Wir schreiben dann mal schnell ein Buch

Einmal Maui und zurück

Einmal Maui und zurück – drei Wochen auf den Hawai’i-Inseln Maui und Lana’i, jede Menge Fotos, ein paar Blogartikel und das war’s dann. Das kann es doch nicht gewesen sein.

Wir, @diemanuela und @fwhamm hatten einen wunderbaren Urlaub, sahen viel, erlebten viel und trafen Freunde. Die Tweets, Facebook Updates und Blogartikel aber verschwinden früher oder später im digitalen Vergessen. Dazu kommt, dass wir Freunde haben, die dem Digitalen und vor allem dem Social Media weniger als wir zugeneigt sind. Und dann sind da unsere Eltern, die dieses Internet nur aus Erzählungen kennen. Außerdem sollte jeder die Möglichkeit haben, unsere Erfahrungen “in einem Rutsch” und einem Paket durchzulesen und durchzusehen, um somit sich später einmal voller Neugier nach Hawai’i zu begeben. Ein paar Freunde und Bekannte haben wir bereits angesteckt (Euch erwischen wir auch noch…).

Selbst wenn wir inzwischen ziemlich digitalisiert sind, so verdammen wir nicht das Medium “Buch”. Im Gegenteil: Ein Buch ist eine sehr schöne Sache, um sich sequentiell von einer Geschichte mitreißen zu lassen oder einem Thema zu nähern. Und zwar unabhängig davon, ob derjenige lieber digitial liest (Ebook) oder analog liest (gedrucktes Buch). Bei uns ist das Thema eben Hawai’i.

Also schreiben wir dann mal schnell ein Buch, damit wer auch immer an unseren Erlebnissen und den Inseln Maui und Lana’i teilnehmen kann. Wir wollen, dass unsere Freunde und Bekannte und noch Unbekannte sich einen Eindruck von Hawai’i und unserer Zeit dort verschaffen können. Unsere Zielsetzung ist nicht der Gewinn sondern das Buch, gedruckt und als Ebook (im Übrigen finde ich solche w-Ort-v-Ergewaltigungen b-Lödsinnig). Wir wollen bis im Herbst ein Reistetagebuch über unsere Hawai’i-Reise fertig haben, damit wir und andere sich das Buch gedruckt oder als Ebook kaufen können. Damit Ihr Euch das gedruckte Reisetagebuch unter den Weihnachtsbaum legen könnt und wir unseren Freunden. Wir werden womöglich den größten Teil des Umsatzes dieses Reisetagebuchs selbst machen, weil wir es unseren Eltern, Freunden und Bekannten schenken. Aber: Es geht hier ums Prinzip.

Ich weiß nur wenig über dieses Ding namens Self-publishing. Dass man sein Ebook über Dienste auf verschiedenen Plattformen anbieten kann. Dass man auch gedruckte Bücher selbst anbieten kann, ohne dass man zuvor hunderte davon kaufen muss. Dass das Wie irgendwo in diesem Internet und in Ebooks steht. Ein paar Artikel oder auch Seiten wie die Self-Publisher-Bibel habe ich schon gefunden. Ich habe noch jede Menge Fragen offen wie die nach dem Format oder den Tools. Ich gehe davon aus, dass es auf viel Recherche und viel Ausprobieren hinauslaufen wird.

Einmal Maui und zurück
Einmal Maui und zurück

Aber der Würfel ist umgefallen, wir schreiben ein Reisetagebuch:

Einmal Maui und zurück – drei Wochen auf den Hawai’i-Inseln Maui und Lana’i

Man müsste mal… etwas ausschreiben.

Als Schreiber versage ich oft. Einfachste Regeln vergesse ich, wenn ich im Tran meine Buchstaben aus den Händen in die Tastatur schüttele. Ein Beispiel hierfür ist, dass ich eine Abkürzung benutze ohne sie zuvor erläutert oder definiert zu haben.

Mann und Frau möge mir verzeihen, aber ich bin nun einmal manchmal ein leidenschaftlich nachlässiger Schreiber. Doch einem Profi sollte klar sein, dass er dies nicht machen sollte. Es ist dem Leser gegenüber einfach unhöflich, seinem Aküfi nachzugeben und ein Wort in den Schreib- und Leseraum zu werfen, so dass der Leser keine Gelegenheit bekommt, sich auf die Bedeutung dieses Wortes mental vorzubereiten.

Denn letztendlich kann kein Schreiber voraussehen, wer denn sein Geschriebenes lesen wird. Fachjargon und Abkürzungen sind kapu (somit hätte ich zumindest dem Leser die Möglichkeit verschafft, sich mittels Klicken auf den Link gescheiter zu machen). Abkürzungen, das habe ich vor meiner ersten Thesis vor ein paar Monaten gelernt (also in den Achtzigern), gehören zur Eindeutigkeit geklärt.

Wer also einen Aküfi hat, der hat ein Abrzungsfimmel-Problem. Oder aber besser gesagt: Seine Leser. Auch und gerade in Onlinemedien auf Websiten von und für Fachpublikum gehören Abkürzungen definiert. Denn schließlich gibt es Leute, die per Link oder Suche plötzlich auf einem Artikel landen. Es wäre nicht nur unhöflich sondern auch nachlässig, eine Abkürzung ohne Erläuterung oder Definition zu verwenden. Denn der Leser könnte sich entschließen, solchiges nicht zu bleiben sondern umgehend wieder zu verschwinden.

Bei mir war in diesem einen Artikel die Schmerzgrenze bei dem dritten Punkt umgehend erreicht, als da plötzlich vom ADC die Rede war. Ich las zunächst ADAC und war etwas verwundert. Mann und Frau mögen mir verzeihen, dass ich aufgrund des Mediums Horizont.net (nein, ich schreie Euch einfach nicht mit Großbuchstaben an und verwende deutsche Rechtschreibung – bereits der Punkt vor dem “net” tut mir leid) nicht sofort rückschloss, wovon da die Rede war. Auch wenn ich manchmal kreativ zu werden drohe, so war mir diese Abkürzung dennoch nicht geläufig. Ich las weiter… Noch vier Mal kam dieses “ADAC” ohne zweites “A”.

Also überwand ich meinen Ärger, und kurz vorm Abspringen wandte ich mich an dieses Wikipedia auf der Suche nach ADC. Ich empfand die Art und Weise dennoch und gerade deswegen als unhöflich. Ich bin dann einfach weitergegangen. Aber eigentlich…

Man müsste mal… etwas ausschreiben.

Dabei ging es doch nur um “Next/Re:Publica: Pflichtbesuch für Kreative und Verlagsmanager”.

Aber für den Chefredakteur nicht seine Zielgruppe ich wohl war. Oder so.

Arbeiten – Swim at your own Risk

Früher, da war alles einfach. Zur Arbeit pendeln, um neun Uhr anfangen, um siebzehn Uhr aufhören, nach Hause pendeln. Der Boss sagte, wo es lang ging und was bis wann zu arbeiten war. Feierabend, Wochenende und Urlaub waren privat. In der Bank hatte man Anzug zu tragen, im Büro mindestens Stoffhose und Hemd. Der Schreibtisch war das Arbeitszuhause.

Heute ist die Welt kompliziert. Zu Hause arbeiten, Home Office, unterwegs arbeiten, im Urlaub klingelt der Boss mit dem Telefon und schickt der Kunde Emails, ich muss selbst über die nächste Arbeitstätigkeit entscheiden. Schlafanzug, Bademantel, Jogging-Anzug. Wo, wann und wie ich arbeite, entscheide ich.

Zwei Extreme; die Realität liegt heutzutage für viele irgendwo dazwischen. Doch die Freiheiten, die nicht jeder möchte, nehmen zu. Viele Arbeiter wollen gar nicht anders als in dem alten Modell zu arbeiten. Andere wollen das Extrem im Bademantel mittags zwischen Schnitzel und Kaffee.

Immer mehr Arbeiter sind Wissensarbeiter, auch wenn sie es selbst vielleicht gar nicht wissen. Als Angestellter, als selbstständiger Handwerker, als Berater, als Arbeiter am Fließband. Heutzutage ändert sich die Umwelt für Unternehmen und für Arbeiter oft so schnell, dass nur eines bleibt: Schnell Wissen aneignen und generieren für das Unternehmen und das eigene persönliche (Karriere)Wohl. Der Heizungsmonteur rennt bei meiner Mutter im Keller mit dem Smartphone herum auf der Suche nach Wissen über die richtigen Teile und die richtige Montage. Das Wissen wird dann gleich noch an die Kollegen weitergegeben. Unterwegs arbeiten. Ich sitze auf der Terrasse und schreibe ein Konzept für einen Kunden. Zu Hause arbeiten. Im Zug noch schnell eine Email schreiben und den Kunden mit wichtigen Informationen versorgen – die Informationen liegen zu Hause auf dem eigenen Server, im Netz, im Speicher des Tablets oder im Kopf anderer Menschen.

Die Welt ist im Wandel und die Versuchung ist groß. Mal schnell zur Abkühlung in die Fluten stürzen und die Sonne genießen. Der Absturz kommt schnell – sei es in der Badehose, im Bademantel, im Schlafanzug. Die eigene Entscheidung über Ort, Zeit und Umstände des Arbeitens bedeutet auch eigenes Risiko darüber, was funktioniert und was nicht. Ich beispielsweise weiß, dass nichts versuchender und verdammenswerter ist als morgens einen Kaffee reinzuziehen und dann im Schlafanzug am Esstisch mit der Arbeit anzufangen. Die eigene Kleidung und die Umgebung suggerieren mir, dass es ja nicht so ernst ist mit dem Arbeiten. Also nach dem Prüfen der Emails werde ich sofort… ein Link zieht mich zu Facebook, der nächste auf Twitter, danach kommt ein lustiges Video auf YouTube. Zwei Stunden später hänge ich weinend über dem fünften Kaffee und beklage mich, dass ich so viel zu arbeiten habe.

Der Schlafanzug und der Bademantel sind Signale für den eigenen Kopf, dass keine Arbeitszeit ist. Gleichzeitig dient jede Ablenkung dazu, diese Ansicht noch weiter zu bestätigen. Die Ehefrau nimmt mich sowieso nicht ernst, wenn ich im Schlafanzug ernsthaft arbeite(n will – und ob sie mich ansonsten generell ernst nimmt… das ist eine anderes Thema). Munter bespricht sie bereits den Ausflug am Wochenende während ich doch eigentlich diesen wichtigen Artikel für den Kunden… und das auf Termin in einer Stunde.

Für mich funktioniert es viel besser, wenn ich morgens aufstehe, mich im Bad fertig mache, ich danach frühstücke, ich am Esstisch vielleicht noch meinen Tag plane und ich dann ins Büro zehn Meter weiter gehe. Angezogen mit Hose und Hemd. Kein Jogging-Anzug aber auch kein Business-Anzug. Legere Bürokleidung, vielleicht etwas lockerer als im Büro in einem Unternehmen. Musik wähle ich gezielt nach meiner Tätigkeit aus. Je konzentrierter ich arbeite, um so ruhiger und leiser die Musik. Jetzt beispielsweise dudeln die Eagles leise im Hintergrund. Bei einem Konzept oder der Vorbereitung einer Präsentation ist die Musik aus. Instant Messaging wie Skype oder Lync sind ebenfalls aus oder auf “Beschäftigt” gesetzt. Benachrichtigungen und Ton sämtlicher Rechner wie PC, Macbook und Smartphone sind aus. “Schatz, ich gehe jetzt arbeiten im Büro” und die Türe schließen bedeutet für meine Frau, dass ich arbeite und nicht gestört werden will. Jede noch so willkommene Störung reißt mich für ein paar Minuten aus der Konzentration. Auf der Terrasse wagt sie es hingegen durchaus, mich anzusprechen.

Es gibt auch die lockere Büroumgebung: Auf der Terrasse, im Park nebenan, im Café in der Stadt. Aber diese Freiheit nehme ich mir nur, wenn die Arbeit dazu passt. Ein paar Emails checken, RSS-Feeds stöbern, Facebook oder Twitter durchstreifen, mit Zite oder Flipboard vermeintliche oder wichtige Nachrichten gewinnen, Themen recherchieren, das Netz durchstreifen. Das geht dann. Doch bereits das Durchlesen längerer Artikel verschiebe ich auf eine ruhigere Umgebung, dann arbeite ich beispielsweise die Inhalte in meiner Pocket-Leseliste durch. Doch manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf. Email, Social Media, Instant Messaging und Voice over IP können das Schwatzen und Austauschen mit anderen nicht ersetzen. Manchmal muss ich einfach nur raus. Manchmal auch, weil unser Kater @HerrIdefix meine Signale ignoriert und die Tastatur belegt.

Signale setzen für mich und andere sowie Fokussieren sind für mich die zwei wesentlichen Faktoren, mit denen ich es recht gut schaffe als Selbstständiger meine Arbeit, meine Umgebung und vor allem mich zu kontrollieren. Und doch stelle ich immer einmal wieder fest: “Widerstand ist zwecklos, Du hast keine Kontrolle über das Biest, das Du selbst freigelassen hast!” Aber ich versuche es, immer wieder. Es ist ein ständiger Kampf. Meistens bin ich erfolgreich und ringe das Biest nieder. Zur Belohnung gönne ich mir eine Runde Facebook.

Swim at your own risk

Die Freiheit im Bademantel ist nahezu grenzenlos. Aber es gibt keinen Life Guard, keinen Wächter, der mich aus dem Strudel oder aus dem Bademantel zieht. Es sind meine Verantwortung und meine Entscheidung, wie ich mit der Freiheit umgehe. Egal ob ich selbstständig oder angestellt zu Hause oder unterwegs arbeite – niemand schaut mir jede Minute über die Schulter und stürmt notfalls ins Wasser, um mich zu retten. Swim at your own Risk.

Der Schreibende entspannt

Der Entspannende: Hallo Welt!

Der Schreibende entspannt (auch|sich|die Welt|das Universum). Dazu nimmt er bei seinen Streifzügen und Beobachtungen seine neue Kamera in die Hand und schiesst wild um sich. Er meint, das gehöre so.

Nur wer probiert, der studiert. Wirklich! Thesen müssen gestellt und verworfen werden auf dem Weg zur Entspannung.

Genug gefaselt. Schaut einfach mal rüber:

Der Entspannende

Bin ich ein „Schreiber“?

Ich schreibe seit 2005 in meinem INJELEA-Blog. Inzwischen noch in einigen anderen Blogs oder Webauftritten. Ich schreibe Emails, Berichte, Konzepte, Präsentationen. Seit Jahrzehnten schreibe ich. Doch bin ich ein “Schreiber”?

Heute morgen fand ich in meiner Pocket einen Artikel, den ich wie für mich geschrieben fand.

Kannst Du Dich selbst einen “Schreiber” nennen, wenn Du derzeit nicht schreibst?

[ Can You Call Yourself a “Writer” if You’re Not Currently Writing? ]

Ali Luke findet, man sei ein “Schreiber” selbst wenn man eine lange Pause hat. Ali empfiehlt drei Stufen, wie man zum Schreiben zurückfindet. Nun, da geht es wohl eher um umfangreichere, längere Projekte wie dem eines Buches, und nicht um das Schreiben von Blogartikeln.

Wann also ist man ein “Schreiber”? Ich vermute, Ali bezieht das auf jemanden, der längere Geschichten, Short Stories oder Bücher schreibt. Jemand, der ein Werk erstellt, das nicht nur aus 5.000 Zeichen besteht. Vielleicht ein Sachbuch über den Urknall. Oder eine Geschichte mit 100.000 Zeichen beispielsweise, die von dem Weg eines jungen Auswanderes in ein fernes Land erzählt, von seinen Niederlagen und seinen Erfolgen, und von dem Happy End (okay, das war “nur” ein Drehbuch – wirklich “nur”?).

Ich erinnere mich an meine Anfänge als Offizieranfänger bei der Luftwaffe. Damals hatten wir die Haltung, Offizier sei kein Beruf sondern eine Berufung. Es ist eine Frage der Haltung und danach, was man ist – nicht (nur), was man tut. Ich habe mich nie dem Eid von damals entbunden gefühlt. Ausflug Ende.

Jetzt sitze ich hier vor dem Editor, klimpere in die Tasten und schreibe einen Blogartikel für und als “Der Schreibende”. Bin ich deswegen ein “Schreiber”? Was unterscheidet einen “Schreiber” von einem “Autor”? Ist letzterer ein beruflicher “Schreiber”? Oder ist das nur ein Synonym? Möglicherweise ist “Autor” die Bezeichnung für einen “Schreiber”, der damit teilweise oder ganz seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben verdient. Dann bin ich ganz gewiss kein Autor.

Muss ich ein Buch schreiben, um ein “Schreiber” zu sein? Wie lange muss ein Buch sein? Wieviele Kapitel muss es dafür haben? Muss es gedruckt sein (okay, Ihr kennt mich vielleicht…)? Wie lange darf der Schreibende für das Schreiben des Buches gebraucht haben? Wie lange müssen die Kapitel sein? Reichen Kapitel mit 3.000 oder 4.000 Zeichen? Muss ein Lektorat erfolgen? Muss das Buch verkauft werden (wie oft?)?

Seit 2005 schreibe ich ein Buch, das inzwischen über zweieinhalbtausend Kapitel (aka Artikel) hat, und es ist noch lange nicht fertig. Dort gibt es immer mal wieder so wie momentan eine Pause. Letzten Dezember habe ich ein weiteres Buchprojekt begonnen, und ich weiß nicht, wie lange und wie groß oder klein es werden wird. Ob das eine Kurzgeschichte bleiben wird oder ein epochales Werk (okay, das wird es mit Sicherheit nicht). Die drei Wochen Pause darin sind sicherlich akzeptabel. Seit zwei Jahren schreibe ich ein lückenhaftes Journal, das niemand außer mir zu Gesicht bekommt. Auf Satzbau und Grammatik lege ich darin einen manchmal eher symbolhaften Wert.

Aber ich schreibe. Ich habe immer schon gerne geschrieben. Meine Bücher sind nie fertig. Ich arbeite nicht mit Manuskripten für meine Bücher, aber ich schreibe. Es ist eine Frage der Haltung.

Ich bin ein Schreiber.

Willkommen im Hochtechnologieland Deutschland!

Es gibt einen Nationalen IT-Gipfel. Telekomunternehmen versprechen mantraartig gefühlt jede Woche den Ausbau ihrer DSL- und Mobilfunknetze. Werbungen zu Media-, Entertain-, DSL-, LTE und anderen Netzangeboten oder netzaffinen Angeboten bombardieren den Bürger in Print, Rundfunk, TV und sogar in diesem Internetz. Wir sind im Hochtechnologieland Deutschland.

Ich wohne in Selzen, ein Dorf mit weniger als zweitausend Einwohner. Diese Gegend von Rheinhessen liegt mitten im Einzugsgebiet des Rhein-Main-Gebietes. Das belegen mir der Berufsverkehr, die Grundstückspreise und die Mieten. Ich wohne also mitten im Hochtechnologieland Deutschland.

Also alles gut?

Die Entwicklung unseres Hochtechnologielandes hängt wie global gesehen eigentlich jedes Land im Wesentlichen von der Entwicklung dieses Digitalen ab. Manche bezeichnen dieses Digitale auch als dieses #Neuland. Und wann immer es in Deutschland um etwas Neues geht, dann ist Widerstand angesagt und erste Bürgerpflicht – vor allem für die Manager und die Politiker.

In Deutschland ist dann das Digitale oft eine Glaubensfrage. Es wird entweder vergöttert oder verteufelt. Im zermürbenden Kampf um ein modernes und wettbewerbsfähiges Arbeiten versagt dann womöglich die deutsche Elite und platziert uns auf einem Abstiegsplatz. Da wird reflexartig verzögert, gehadert und verrissen.

Hilfreich dazu ist es, dass in Deutschland – und daher besonders beim Digitalen – alles hundertprozentig sein muss. Alles muss rechtlich geklärt und vor allem abgesichert sein. Das macht die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg holprig in Hinsicht auf Verschlüsselung, Datenschutz, Datensicherheit, Vertraulichkeitsklauseln. Gleichzeitig werden tagtäglich Unmengen an unverschlüsselten Emails mit Dokumentanhängen zwischen Unternehmen und/oder Agenturen ausgetauscht. Paradox? Nicht, wenn es um den Glauben geht.

Denn dass die Inhalte sonst niemand sieht, ist mit Sicherheit eine Glaubensfrage. Mit der Arbeit und deren Zukunft ist es ebenso eine Glaubensfrage. Befragungen, Studien, eigene Erfahrungen über den Zustand der Arbeit in unserer von Taylorismus geprägten, ja erfundenen Arbeitswelt zählen nicht, solange der Glaube dem nicht entspricht. Wir sind nicht rückständig, wir sind das Land der Dichter, Denker, Ingenieure und Erfinder. Wir gehen voran.

Nur nicht im Digitalen.

Ich habe einen 16 MBit/s-Tarif im Hochtechnologieland Deutschland. Tatsächlich liefert die DSL-Vermittungsstelle nur 9964 Kbit/s. Bis vor ein paar Monaten waren es noch über sagenhafte 12 MBit/s. Bei dem Versuch, eine Klärung durch meinen Internet-Serviceprovider (ISP) zu erwirken sagte der Techniker: “Kann vorkommen, gemäß Tarif sind es ja nur bis 16 MBit/s. Wenn Sie nur 6 MBit/s bekommen, können Sie sich mal wieder melden.”

Einkaufserlebnis Bäcker

Ein typischer Kommunikationsvorgang, den ich in den letzten Jahren immer einmal wieder erlebte, entweder selbst oder durch Erzählungen von Freunden und Bekannten:

  1. Gehe zum Bäcker
  2. Bestelle ein Pfund Brot (für Gen Y: 1 Pfund = 500 g)
  3. Bekomme 350 g
  4. Beschwere Dich
  5. Erhalte die Antwort “Aber da auf dem Schild steht doch: BIS zu 500 g
  6. Frage nach, warum das Brot denn nur halb so groß wie das 1-Pfund-Brot ist
  7. Erhalte die Antwort: “Ich kann Ihnen leider nicht garantieren, ob und wie sehr der Teig aufgeht
  8. Frage nach: “Die vorbestellten Brötchen möchte ich noch abholen
  9. Erhalte die Antwort: “Geht nicht, die Lieferung mit der Backmischung kam nicht. Stau auf der Autobahn. Aber Sie haben immerhin schon bezahlt
  10. Wundere Dich

Nur, dass es nie beim Bäcker ist. Da funktioniert das auch nicht. Der Bäcker verliert seine Kunden, er bekommt eine Klage an den Hals, sein Ruf ist ruiniert. Aus. Knocked Out. Bei den ISPs ist das Tagesgeschäft. Und wir Hochtechnologiebürger ertragen das seit Jahren – weil es bei keinem ISP wirklich besser ist. Mal ist das Netz grundsätzlich nicht ausgebaut, mal ist gerade irgendein Funkmast ausgefallen, mal… egal. Wir sind glücklich mit DSL 100 MBit/s und LTE… in ein paar Jahren, wenn andere Unternehmen und andere Staaten bereits im Gigabereich sein werden.

Willkommen im Hochtechnologieland Deutschland.

Beim Bäcker bin ich als Kunde und Bürger wenigstens noch König. Bis es den vor lauter BSP (Bäcker-Serviceprovider) auch nicht mehr gibt.

Nachtrag: Der Netzökonom Holger Schmidt liefert drei Wochen später dazu ein paar Zahlen: Deutschland fällt im Breitband-Wettbewerb zurück.

WIR! Schreien Dich an!

Werbung hat seine Daseinsberechtigung. Manchmal. Wenn es denn Werbung ist. Nach Jahrzehnten lässt sich aber bei Unternehmen und Agenturen das Schreien einfach nicht ausrotten. Vermutlich haben Unternehmen und vor allem ihre Mitarbeiter die Abkürzung PR als unidirektionale PRessemitteilung in ihrer DNA verankert.

Ich bin Blogger und stehe dazu. Es gibt in meinem solchigen Dasein einige gute Beispiele von Blogger Relations. Unternehmen – oder eigentlich: Menschen aus Unternehmen – haben mich kontaktiert und mich informiert oder etwas gefragt oder sogar um etwas gebeten. Wir haben bilaterale Beziehungen aufgebaut und dabei keine Vollversammlung, keinen Vertrag und keine Rückversicherung benötigt.

Andere Menschen – aus Unternehmen – kontaktieren mich jedoch seit geraumer Zeit. Nein, Kontaktieren will und kann ich diese Tätigkeit nicht nennen. Es handelt sich noch nicht einmal um eine Tätigkeit. Irgendwo sitzt ein Ork und drückt eine seiner Manifestationen – eine Email – in eine Gerätschaft. Dann drückt der Ork (oder die Orkin) auf einen Knopf und das Unternehmen – nein, der Ork dahinter schreit mich an. In mein Postfach. Ich komme kaum noch hinterher mit Spam-Meldungen, Filtern und vergeblichen Versuchen des Abmeldens aus irgendwelchen Newslettersystemen.

Auch um Newslettersysteme handelt es sich in… nein, eigentlich in keinem Falle. Das wäre doch zu skandalös, dass sich ein Blogger – oder gar ein Journalist – mit zwei Klicks opt-outen könnte. So aber geht niemand ans Telefon, beantwortet keine Email. Selbst die Unternehmenszentrale bemüht sich vergeblich, jemand aus der PRessestelle ans Telefon zu bekommen. Montags darauf kommt dann die nächste PRessemitteilung. Schande über diese Agenturen und Unternehmen und diese vermeintliche PR-Branche. Denn es ist keine PR-Branche, die sich an nahezu hilflosen Bloggern und Journalisten vergreift. Ich begehe den Sündenfall und solidarisiere mich als Blogger mit “meinen Journalistenkollegen”. Sie tun mir alle die leid, die in die Fänge von Pressemitteilungsverteilern gelangen.

Es ist… furchtbar. Mir fehlen die Worte. Der Zorn beginnt mich immer wieder und immer öfter zu in Besitz zu nehmen. Ohnmacht droht mir, und der Zorn wehrt sich.

Es reicht auch nicht, dass ich für Briefe an die Redaktion eine separate Mailadresse habe. Scheinbar haben manche PR-Stellen begriffen, dass ich mit Filtern alle Emails an diese Adresse… Also eigentlich sollte ich sie mit dem Filter unmittelbar löschen. Aber zu meinem Vergnügen markiere ich sie als gelesen und werfe sie in einen Zwinger. Gelegentlich schaue ich in den Zwinger und lese. Und amüsiere mich. Und lache. Und dann beginne ich zu weinen. Was ist aus dieser Welt geworden. Ich verstehe kein Chinesisch. Mein Spanisch ist mehr als mangelhaft. Türkisch geht gar nicht. Irgendeine der Sprachen, die ich nicht verstehe, muss es sein, in der mir die PRessestellen der Unternehmen diese Emails schreiben. Denn diese vielen unbekannten Wörter lassen mir keinen anderen Schluss zu.

Die Wortwahl. Die verschachtelten Sätze. Die langen Sätze. Die Füllwörter. Diese Konjunktive (oder heißt es Konjunktivista?). Persönliche Gespräche mit Menschen und Vorständen und… nein, das sollte keine Unterscheidung sein. Jedenfalls interessieren mich diese Personen nicht. Denn weder kenne ich sie noch geht es in diesen fremdsprachlichen Emails um Themen, die mich betreffen oder interessieren.

Der Erfolgscoach Thomas Schlechter beispielsweise sendet mir umgehend einen Veranstaltungstipp und bietet mir ein Gespräch an. Er nennt mich Redaktions-Kollege. Zumindest scheint er mir höchstpersönlich diese Email gesendet zu haben, denn die Absenderadresse suggeriert mir dies zunächst. Immerhin steht am Ende aber ein Pressekontakt. Dabei ist die einzige Presse, über die ich jemals verfügt zu haben glaube, eine Orangenpresse. Erfreulicherweise ist diese Presseinformation und Einladung sofort zur Veröffentlichung freigegeben. Als ob das irgendeine Relevanz habe. Nun ja, es geht ja um einen Vortrag mit Live-Mentaltrainig auf Knopfdruck mit komplexem psychologischem Wissen zu Denkformeln verarbeitet. Das wirkt dann wie ein Kickschalter. Erstaunlich. Einen Tag später kommt gleich nochmal eine Erinnerung. Schlechter sei ja dann in meiner Nähe. Also muss Garmisch-Partenkirchen, Köln, Hamburg, Hannover, Leipzig, Berlin oder München irgendwo in meiner Nähe sein.

Anders die Legodo. Sie, beziehungsweise eine Frau aus der Saalto Agentur in Karlsruhe, versucht mich irgendwie zu informieren über Softwareentwicklung für die Personalisierung schriftlicher Kundenkommunikation, gestartet auf oder mit oder in einem Kürzel “CCW”. Es geht schließlich um Fax, Post oder Email, CCS, CRM, Kunden, Oracle/Siebel, SAP, Salesforce, Sugar CRM oder Oracle CRM on Demand, DDV, B2B, “Visonäre im Dialog” (dabei hat sie noch gar nicht mit mir gesprochen), ERP, PowerDocs, Oracle Fusion, Dialogmarketing, automatisierte Angebote und Produktportfolios. Außerdem steht mir die Dame für Rückfragen oder weitere Informationswünsche jederzeit gerne zur Verfügung. Leider hat sie auch nach meinem mehrsekündlichen Warten beim Anrufversuch meinen Anruf nicht entgegengenommen. Noch nicht einmal ein Anrufbeantworter (oder Box oder Knecht) hat sich bequemt, das Telefonat entgegenzunehmen. Schade (auch wenn es gerade Samstag Abend um 22:20 Uhr ist). Es wäre mir ein Vergnügen gewesen. Ihr, die laut Rapportive auch Prokuristin und PR-Beraterin ist, vermutlich nicht.

Brightone ist da etwas anders gestrickt. Da geht es um den Schlüssel zum Erfolg und gelebte Praxis. Oh, das Unternehmen war gestern, als heute noch morgen sein wird, ebenfalls auf der CCW. Vielleicht habe ich das auch etwas falsch verstanden. Ich glaube, ich kenne mich in der CCW-Branche nicht hinreichend aus, um deren Trends zu vestehen. Oder geht es um die Kommunikationsbranche? Gut, da kann man – und vor allem Frau und Mann von Unternehmen – noch viel lernen. Beispielsweise über exponentielles Wachstum, Vernetzungsmöglichkeiten, Kundenservice, Lösungsverantwortung, “Case Management”, Systemintegratoren, Firmen wie Legodo… huch?, Multikanalmanagement, virtuelle Assistenten, mobile Webseiten und SAP-Integration und weiteres Zeugs. Aber auch um klassische Sprachportale (ah, die kenne ich, da lege ich jedes Mal auf), Purpleview, Liveperson, Voiceself, Intelligence (wirklich?), Test- und Monitoringlösungen, Online-Dialog und Konversionsrate geht es. Die Konversionsrate scheint bei mir zu versagen.

Immer wieder diese Unverschämtheiten. Mir als Blogger eine Presse-Einladung zuzusenden. Tssssss. Gar nicht gut recherchiert. Schlecht recherchiert. Sogar sehr mies recherchiert. Nein, überhaupt nicht recherchiert. Ich weiß zwar um Jquery, weil ich (auch) aus der IT-Ecke komme, aber warum mir Gentics Software eine Einladung nach Österreich schickt… Moment, Gentics hat doch Brightone bereits… oder klang das nur irgendwie ähnlich? Österreich. Nun ja, um zu GET IN TOUCH zu gehen, wäre das vielleicht nicht verkehrt. Von Reisekosten steht da aber nichst. Und überhaupt: WARUM SCHREIEN DIE MICH MITTEN IM SATZ AN? Immerhin ist da ein Link in der Email. Aha, am 28. Februar in Wien. Wie, kein Ton von Reisekosten oder Hotelkontingent? Wie soll ich so kurzfristig noch Flug und Übernachtung… Mein virtueller Assistent hat gerade Urlaub, für sowas habe ich keine Zeit.

Oh, da ist noch was von Saalto. Actuate übernimmt Lego… de und erweitert Accessible-Customer-Communitions-Managementlösung als Vogel… äh Bird-Unternehmen. Auch da geht es – natürlich, wieder, schon – um ERP, CRM, Kundenkommunikation, CCM, Salesforce, SAP, Siebel, Oracle Fusion, dann um CTO, CEO, Co-Vice, Co-General, Director, Technologie und noch effektivere Lösungen. Das alles für eine 360-Grad-Ansicht des Kunden. Das ist – natürlich – heute einfach realisierbar. Da ergeben sich ganz neue Potentiale im Rahmen eines Marktes (“Market of One”), SQL, Text und Web-Services, ROI, Office, iOS, Android, IDE, Hub. Keine Ahnung habe ich allerdings, welches die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wurde, war oder ist, denn nur dies ist die offizielle und autorisierte Version. Ich wäre beruhigt zu wissen, ob ich nun über eine autorisierte Version oder nur über ein Fake verfüge. Bei den ganzen Copy-Cats in Berlin kann man selbst in Deutschland nicht mehr sicher sein.

Bei Smartphones fühle ich mich etwas sicherer. Irgendein Westend62 launscht da eine Kollektion mit, von oder über Smartphones. Ganz smart natürlich. Da werden schon dreitausend Bilder angeboten. Nichts also im Vergleich zu Getty Images oder so. Von meiner Bibliothek unter CC-Lizenz gar nicht zu sprechen. Ich wusste allerdings auch schon vor ein paar Jahren, dass sich mit Handys besondere und spontane Momente festhalten lassen. Dafür muss ich kein Geschäftsführer sein. Sind meine Fotos immerhin auch unmittelbar, echt, unverkrampft, manchmal nicht perfekt und doch manchmal wirkungsvoll, glaubwürdig, emotional und mit eigener Ästhetik. Blöd, wenn man sozusagen einem Konkurrenten, der ebenfalls Fotos anbietet, Fotos “zu Lizenzpreisen zwischen zehn Euro und maximal einhundert Euro je nach vorhandener Auflösung” anbietet.

Aber da, da ist etwas interessantes. Doccheck verleiht einen Preis, neudeutsch “Award”. Allerdings scheint dieser nicht teilbar zu sein, auch wenn das Motto mir das zunächst suggeriert. Ganz toll aber ist, dass der jeweilige Gewinner eine Auszeichnung für die beste Kommunikation im Social Web erhält. Da sollte Doccheck wohl nicht damit rechnen, dass Doccheck selbst so etwas bekommt. Mit mir hat Doccheck nämlich nur per PRessemitteilung kommuniziert. Ach nein, das ist ja nur die AKüMail – die Ankündigungsmail – mit einem Link auf die Pressemitteilung als PDF. Deutsch-Englisch-Sprach schwere Sprache. Wenn überhaupt wäre ich mit einer Pressemitteilung im portablen Dokumentformat einigermaßen zufrieden zu stellen. Aber so? Das wäre, wie wenn ich als und wie verwechseln würde. Andererseits ist die Gesundheitsbranche nicht gerade für innovative Kommunikation bekannt. Sagt mir diese Email. Das habe ich verstanden. Sehr gut sogar. Sogar mit Beispiel wie diese Email.

Noch was von Brightone… oooch nö. Lieber nicht. Skip. Oooch nö, noch was von Brightone. Skip.

Ein Redaktionsdienst macht Werbung. Oder was sonst ist das denn, wenn es um 80 Welt-Skiregionen im Preis-Check mit Skifahren als Luxusgut und bis zu 84 Euro/Tag und Person oder 509 Euro/Woche mit bis zu 494% Preisunterschied mit erstem Schnee, Skilift, Preisgefälle in USA, Schweiz, Österreich, Sparpotentialen, Tickets… Das ist jetzt aber mal wirklich langweilig. Skip.

Saalto. Schon wieder. Immer noch oder schon CCW. Skip.

Ein Guest Post Proposal beispielsweise über Backup, Dokumentenvernichtung, Compliance, Lektionen zur Wiederherstellung, Aufbewahrung. Gut recherchiert. Wirklich. Nicht. …Moment mal. 20 US-Dollar für meine Bemühungen pro Artikel! Das ist ja mal eine interessante Geschäftsidee. Die ließe sich doch übertragen. Vielleicht sollte ich einfach nur die ganzen PRessestellen kontaktieren und ihnen die Veröffentlichung ihrer PRessemitteilung mit einer Bemühungsvergeltung von 100 Euro pro Stück anbieten. Ich werde reich.

WIR! Schreiben Dich an!

Besonders reich wurde ich bereits an Amüsement. Doch dieses Amüsement hält immer weniger lange an. Bereits nach acht oder zehn PRessemitteilungen beginnt sich meine Laune von anfänglich amüsiert über gelangweilt bis wütend zu verändern. Die Zeiten sind vorbei, wo ich nur darüber lächelte, wie dilettantisch sogenannte PR-Agenturen und PRessestellen kommunizieren. Nein, Kommunikation will ich das gar nicht nennen. Es ist einfach nur dümmlich, unverfroren und aus dem letzten Jahrtausend. So wie übrigens das Cluetrain Manifesto. Möglicherweise sollte ich einfach nur…

Ich schicke denen einfach einen Link auf das Cluetrain Manifest. Sie haben es sich verdient.

Nachträge

Die Emails sind raus:

Sehr geehrte [Name, Emailadresse, Funktion],

vielen Dank für die Aufnahme in Ihren Mailverteiler, aufgrund dessen ich auf für mich bemerkenswert irrelevante Informationen stieß.

Gerne möchte ich Ihre Aufmerksamkeit daher auf die nachfolgende Quelle lenken:

Cluetrain Manifest: http://www.cluetrain.com/

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich aus ihren Verteilern entfernen würden.

Anmerkungen:

  • Wer wie die Pressestelle von Brightone in einem kilometerlangen Abbinder der Pressemitteilung schreibt „Die Information in dieser E-Mail ist vertraulich und kann einer Verschwiegenheitsverpflichtung unterliegen.“, der kann nicht ernsthaft erwarten, dass jemand darüber schreibt. Ich tue es dennoch. Update: Frau hat mich aus dem Verteiler entfernt.
  • Tatsächlich überraschte mich der Skifahrdienst mit der Möglichkeit, mich auf einer Website aus seinem Verteiler zu entfernen. Ich bin gespannt… immer noch, ob die angekündigte Bestätigungsabmeldenachricht irgendwann eintrudelt.
  • Wer mir als Redaktionskollege von einer Emailadresse von klick-tipp.com schreibt, der sollte noch etwas an seinen Fähigkeiten arbeiten.
  • Vom Jquery-Team bekam ich prompt eine Abwesenheitsmeldung zurückgeworfen. Update: Ebenso prompt bekam ich Dienstags noch eine „Reminder Presse-Einladung“.
  • Besonders interessant wäre es für mich, ob die GeBetroffenen über ein Monitoring verfügen. Ich würde mich über Kommentare in diesem Social Web und besonders hier in diesem Blog in diesem Social Web freuen, voraussichtlich sogar amüsieren.

Die wunderbare Welt des Monotaskings

Multitasking ist immer noch bei vielen “in”. Viele Aufgaben quasi gleichzeitig erledigen, das ermöglicht mehr in weniger Zeit zu tun. Doch tatsächlich verbraucht die “Task Switching Time” die vermeintlich mehr gewonnene Zeit mehr als auf.

Früher, da gab es DOS. DOS war einfach. DOS war gut. Dann gab es Windows. Das war besser, weil es mehr Fenster gab und man mit der Maus so richtig schnell hin und her schubsen konnte. Doch eigentlich war DOS besser. Denn das Hin- und Herschubsen kostete Zeit. Nicht nur das Greifen mit und nach der Maus. Auch das gedankliche Weglegen der einen und das Greifen nach der anderen Aufgabe. Daran hat sich nichts geändert. Das Weg- oder Rüberschalten selbst kostet auch Zeit.

In meinem Studium lernte ich, dass es dieses Multitasking gab. Das konnten damals nur die Großrechner. Sogar für mehrere Benutzer gleichzeitig. Später konnten es auch die PCs, die Personal Computer. Angeblich, denn ich lernte dann auch, dass die Prozessoren heftig damit beschäftigt waren, die Verteilung der Prioritäten und der Zeiten festzulegen und zu verwalten. Und vor allem war ich damit beschäftigt, ständig zwischen den schönen bunten Fenstern ständig hin und her zu schalten. Da die Email. Da das Forum. Okay, das waren bei mir dann Foren in CompuServe. Also eigentlich gar nicht wirklich geeignet für Multitasking. So schnell waren die Verbindungen und das Rechenzentrum in Columbus einfach nicht.

Apropo einfach. Am Anfang war das noch einfach. Es gab noch nicht viele Aufgaben, die ich parallel bearbeiten konnte. Also nicht, dass ich das nicht gekonnt hätte. Aber es gab einfach noch nicht so viele Programme, die eine Aufmerksamkeit von mir verlangten. Angefangen hat es mit diesen Intranets. Novell mit seinen File Shares war das Intranet so vieler Unternehmen. Die hatten auch das DR DOS übernommen. Novell NetWare war der Hammer. Bis Microsoft aus seinen Einzelrechnerklammern entwuchs.

So richtig Multitasking wurde es dann mit dem bösen Internet. Microsoft hat es verschlafen, davon hat es sich nie wirklich erholt. Damit kam vor allem dieses Email in die Unternehmen. Mit Outlook hat Microsoft lange Zeit noch mitgespielt. Aber dann. Nachrichten Websites. “Richtige” Foren. Tausende Websites. Hunderttausende. Immer mehr. Microsoft dachte, der Internet Explorer wäre das Internet. Noch mehr Multitasking durch ICQ, IRC und was auch immer. Blogs. RSS. Und jetzt wird das immer schlimmer durch dieses Social Business mit Social Intranet und Social Collaboration. “Mir reichen die Hunderte Emails pro Tag schon! Was soll ich denn noch alles machen?!”

Die Gegenbewegung nennt sich “Productivity” oder “Focus”. Es geht darum, dass das menschliche Gehirn nicht wirklich multitasken kann. Eins nach dem Anderen. So wie der Mensch isst. Einen Kloß nach dem anderen. Bei zweien, spätestens dreien verschluckt er sich. Er muss die Klöße zum Kauen ständig rumpacken, erst in die eine, dann in die andere Backe. Dazwischen kurz drauf rumkauen. Nächster Kloß.

Vor lauter Multitasking weiß ich nicht mehr, ob sich “isst” noch mit eszet oder schon mit… also mit Doppel-S schreibt (Die Schere im Kopf hat zugeschlagen. SS sagt und schreibt man einfach nicht).

Studien, Berichte, Artikel. Unzählige Indizien und Beweise dafür, dass der Mensch beim Multitasken ineffizient ist. Und ich behaupte: Er tendiert dadurch (durchs Multitasken) auch zur Ineffiktivität. Denn er oder sie konzentriert sich aufs Umschalten und aufs möglichst schnelle Erledigen von Aufgaben. Auf’s schnelle Abarbeiten derselbigen. Ob das dann die richtigen sind…

Ich aber habe dem Multitasking abgeschworen. Ich mache zur selben Zeit immer nur eine Sache. Die richtige. Hochkonzentriert monotaske ich hocheffizient und ohne jede Ablenkung. Ich teile mir meine Zeitscheiben auf am Morgen. Ich trage Termine in meinen Kalender ein und bin knallhart. Wenn da steht “Von 10 bis 11 Uhr einen Artikel im Blog schreiben” dann tue ich das. Sonst aber nichts. Gnadenlos schotte ich mich ab und tue genau eine Sache. Ich bin gut darin.

Soweit die Theorie. Blöd ist nur das mit den Schnittstellen. Der Mensch hat ein paar Schnittstellen. Die sieben Sinne auf jeden Fall. Das Internet dürfte dann der Achte sein. Die Katze beschwert sich, sie habe noch kein Futter gehabt seit der letzten Fütterung um 8 Uhr. Es ist 8:30 Uhr. Es sind sogar zwei Katzen, die sich lautstark beschweren. Das Gehör lässt sich nicht abschalten. Die Tür sich schließen schon. Ist Kaffeedurst ein menschlicher Sinn? Zumindest zwingt er mich, die Tür zu öffnen auf dem Weg zum Kaffeeautomaten. Das Auge… sieht die Katzen, das Ohr setzt seine Tätigkeit des Hörens fort. Der Kaffeeduft… fantastisch.

PLING!

Ich habe vergessen, die Benachrichtigung auszuschalten. Ich finde den Aus-Schalter nicht. Kein Wunder, ist es doch nicht irgendein Programm des Windows-Rechners (das Synonym für menschliches Pseudo-Multitasking) sondern das eines des Macbooks… oder vielleicht doch des iPads? Oder des… Da ein Programm, dort noch eines, dort noch der Browser. Email, Instant Messaging, Benachrichtigung durch das Task Management. Doch nicht nur, dass die Anzahl der Schnittstellen zugenommen hat, auch die “Schnittstellen-Hubs” aka (also known as) Devices werden immer mehr. Ich wünschte, ich könnte alle Benachrichtigungen über alle Devices aka Geräte hinweg gleichschalten und vor allem ausschalten. Den Windowsrechner auszuschalten ist einfach. Ton auf aus. Monotasking an. Das iPad habe ich vergessen. Das Smartphone auf dem Sideboard auch. Ständig springe ich von Hub zu Hub auf der Jagd nach dem heiligen Gral des Monotaskings.

Es gibt da so wundervolle Programme für den Mac und für Windows, um dieses Internet zu kappen. Zwecklos und vor allem mit großem zusätzlichem Tasking verbunden, wenn es mehrere dieser Hubs aka Devices gibt. Und selbst wenn: Ich brauche dieses Internet für die Recherche für das Konzept, für die Präsentation oder einfach nur, um meiner Freundin aka Frau aka @diemanuela ein lustiges Video von YouTube zu schicken. Das lässt sich nicht vermeiden. Könnte doch auf YouTube auch das geniale Video für meine Präsentation liegen. Ich kann YouP… YouTube einfach nicht abschalten. Das Risiko ist zu groß.

Die Hubs, die Schnittstellen und die “Kanäle” lassen sich nicht mehr einfach blockieren. Email ist nicht nur genau für dies und YouTube genau für das da. Sich selbst zu kasteien und alles abzuschalten ist zur undenkbaren Option geworden. Die Umwelt ist zu unserem Betriebssystem geworden. Wir können sie nicht abschalten, ohne uns selbst auszuschalten.

Die Geister, die ich rief…

Wir sind in einer wunderbaren vernetzten Welt, die es uns unmöglich macht, Ruhe und Konzentration zu finden. In meiner Auszeit im Frühjahr 2011 war mir das noch irgendwie gelungen. Jetzt fürchte ich um mein Monotasking.

Doch eigentlich ich fürchte nicht um mein Monotasking sondern um meinen Willen. Das Aufhören mit dem Rauchen war einfach. Am 8. August 2000 hörte ich einfach auf. Ganz oder gar nicht. Von bis zu zwei Päckchen auf null. Das war eine für mich einfache Frage des Willens. Aber nur mal gelegentlich eine Fluppe… das konnte ich nicht. Da habe ich lieber damit aufgehört, das war einfacher.

Die Umwelt kann ich nicht so einfach abschalten. Wir Menschen definieren uns durch unsere Umwelt. Doch diese Umwelt ist nicht einfach, sie ist vielfach mehrfach. Sie zwingt uns ihren Willen zum Multitasking auf. Dagegen können wir nur mit einem starken Willen halten. Werkzeuge, Tools für vermeintliche Freiheit von unserer Umwelt sind sinnlos. Die Umwelt sind wir. Widerstand ist zwecklos.

Doch unser Wille ist alles, was uns bleibt. Wir müssen uns konzentrieren. Dafür brauchen wir unseren Willen. Doch wenn wir uns auf unseren Willen konzentrieren, können wir außer unseren Willen noch etwas anderes dulden, können wir noch etwas andereres tun? Wir müssen lernen, mit unseren Geistern umzugehen.

Lesetipp

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Wir müssen mehr Fehler machen!

Ein Fehler ist kein Versagen. Er ist ein Schritt zum Erfolg.

Manchmal sieht etwas wie ein Fehler oder ein Versagen aus. Doch tatsächlich… sieht es eben oft nur so aus. Es ist ein Schritt vor dem nächsten. Und ein Schritt kann für andere wie ein Scheitern aussehen. Wie ein titanisches Abtauchen mit aufgerissener Flanke. In Wirklichkeit lernen wir etwas dabei oder haben etwas gelernt, das wir (oder der Schwan) einfach nur umsetzen zu unserem Vorteil, unserer Ernährung oder unserem Erfolg.

Manchmal kommt tatsächlich kein weiterer Schritt, weil der Fehler der allerletzte war. Doch wie oft geschieht dies in unserer wohlbehüteten “First World”? Wie wahrscheinlich ist es tatsächlich, dass wir einen Fehler begehen und deswegen sterben oder unsere wirtschaftliche Existenz endet? Doch wohl eher unwahrscheinlich. Aber wir haben Angst vor Fehlern. Diese Angst ist in uns tief verankert, denn unsere Eltern, unsere Verwandten, unsere Lehrer, unsere Gesellschaft hat sie uns eingeimpft.

Wir dürfen keine Fehler begehen. Jeder Fehler führt zu einer Abstufung. Bereits die Schule sorgt mit einem ausgeklügelten System für eine Bestrafung im Fehlerfall. Die Note entscheidet, die nächste Note noch mehr, und am Schluss haben ein paar Fehler im Aufsatz, in der Matheaufgabe oder im der Chemieklausur dafür gesorgt, dass wir versagt haben. Wir haben versagt, weil wir nicht perfekt waren und wir deswegen nur eine Durchschnittsnote von 2,5 oder 2,1 haben (oder nur 10 oder 11 Punkte). Und das ist Versagen. Versagen wird in unserer Gesellschaft nicht toleriert.

Es ist wichtig, nicht auf der Stelle zu treten, sondern sich immer weiterzuentwickeln. Lernen ist ist ein Prozess ständiger kleiner Veränderungen. Man macht Fehler, lernt daraus und macht dann weiter.

[ Jon Oringer von Shutterstock im Interview auf Imgriff.com ]

Dass wir mit jedem Fehler etwas gelernt haben, das zählt nicht. Doch Fehler sind wichtig. Wir lernen daraus etwas Inhaltliches. Und wir lernen daraus, mit Fehlern umzugehen. Jeder Schritt ist ein Schritt zum Erfolg, den wir ersehnen oder wollen. Zumindest können wir das so nutzen – ob wir es tun, ist unsere Verantwortung.

Doch die Gesellschaft will uns diese Wahl nicht lassen. Im Job nicht, im Hobby nicht, in der Familie nicht, auf Facebook nicht und auf Twitter nicht. Fehler machen heißt Versagen.

Nein, ich plädiere nicht dafür, immer Fehler zu machen. Ich plädiere auch nicht dafür, kritische Fehler zu machen. Kritische Fehler sind Fehler, die uns selbst in unserer Existenz oder andere in ihrer Existenz bedrohen. Das kann die körperliche Existenz sein, das kann die geistige Existenz sein, das kann die finanzielle Existenz sein. Wir dürfen nicht glauben, dass Fehler keine Konsequenzen haben.

Aber wir müssen Fehler machen, damit wir lernen damit umzugehen und damit zu lernen. Wir müssen abwägen können, wann wir einen Fehler machen “dürfen” und wann nicht. Wir müssen das Hinfallen und das Aufstehen lernen.

Fail often, fail fast, fail cheap

Wir müssen mehr Fehler machen. Deswegen müssen wir auch tolerant sein gegenüber Fehler von anderen. Wir dürfen nicht sofort über andere herfallen, weil sie in einer Situation die falsche Entscheidung getroffen haben. Wir dürfen fragen und kritisieren, einschätzen, meinen. Aber wir dürfen nicht vernichten.

Denn sonst wird keiner mehr Fehler mehr machen. Und wir selbst werden, verlernen zu lernen. Wir werden verlernen, über den Tellerrand zu schauen. Wir werden verlernen, andere Menschen zu achten.

Deswegen müssen wir mehr Fehler machen.

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Heimatgefühle

Mein Heimatgefühl ist für mich, gerne wieder zu kommen. Nach Hause zu kommen und mich wohl zu fühlen. Meine Wurzeln zu spüren.

Früher, da war Höchst im Odenwald meine Heimat. Denn dort wuchs ich auf bei meinen Eltern und meiner Omi. Ich ging dort zur Schule, später in der Nähe aufs Gymnasium. Später kam ich immer wieder gerne dorthin zurück. Auch heute noch verspüre ich Heimatgefühle, wenn ich zurückkehre. Jeder Besuch spült Erinnerungen hoch. An die Eltern, die Omi, die Schulen, den Steinbruch, den Wald, die Eisenbahn.

Doch obwohl ich vor über fünf Jahrzehnten diese Welt betrat wachsen meine Wurzeln immer noch. Selten bemerke ich es sofort. Doch irgendwann kehre ich irgendwohin zurück, und da spüre ich die Wurzeln, meine Heimatgefühle. Manchmal werde ich richtig sentimental. München hat so etwas, das diese Gefühle hervorbringt. Etwa zwei Jahre verbrachte ich bei München. Englischer Garten, Viktualienmarkt, Fürsti. Viele Jahre war das nur ein Zeitabschnitt. Irgendwann freute ich mich wiederzukehren. Und inzwischen verspüre ich dabei so etwas wie Heimatgefühle.

Schwabenheim war meine Heimat. Vor 81 Jahren wurde dort mein Vater geboren, doch in meiner Zeit im Odenwald kamen wir nur selten dort hin. Durch einen Zufall wurde Schwabenheim meine Heimat, als meine Frau und ich 1999 dort ein Haus mieteten und bis letztes Jahr dort wohnten. Der Marktplatz, die Weingüter, die Weinberge, die Nachbarn.

Hawaii ist sehr, sehr weit weg. Auch Hawaii war ein Zufall. 1983 waren zwei Kameraden und ich über Ostern von El Paso aus dort und wollten einfach nur Palmen, Strand, Südsee. Ein günstiges Ticket im damaligen Preiskampf der Fluggesellschaften ließ uns einfach keine Wahl. Inzwischen komme ich gerne dorthin zurück. Palmen, Strand, Urwald, Vulkane, Sterne, Kulturen, Menschen. Menschen, die ich liebgewonnen habe. Auch wenn wir nur selten dorthin zurückkehren, so bekomme ich dann Heimatgefühle.

Seltsam, in El Paso lebte ich viel länger als ich die ganzen Jahre auf Hawaii war. Ich habe viele Erinnerungen an El Paso und meine Zeit dort. Aber Heimatgefühle verspüre ich keine. Wenn ich ein zweites Mal oder ein drittes Mal… wer weiß.

Heimat: Sonnenuntergang bei Selzen

Seit letztem Jahr wohnen wir in Selzen. Die Sonnenaufgänge sind phänomenal (wenn wir keinen Nebel im Tal haben, wenn es nicht regnet, wenn…). Die Sonnenuntergänge sind phänomenal. Spazieren gehen in den Weinbergen ist der Wahnsinn (wenn der Matsch nicht die Schuhe überwuchert…). Wir haben uns, wir haben die zwei Katerjungs, es sind nur wenige Meter zum Christianshof und zu anderen „Locations“, wir haben Freunde gewonnen. Es geht uns gut.

“Heimat ist, wo ich WLAN habe” ist ein Spruch, den ich selbst gerne benutze. Doch WLAN ist nicht die Heimat sondern nur ein Stück Technik, ein Mittel zum Zweck. WLAN gibt mir eine Verbindung zu anderen Kulturen und Menschen und manchmal auch zu alten Heimaten.

Es sind Mikrokulturen und Menschen, die mich meine Wurzeln spüren lassen, die meine Heimat bilden. Ein Sonnenaufgang ist schön. Ein Sonnenuntergang ist schön. Doch Heimatgefühle sind mehr als die Summe aller Orte, aller Menschen und aller Kulturen. Meine Wurzeln sind meine Heimatgefühle.

Mehr kann ich dazu nicht schreiben. Ich kann es nicht.

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