansicht, dass es nicht „das Böse“ gibt (das kann ich mir nicht verkneifen: Das wäre möglicherweise eher etwas für Star Wars Fans). Auch die Vulkanier Klingonen (was hat mich da nur geritten) waren einmal, in der Originalserie (Star Trek: The Original Series (TOS), „das Böse“, „die Roten“. Doch schon in TOS deutete sich eine differenzierte Sichtweise an. Medaillen haben immer mehr als zwei Seiten.

Gerade in unserer Zeit, in der in der Wirtschaft eine Entwicklung weg von der reinen Hierarchielehre hin zu System- und Netzmodellen stattfindet, werden immer öfter Besitztümer und Statussymbole hinterfragt. Was wird wichtiger, wenn die Unternehmen immer mehr mit Kollaboration anstelle Wettbewerb agieren? Mit Communities, Rollen und Circles? Was macht das aus unserer Gesellschaft?

Was geschieht beispielsweise, wenn wir eine saubere und grenzenlose Kernfusion haben? Wenn wir tatsächlich den Mars kolonisiert haben und auf Rohstoffe anderer Planeten des Sonnensystems oder gar des Kuipergürtels zugreifen können? Was ist uns dann wichtig?

A lot has changed in three hundred years. People are no longer obsessed with the accumulation of ‚things‘. We have eliminated hunger, want, the need for possessions.

(Memory Apha Wikia: Money)

Nicht, dass ich glaubte, das mit meinen jetzigen 55 Jahren noch einmal erleben zu dürfen. Aber was wäre die Zukunft ohne das Denken darüber?

Trekonomics kommt am 31. Mai in den Buchhandel. Ihr könnt es auf Inkshares kaufen, oder auf Amazon.com oder Amazon.de (derzeit beide nur als Hardcover) vorbestellen.

Als Investor genieße ich gewisse Privilegien und habe mein E-Book-Exemplar bereits heruntergeladen. Doch ich werde es nicht antasten, denn mein „book has been shipped!

Your item arrived at our USPS facility in LOS ANGELES, CA 90009 on May 8, 2016 at 1:08 am. The item is currently in transit to the destination.

Weitere Inkshares

Interessanterweise bekam ich von Inkshares für bestimmte Aktionen (erstes Funding, erster Kommenter etc.) weitere „Credits“. So habe ich mir dann nach und nach weitere Bücher gekauft oder sie finanziert („funded“).

Murder at the Veterans’ Club (currently funding)

A 258-page mystery book:

When the newest member of Eric Peterkin’s London club is found stabbed to death, Eric throws himself into a quest for the truth: missing nurses, mistaken identity, morphine addiction, shell shock … the Great War is over, but the memories remain….

The Life Engineered (funded)

A 150-page science-fiction book by JF Dubeau:

Can our robot descendants avoid repeating the mistakes of humanity?

Ein wunderbarer Science Fiction, den ich sehr genossen habe. Demnächst wird JF Dubeau ein Folgebuch platzieren.

Unscalable (funded)

A 100-page startups book by Charlie Guo:

Unscalable uncovers Silicon Valley’s lesser-known backstories of failure and achievement. Interviews (GitHub, Zenefits, DoorDash and more) showcase eclectic strategies and experiments, revealing the long and unpredictable road to startup success.

Abomination (gekauft)

A 400-page historical-fantasy book by Gary Whitta:

Inspired by my love of medieval history, mythological fantasy, and good old-fashioned monster stories.

Gary Whitta ist Screenwriter (z.B. Book of Eli, After Earth, Rogue One: A Star Wars Story) und bezeichnet sich als „now, maybe, a novelist„.

Ageless (gekauft)

A 280-page science-fiction book by Paul Inman:

A woman faces the ultimate question: Is eternal life a gift or a curse?

Süße kleine Links braucht die Welt!

World Wide Web

Das World Wide Web, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2016. Das sind die Abenteuer unzähliger Websiten, deren Autoren und Publizisten seit Jahrzehnten unterwegs sind, um fremde Menschen, fremde Inhalte, fremde Zivilisationen zu erforschen. Verknüpft durch süße kleine Links …

Nein, so ist es leider nicht mehr. Ganz World Wide Web ist von Plattformen wie Facebook und Apps wie Instagram besetzt. Ganz World Wide Web? Nein! Ein von unbeugsamen Autoren bevölkertes Dorf, die „Blogosphäre“, hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Autoren wie Hossein Derakhshan oder Thomas Pleil machen den kapitalistischen Legionären das Leben nicht leicht.

Das Netz als Ort der Debatte – das war einmal der schöne Traum, vielleicht in Ansätzen gelebt von Bloggern vor gut zehn Jahren. Die Klage, dass diese Utopie wohl weitgehend zerstört ist, ist bei weitem nicht neu, aber zumindest formuliert wurde dieses Problem auch auf dieser re:publica.

(Die süßen kleinen Links brauchen unsere Hilfe)

World Wide Web
World Wide Web

Und was mache ich?

Meine Gedanken, meine Inhalte, mein Castle. Meine Beiträge verstecke ich nicht exklusiv in Plattformen und Apps. Meine Publikationsstrategie:

  • Blog First. Wenn ich etwas Längeres schreibe (also mehr als etwa 200 oder 300 Wörter), dann schreibe und publiziere ich das zuerst in einem Blog. Fachliche Themen zu Kommunikation, Kollaboration, Productivity, Tools etc. kommen in das INJELEA-Blog. Persönliche Kolumnen, Essays, starke Meinungsartikel kommen in Den Schreibenden, kurze Mosereien kommen schon mal in Den Taumler. Wenn ich den Inhalt und den Stil für andere Plattformen wie Medium, Linkedin oder Facebook Notes für geeignet halte, dann veröffentliche ich die Artikel dort ebenfalls (auf Facebook eventuell zukünftig als Instant Articles), gegebenenfalls angepasst an Plattform und „Zielgruppen“. Aber: My Blog is my Castle.
  • Kuratieren und empfehlen. Alles, was ich in diesem Netz finde und für lesenswert halte, landet zunächst in meiner Pocket. Dort entscheide ich, was ich damit anfange: Doch nicht lesen, lesen, empfehlen via Pocket, auf Twitter oder Facebook oder Linkedin via Buffer teilen, nach Pinboard und Diigo. Außerdem landen themenbezogen Empfehlungen in drei Magazinen auf Flipboard: Communications and Collaboration, Office & Productivity und Hawaii Magazine.
  • Blogroll. Ab und zu treffe ich noch einmal auf eine. Ich habe auch welche: Eine Blogroll ist bei INJELEA, eine Rheinhessen-Blogroll und eine Hawai’i-Blogroll sind beim Entspannenden. Disclosure: Ich habe die Überarbeitung selbiger gerade in meine never-ending Todo-List (wieder einmal) aufgenommen (Nachtrag: Nur noch die Hawai’i-Blogroll ist noch fällig).
  • Lesenswertes. Was ich für besonders lesenswert halte, landet in meinen Lesezeichen, die ich etwa alle drei bis vier Wochen veröffentliche. Meistens (okay, eigentlich immer) ist es ein Rundumschlag aller möglichen und unmöglichen fachlichen und persönlichen Themen. Collaboration, Social Business und Productivity müssen meine Leser genauso ertragen (wenn sie denn wollen) wie Hawai’i und Star Trek. Die Lesezeichen erzeugt ein WordPress-Plugin automatisch jeden Sonntag aus meinem PinboardRSS-Feed, der aus Pocket heraus gefüttert via IFTTT wird. Alle drei bis vier Wochen packe ich alle Lesezeichen in einen einzelnen Beitrag und schubse ihn in das World Wide Web. Notiz am Rande: Ich habe irgendwann vor ein paar Jahren einmal für etwa 5 Dollar einen lebenslangen Pinboard-Account gekauft.
  • Fotos, Fotos, Fotos. Ich schieße gerne Fotos, entweder mit meiner Panasonic Lumix DMC-FZ200 oder meinem Smartphone. Sehr, sehr viele davon landen in meinem Flickr-Stream, dort habe ich seit Juli 2005 einen Account. Eigentlich würde ich ja gerne mehr wirklich social mit Flickr sein, aber …. Seit 1. Januar 2011 läuft mein Fotoprojekt „Meine 365“, zunächst auf Tumblr beim Taumler, seit 1. Januar 2015 in einem eigenen WordPress-Blog. Auf magische Art und Weise landen die 365er-Fotos auf Flickr, Facebook und Twitter. Fotos mit meiner Lumix landen oft außer auf Flickr noch bei Dem Entspannenden.
  • Instagram? Meinen Instagram-Account habe ich vor einigen Wochen reaktiviert – aber irgendwie werde ich nicht warm mit Instagram. Möglicherweise auch deswegen, weil mir das dann zu viel wird, wenn ich ihn ernsthaft nutzen wollte.
  • Creative Commons. Wann immer es mir möglich ist, stelle ich meine Inhalte (Texte, Fotos, Grafiken etc.) als Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung. Ich bin da nicht zimperlich. Wenn mich jemand anfragt, dann bekommt er/sie in der Regel Creative-Commons-Inhalte kostenlos für eine kommerzielle Verwendung, auch wenn das die Lizenz für den entsprechenden Inhalt ursprünglich nicht vorsieht (es sei denn, es geht um richtig viel Kohle, die derjenige/diejenige damit macht).

Das Netz gehört uns. Lasst es Euch nicht wegnehmen und einsperren!

Bekenntnisse eines Kaffee-Süchtigen

Kaffeetasse mit Kaffee drin

Heute ist wieder Freitag, der Tag, zu dem ich mir feierlich geschworen habe, als „Der Schreibende“ einen Artikel zu schreiben, wann immer und wenn immer ich Zeit, Lust und Laune habe.

Heute Morgen war mir keiner dieser drei Zustände gegeben. Heute Nachmittag genoss ich lieber Tom Gaebel, Frank Sinatra und das WDR-Funkhausorchester. Und die beste aller Ehefrauen machte mir einen schnöden wunderbaren Milchkaffee. Der Freitag Nachmittag ist prädestiniert für unser gemeinschaftliches Kaffeetrinken.

Und während ich der Facebook-Falle erlag („nur mal schnell in Facebook schauen“) stieß ich auf einen Lesetipp von Thomas Wiegold (Unbedingt (noch mal) lesen: ‚Drei Krieger‘ im Karfreitagsgefecht), der mich in den Artikel „Drei Krieger“ verführte. Und wie das manchmal so geht, während ich den schnöden wunderbaren Milchkaffee genoss, stieß ich durch ungezieltes Stöbern in demselben Blog auf das Kaffeekomplott. Daraus ließe sich doch einmal etwas Geschriebenes ableiten, dachte ich mir, und so rief ich den WriteMonkey („member of zenware family„) auf. Der mich mit einem seiner gefürchteten Sprüche begrüßte:

Make it as simple as possible, but no simpler.

Genau so muss Kaffee für mich sein. Ich halte es mit der Einfachheit. Kaffee muss einfach zu beschaffen und zu machen sein, und doch gleichfalls auch gut zu zelebrieren sein. Wenn ich für einen guten Kaffee stundenlang Vorbereitungen treffen muss, wenn ich stundenlang jahrelang eingeübte Kunstgriffe vollziehen muss und dabei sie mit ein paar Beschwörungen begleiten muss – dann vergeht mir der Spaß daran. Das Blöde ist jedoch, dass mir der Kaffee trotzdem gut bis sehr gut schmecken soll.

Nicht, dass ich es nicht schon versucht hätte. Aber ich bin nicht Kaffee-Profi genug (nämlich gar keiner), um wirklich mit einem vertretbaren Aufwand nachvollziehbar mehr als guten Kaffee zu produzieren. Ich trinke einfach gerne guten Kaffee. Oft kann ich jedoch noch nicht einmal sagen, warum der Kaffee gut schmeckt. Ich weiß nur, ob er mir schmeckt. Ich schätze, ich komme der Haltung des Kaffeekomplottautoren Christian Seiler recht nahe.

Mir ist das zu kompliziert. Ich habe mich mit Enttäuschungen abgefunden. Meine Haltung zum Kaffee ähnelt jener zum Wetter: Es ist zwar schön, wenn die Sonne scheint. Aber wenn es regnet, kann ich auch nichts daran ändern.

Piliani Kope Coffee Farm
Piliani Kope Coffee Farm
Kaffeebohnen auf der Piliani Kope Coffee Farm
Kaffeebohnen auf der Piliani Kope Coffee Farm

Ich versuche solche Gegenden zu vermeiden, die bekannt sind für ihr schlechtes Wetter. Aber auch auf Hawai’i regnet es ab und an. Woran ich auch nichts ändern kann. Seltsamerweise schmeckt mir Kaffee auf Hawai’i jedoch immer gut bis sehr gut. Besonders natürlich, wenn wir auf einer der Kaffeeplantagen wie der Piliani Kope Coffee Farm sind. Womit ich Euch wieder mein Lieblingsthema Hawai’i untergeschoben habe…

Aeropress
Aeropress
Kaffeefilterautomat
Kaffeefilterautomat

Hier in Deutschland, hier bei INJELEA stehen ein Jura-Kaffeevollautomat, ein Kaffeefilterautomat und ein Aeropress. Mit allen dreien geht das Kaffeemachen und -zelebrieren einfach und schnell. Ich schrecke auch nicht davor zurück, Zeugs wie Kardamon in den Kaffee zu tun. Für das Mahlen des Kaffees bin ich jedoch bereits zu ungeduldig (obwohl eine Kaffeehandmühle auf meiner Wunschliste steht). Manchmal schmeckt mir auch der Kaffee zuhause nicht. Das kann am Luftdruck, meiner Laune oder an irgendwelchen anderen nicht von mir zu verantwortenden Umständen liegen.

Glücklicherweise finde ich immer wieder jemanden, der mir einen sehr guten Kaffee macht. Der vor Beschwörungen nicht zurückschreckt, einfach Kaffeeprofi oder amibitionierter Kaffeeamateur ist oder vielleicht auch nur einen braunen Daumen hat.

Latte Machiato von Martin Seibert persönlich
Latte Machiato von Martin Seibert persönlich

Und dann denke ich mir:

Ich bin zwar kein Barista. Aber ich erkenne einen guten Kaffee, wenn ich ihn trinke.

Über Geburtstagsgeschenke und meine Wunschliste

Whisky und Marille et al.

Letzte Woche hatte ich Geburtstag. Ich pflege keine Riesen-Feiern zu veranstalten. Fürs Wochenende hatte ich ein paar engere Freunde zum Feiern eingeladen. Es gab verschiedene Salate, und ich warf den Grill an.

Engine room: All engines full throttle, warp speed! Yes, Sir! (Broil King)
Engine room: All engines full throttle, warp speed! Yes, Sir! (Broil King)

Im Vorfeld, als ich die Freunde anrief und einludt, hörte ich dann oft Fragen wie „Was wünschst Du Dir zum Geburtstag?“ oder „Hast Du eine Wunschliste?“ Was mich früher nervte, als ich andere fragte, das antwortete ich dieses Mal so wie in den letzten Jahren bereits:

Ähm, nö. Ich habe eigentlich keinen Wunsch.

Auf Nachfragen bekannte ich dann, eine Amazon-Wunschliste zu haben. Genau genommen habe ich mehrere. Aber bis auf eine sind sie privat und dienen nur als Speicher für mich. Meine öffentliche Wunschliste ist dann für so seltene Fälle, wenn mir jemand etwas schenken will und (genau!) nach einer Wunschliste fragt. Darauf sind hauptsächlich Gadgets, die nicht dringend sind, die nützlich wären.

Ich kann mich noch an die Geburtstagsfeiern meine Eltern in den Siebzigern und den Achtzigern erinnern. Da gab es dann haufenweise Schüsseln, Teller, Platten, Vasen. Alles, was dann in den Schränken oder auf irgendwelchen Plätzen herumstand und doch nur Platz wegnahm. Thermoskannen waren auch mal schwer in. Meine Eltern waren beide – so wie fast alle Freunde und Bekannte – Arbeiter, die sich in Fünfzigern und Sechzigern hochgearbeitet haben in ihrer Arbeit. Ein Haus, ein Auto, die Wohnungseinrichtung, endlich mal ein Urlaub. Da waren es Anfangs genau die richtigen Geschenke, die man sich für den Haushalt nämlich nicht selbst kaufen musste.

Doch irgendwann hatten meine Eltern alles schon mal bekommen. Und bekamen sowas nochmal. Und nochmal. Das war dann schon mehr als lästig. Aber es war so etwas wie eine Geschenke-Kultur, gegen die kaum jemand zu verstoßen wagte. Irgendwann in den Achtzigern nahm „der Geschenke-Hype“ doch ab. Meine Mutter gab die Parole aus:

Nichts, was anstaubt.

Also nur Vergängliches, das man einfach mal genießen konnte. Gutscheine für den Blumenladen wurden immer gerne genommen, nachdem klar wurde: Für 20 Blumensträuße am Geburtstag gab es meist nicht genügend Vasen, und die Entsorgung nach wenigen Tagen war auch lästig. Zeugs zum Essen (haltbar!) und Trinken war auch okay. Aber meine Eltern wollten auch nicht wochenlang die ungarische Salami vertilgen (vor allem, weil das mein Vater dann alleine übernehmen musste). Irgendwann dann vor einigen Jahren gab es eine neue Parole:

Keine Geschenke!

Es gab immer wieder Unbelehrbare, die das ignorierten – auch meine Mutter. Inzwischen ist meine Mutter 81 Jahre jung und hält sich strikt daran (so ziemlich).

Jetzt endlich, mit 55 Jahren, stehe ich davor, auch die Parole „Keine Geschenke!“ auszugeben. Die allerbeste aller Ehefrauen und ich halten es unter uns schon länger so (und wir beide verstoßen hartnäckig immer wieder dagegen).

Aber der Kernpunkt ist der: Ich brauche nichts! Natürlich könnte ich mit der einen oder anderen Million etwas anfangen. Aber tatsächlich bin ich glücklich. Wenn ich etwas brauche, dann bin ich in der Lage, es mir zu kaufen. Klamotten, Gadgets. Zeugs. Wirklich teures Zeugs ist auch nichts, was zum Schenken dient. Ich bin der glücklichen Lage, mir das kaufen zu können, was ich brauche oder mir einmal gönne. Millionen Menschen sind nicht in der Situation.

Whisky und Marille et al.
Whisky und Marille et al.

Von meinen Gästen bekam ich beispielsweise:

  • Dalmore Highland Single Malt Scotch Whisky. Staubt garantiert nicht an. Der Schuldige und ich erinnern uns noch gerne mit Grauen an den Morgen nach einen Whisky-Abend, an dem …
  • Trio zum Trinken aus alter Marille, alte Haus-Zwetschge, Alte Williams-Christ-Birne (staubt garantiert nicht an). Eine wunderbare Überraschung.
  • Wasserkocher mit vorwählbarer Temperatur (aus meiner Wunschliste, ist ein Wasserkocher ein Gadget?). Wird regelmäßig genutzt, staubt also nicht an. Der alte Wasserkocher funktioniert noch einwandfrei und geht an eine Flüchtlingsfamilie in Selzen.

Das sind alles Sachen, die nicht anstauben. Nette Dinge, die ich entweder genieße (vor allem mit Freunden) oder die ich wirklich benutze. Aber eigentlich wirklich brauchen im Sinne von benötigen tue ich sie nicht. Ich freue mich darüber.

Aber für nächstes Jahr nehme ich mir vor, diese Parole auch für meine Freunde auszugeben.

Keine Geschenke! Ich habe keine Wünsche.

Gemeinsam an einem Abend eine Flasche Whisky zu vernichten, dafür braucht es keinen Geburtstag. Dafür reicht ein guter Freund.

P.S. Über den Whisky habe ich mich dennoch sehr gefreut. Jetzt müssen wir beide nur noch einen Termin den nächsten Whisky-Abend finden. Ich freue mich schon darauf. Mal sehen, wie der Morgen danach wird 😎

Sehr geehrter HerrIdefix

HerrIdefix (11.04.2016)

Sehr geehrter HerrIdefix,

leider musstest auch Du, unser @HerrIdefix, uns verlassen. 14 Jahre wurdest Du alt. Eigentlich hatte ich mich auf ein paar Jahre mehr eingestellt, denn Du und Dein Kumpel @Pupsylotta, hattet uns ja erst vor ein paar Jahren adoptiert.

Seit einigen Wochen schon ging es Dir immer schlechter, ohne dass wir die Ursache zusammen mit den Tierärztinnen herausfinden konnten. Letztes Jahr bereits hatten böse Tierärzte Dir in einer Operation Harnsteine entfernt. Zu Tierärzten hattest Du ja ein ausgesprochen schlechtes Verhältnis. Du, als ein Herr, musstest Dich von fremden Nicht-Futterleuten angrabschen lassen. Das gefiel Dir gar nicht. Da konnten wir Dir noch so oft versichern, dass sie nur das Beste für Dich wollten. Dann immerhin hast Du Dich, zwar mit Gefauche aber ohne Beißen und Kratzen, gefügt.

HerrIdefix: Social-Business-Kater
HerrIdefix: Social-Business-Kater

Überhaupt, für so einen Herrn hast Du Dich erstaunlich genügsam gezeigt. Hatte Pupsylotta damals auf der Fahrt von Hamburg nach Schwabenheim uns die Ohren vollgejammert, so hast Du hochherrschaftlich geschwiegen. Für viele warst Du der Katzen-Herr im Hause, doch tatsächlich stecktest Du lieber zurück als dass es hektisch wurde. Pupsylotta war manchmal ziemlich rüpelhaft, so kam es mir vor. Aber dann ließest Du ihm halt das Futter, bevor es wirklich Zoff gab. Wenn Pupsylotta einen Platz wollte, dann nahm er ihn sich. Und Du machtest Platz.

Nur die oberen beiden Stockwerke auf dem Kratzbaum, der Terrassentisch, der Esstisch und vor allem der Schreibtisch, da bestandest Du auf Deinem Vorrecht. Okay, das war ja auch kein Problem – schließlich hatte Pupsylotta Höhenangst und nicht Du. Aber das waren Deine ganz persönlichen Reiche, die Du mit uns teiltest und nicht mit Pupsylotta. Nachdem Pupsylotta uns verlassen hatte, da konntest Du Dir alles wiedererobern. Aber fürs Erobern warst Du gar nicht der Typ. Du warst der stille Genießer. Die Contenance bewahren, das war Dein Ding. So war denn auch Deine Zärtlichkeit sehr sanft. Ein Herr bricht schließlich nicht in Freudensprünge aus.

Immer zurückhaltend … nun, eine Sache, da hast Du nicht mit Dir spaßen lassen. Du warst der Business-Kater. Ohne Pupsylotta hast Du Dich mir sehr intensiv zugewendet. Und was machtest Du also, wenn ich im Home Office war? Du hast Deine Rechte auf den Business-Schreibtisch und da auf die Social-Business-Decke vehement eingefordert. Das war auch so etwas wie ein Ritual. Solange ich noch in der Wohnung mit irgendetwas zugange war, dann hast du Dich irgendwo hingepflanzt, als ob Du da nicht mehr weggehen wolltest. Aber wehe, ich ging kurz ins Büro, machte den Rechner an, warf den Kaffeeautomaten an, sammelte meine Gadgets mal wieder ein und platzierte sie im Büro … aus dem vornehmen Gang wurde ein flotter Trab. Dann standest Du vor dem Schreibtisch und wartest Du auf mich. Oder Du sprangst direkt auf den Schreibtisch und setzte Dich auf die Business-Decke.

(Dem HerrIdefix sein Song auf YouTube: „Das Dschungelbuch“ – Probier’s mal mit Gemütlichkeit)

Decken waren sowieso Dein Ding. Immer mit Gemütlichkeit. Du legtest Dich einfach drauf. Das konnte auch schon mal eine Tischdecke sein. Oder ein Atztekenkalender. Manchmal kam Dein herrschaftlicher Schalk durch. Dann nahmst Du das iPad in Besitz. Oder Du überraschtest mich mit einer Maus-Besetzung. Oft sollte ich Dir Deine Öhrchen kraulen. Dann drücktest Du meine Hand immer tiefer.

In den letzten Wochen hast du die Anzeichen oft nicht abgewartet. Sobald ich die Bürotür öffnete, stürmtest Du hinein. Sogar heute Morgen noch, vor der Fahrt zum Tierarzt, trabtest Du ins Büro und warfst Dich auf die Decke.

Seit einigen Wochen wurdest Du aber auch immer leichter, zuletzt hattest Du nur etwas über vier Kilogramm. Dein Appetit war zwar noch da, aber das Futter machte Dich nicht mehr an. Depotspritzen mit Vitaminen, Schmerzmittel und was auch immer halfen nicht. Die Blutwerte waren okay, ein Grund ließ sich nicht finden. Die abrasierten Haare nach Deiner OP im letzten Jahr wuchsen auch nicht nach, das irritierte uns schon. Aber ich nahm’s sportlich und neckte Dich sogar. „Herr Nackischbauch“ frotzelte ich. Und Du schautest hochherrschaftlich darüber hinweg und lecktest mir zum Dank die Stirn.

Letzte Woche dann tastete Dich die Tierärztin dann doch noch mal ab und ertastete etwas. Nach dem Röntgen schien es klar: Ein Tumor. Für heute dann war die Operation angesetzt. Wir wussten nicht, ob der Tumor operabel sein würde. Vorhin dann rief die Tierärztin uns zu Dir und zeigte uns das böse Teil: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Keine Hoffnung für Dich. Die letzten Tage schon hattest Du immer weniger gefressen. Sogar die leckeren Dreamies, Fisch und Geflügel eigens für Dich besorgt, ignoriertest Du. Zuletzt konnten wir Dich nur noch zu handgefüttertem Rinderhackfleisch überreden. Ach, sehr geehrter lieber HerrIdefix.

Schweren Herzens sahen wir zu, wie die Tierärztin Dir die Spritze gab. Keine Hoffnung, nur noch Quälerei und Schmerzen hatten Dich erwartet.

Zurück von der Tierärztin öffnete ich die Wohnungstür und wartete auf Dein „tap, tap, tap“. Vergebens. Auch da bewahrtest Du immer Deine herrschaftliche Würde. Nur manchmal ließest Du durchblicken, dass Du Dich tierisch freutest. Manchmal sogar ließest Du Dich zu einem flotten Trab herab. Oft, so viel Gemütlichkeit musste sein, bliebst Du aber auch einfach auf dem Kratzbaum liegen. Dann, so Deine Erwartung, solle ich gefälligst zu Dir kommen. Dann blinzeltest Du mir entgegen, hieltest Du Hof, und dann – manchmal – schlecktest Du mir die Stirn.

Jetzt gehst Du über den Regenbogen. Sag Deinem Kumpel Pupsylotta schöne Grüße von mir.

Schlaf gut. Gute Nacht. Mach’s gut. Leb wohl.

Siehe auch: Fixi Mausebär – Seine letzte Reise #R.I.P

Flickr Fotoalbum „HerrIdefix – Social Business Kater„:

[flickr_set id=“72157667029798595“]

Zeit ist irrelativ

Social Business in der post-industriellen Wirtschaft

Am 3. und 4. Mai bin ich in Freiburg zu den Portal Visions von United Planet. In den Vorjahren war dies eine Veranstaltung für die Kunden von United Planet, dieses Jahr sollen auch Neugierige und Interessierte angesprochen werden. Ich bin dabei mit einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion.

Heute ist der Abgabetermin für die Präsentation meines Vortrags. Die Präsentation war gestern schon fertig (natürlich, wie geplant…). Allerdings hatte sie einen Fehler: Sie bestand aus 59 Folien. Das an und für sich ist kein Fehler. Fehler sind ja nur Fehler im Kontext. Mein hauptsächlicher Vortragskontext sind 20 Minuten. Drei Folien pro Minute, das ist schon ein Film. Ich habe damit kein Problem, ich kenne die Folien ja schließlich 😎

Als mich United Planet für einen Vortrag anfragte, sagte ich gerne zu. Das mit den 20 Minuten hatte ich wohl verdrängt. Ich hatte meine Vorstellungen, was ich! denn wohl zu Social Business sagen will. Die „Zielgruppe“ sind Personen, die neugierig und interessiert an dem Thema sind, und Personen, die an konkreten Projekten interessiert sind. Da es bereits Sessions (ja, ich bin begrifflich barcampversaut) mit Projektberichten zu Social Business und Collaboration gibt, will ich einführen, einen Kontext herstellen und Vorgehen ableiten.

Social Business in der post-industriellen Wirtschaft

Irgendwann begann ich mit der Recherche und legte brav einiges in Zotero ab. Dann nahm ich Inhalte aus anderen meiner Präsentationen und begann ich zu konsolidieren. Alles zu meiner Story. Ach, es gibt so viel zu erzählen über Social Business. Über das Warum, das Wie. Und dann merkte ich irgendwann, dass das mit den 59 Folien und den 20 Minuten nicht passt.

Du kannst die Zeit nicht managen!

20 Minuten Vortrag, dann 10 Minuten für Diskussion. Das an sich ist für eine klassische Veranstaltung vom Verhältnis her ja schon okay. Aber 20 Minuten bleiben 20 Minuten, egal wie Du auch versuchst, die Zeit zu dehnen oder zu straffen. Zeit ist nicht managebar. Alles, was Du tun kannst, ist zu entscheiden, was Du mit der Zeit anfängst. Zu entscheiden, was Du reinpackst und was Du rauslässt. Zu entscheiden, wie Du die Zeit verbringst. Ob Du laberst oder schreist oder illustrierst oder redest oder wie Du es mischst. Die Zeit ist nicht relativ, aber das, was darin und wie es geschieht. Einen Großteil davon kannst Du entscheiden. Manch anderes entscheiden Andere. Oder das Schicksal. Es gibt kein Zeitmanagement, aber mit Deinem Aufgabenmanagement entscheidest Du über Deine Aufgaben, Deine Inhalte, Dein Leben, Dein Selbst.

It’s not the years in your life that count. It’s the life in your years. –Abraham Lincoln

Ich bin jetzt schon bei weniger als 50 Folien. Heute besteht meine Aufgabe darin, weiter das Wichtige zu identifizieren und den Rest wegzulassen. Meine Aufgabe besteht darin, zu raten, zu unterstellen, zu vermuten, zu kalkulieren, was für meine Gäste wichtig ist. Das ist meine Entscheidung, mit der ich richtig oder falsch liegen kann. Vielleicht bleibe ich zu oberflächlich, und die Gäste erwarten mehr „Butter bei die Fische“. Oder ich gehe zu tief, und die Gäste sind „lost“. Das ist wie im richtigen Leben, das ist das richtige Leben. Aber die Zeit kann ich nicht managen. Ich kann nur managen, worüber ich entscheiden kann.

Für meinen Vortrag entscheide ich über die Inhalte, die Folien, die Zahlen, die Art und Weise, wie ich die Story erzähle. Und meine Gäste entscheiden, ob ich ihre Erwartungen erfülle. Vielleicht erfülle ich die Erwartungen nicht, aber ich überrasche meine Gäste. Ich freue mich auf den Vortrag und lasse mich überraschen.

Die Referenten können ihre Präsentationen zum Download für die Teilnehmer freigeben. Können? Als Barcamper und Blogger ist das eher … selbstverständlich. Also habe ich mich dazu entschieden, alle Folien inklusive der nicht gezeigten in die Downloadversion zu packen. Da sind dann weitere Informationen drin. Klar, die sind ohne den eigentlichen Vortrag nicht vollständig. Aber ich gebe alle meine Quellen inklusive Link in meinen Folien an. Und in den zusätzlichen Folien sind beispielsweise zusätzliche Links. Und die zusätzlichen Folien sind sowieso nicht vergebens erstellt. Die nächste Präsentation kommt bestimmt.

Am zweiten Tag gleich morgens um 9:20 Uhr lasse ich mich überraschen bei der Expertenrunde zum Top-Thema Social Collaboration.

Experton Group AG; Frank Heuer/United Planet GmbH; Katrin Beuthner/ Frank Hamm/ 13. Stock Online Relations; Nicole Pingel

Da lasse ich mich von unserer Gruppe, den Fragen und den Antworten und der Diskussion überraschen. Da gebe ich das Managen ab.

Bildnachweis: Ford Europe: Ford’s ‘Universal car’; the Model T (CC BY-NC 2.0)

Schon vom Kohlrabi Timer gehört?

Kohlrabi

Ich schreibe seit 10 Minuten wieder einmal einen Schreibroulette-Artikel. Nun ja, eigentlich fange ich jetzt erst damit an. Die letzten 10 Minuten habe ich damit verbracht, Links für diesen Artikel zu sammeln und zwei Fotos zu machen. Jetzt lädt irgendwie diese Dropbox meine Fotos nicht hoch. Dann eben als Email.

Ich war also ziemlich unproduktiv. Obwohl ich mir einen Timer (Free Countdown Timer) gestellt habe, mit dem Audio-Player AIMP leise Entspannungsmusik von Aloha Joe’s Relaxation Island im Hintergrund laufen lasse. Die Musik von Joe gibt es eben nicht nur im Browser sondern auch (direkt als Stream für Deinen Audio-Player. Außerdem habe ich den SchreibAffen (WriteMonkey) im Vollbild geöffnet. Aber ich schweife ab und bin unproduktiv. Auf jeden Fall hätte ich mich eigentlich um die Links und Fotos am Schluss des Schreibens kümmern sollen. Nun ja.

AIMP (Relaxation Island)
AIMP (Relaxation Island)

Obwohl ich eigentlich (oh je, dieses Wort…) damit ziemlich beim Thema des Schreibroulette-Artikels bin. Beim Schreibroulette öffne ich meinen Feedreader, schnappe mir den ersten Artikel und schreibe über diesen Artikel das, was mir dazu einfällt (okay, ich habe heute geschummelt, da der mir nicht zusagte, ich habe mir den Artikel vom #productivity Paper.li gezogen). Ich habe einen Artikel von Ian Chandler „gezogen“, der die Pomodoro-Technik vorstellt: Hack the Pomodoro Technique to Boost Your Productivity. Ein Punkt, den Ian beschreibt, stößt mir da ziemlich auf:

The official video on the Pomodoro Technique homepage implies that it’s best for completing large tasks.

Immerhin beschreibt Ian noch, wie er sich auch tatsächlich längere Aufgaben vornimmt und dann in solchen 25-Minuten-Häppchen daran arbeitet. Überhaupt gefällt mir der Artikel recht gut, aber: Ich kann nicht Pomodoro!

Diese 25 Minuten sind mir fast immer zu kurz. Außerdem habe ich keinen wirklich guten Pomodoro-Timer (außer einen Küchenwecker) gefunden. Was mir fehlt, ist ein Kohlrabi Timer (wusstet Ihr übrigens, wie „Kohlrabi“ auf Englisch heißt?). So ein richtig großer Timer mit vieeeeeel längeren Arbeitsphasen … den bräuchte ich jetzt.

Kohlrabi
Kohlrabi

Ich würde ja gerne noch weiter schreiben. Aber ich war einfach unkonzentriert und unproduktiv. Mein 30-Minuten-Timer ist kurz vorm Ausrasten, weil eben die 30 Minuten um sind. Und ich muss diesen Text noch in Worpress rüberschieben und die Fotos und …

Roulette-Gelesenes

Schreibroulette

Dieser Artikel entstand als Schreibroulette. Eine Gewohnheit, die ich habe schleifen lassen, obwohl sie doch Spaß macht.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Email-Bindestrich zerstört werden muss.