Internet auf dem Lande: Tschüss Platzhirsche, hallo Rheinhessen!

Ich bin gespannt. Eben habe ich einen Auftrag für Glasfaser an EWR (früher „Elektrizitätswerk Rheinhessen„) geschickt, zusammen mit dem Kündigungsauftrag an O2 Business.

10 MBit/s down und 1 MBit/s up sind einfach nicht mehr zeitgemäß – weder für mich als freiberuflichen Geschäftskunden noch für unseren Haushalt mit Smart TV, 3 Notebooks, 2 Smartphones, Dropbox, Onedrive, Kindle, NAS, Amazon TV, Plex etc. Und für beides schon mal gar nicht.

AVM-Fritzbox: Besetzt von Lani
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Wer auf seiner alten Infrastruktur und Technik beharrt, der wird irgendwann auf ihr sitzen bleiben und von neuer Konkurrenz verdrängt.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Die „Platzhirsche“ Telekom, O2, Vodavone, 1&1 und wie sie alle heißen müssen aufpassen, dass sie die Digitalisierung ihrer Kunden nicht verpassen. EWR, ein lokales rheinhessisches Energieversorgungsunternehmen, hat eine unternehmerische Entscheidung getroffen und in vielen Gemeinden Rheinhessens sein eigenes Glasfasernetz „Herznet“ verlegt. Die „letzte Meile“ erfolgt durch die Anbindung an die Verteilerkästen der Telekom. Und auf Wunsch wird für Unternehmenskunden auch Glasfaser bis ans Haus verlegt.

Ja, ich werde etwa doppelt so viel bei EWR wie bei O2 Business bezahlen. Aber erstens können mir O2, Telekom und Co. überhaupt kein schnelles Internet anbieten, zweitens bezahle ich für „bis zu 16 MBit/s download und bis zu 2,1 MBit/s upload“ und bekomme nur 10 MBit/s download und 1 MBit/s upload vom Verteiler, und drittens bekommt das Geld jetzt die Region (auch wenn EWR zu 50 Prozent RWE gehört).

Ich bin gespannt auf die Umstellung im November. Ich geh’s langsam an und fange mit 50 MBit/s down und 10 MBit/s up an 😉

4 Antworten auf „Internet auf dem Lande: Tschüss Platzhirsche, hallo Rheinhessen!“

  1. Hallo,

    der von Ihnen gebuchte Anschluss ist nicht wirklich ein Glasfaseranschluss, auch wenn die Anbieter das gerne so verkaufen. Das Glasfaser führt bis zum MFG (Multifunktionsgehäuse, die großen, grauen Kästen am Straßenrand), von dort läuft das Signal wie vorher auch über die „letzte Meile“ per Kupfer zur Telefondose. Je nach örtlichen Begebenheiten sind das ca. 50 – 1000 Meter Strecke. Das wird auch als FTTC bezeichnet (Fibre to the curb).

    Durch die von EWR eingesetzte Vectoring VDSL2 Technik kann hier aber bis zu 100 Mbit/s erreicht werden, ohne dass man etwas am bestehenden Telefonanschluss ändern muss.

    Die, derzeit nur in wenigen Neubaugebieten angebotenen, „reinen“ Glasfaseranschlüsse (FTTH = Fibre to the home) werden unter „Herznet Home“ vermarktet und aktuell mit 300 / 50 Mbit/s angeboten. Diese setzen aber voraus, dass das Haus vorher durch die EWR Netze GmbH mit Glasfaser angebunden wird, dabei endet diese im ONT (Optischen Netzabschluss), meist im Keller. Von dort wird per Netzwerkkabel die Fritzbox angebunden.

    Für die Zukunft sind das aber rosige Aussichten, dass prinzipiell das Glasfasernetz schon weiträumig ausgebaut und „nur noch“ von der Straße ins Haus muss. Bei Arbeiten am Stromnetz (Freileitung zu Erdleitung) wird hier auch immer schon ein Leerohr mit in den Keller verlegt 🙂

    Bin seit Ende 2016 selbst zufriedener Nutzer des 100 Mbit Herznet Angebots und wünsche auf diesem Wege schon einmal viel Spaß mit der schnellen Leitung. 😉

    1. Danke für die ausführlichen Erläuterungen. Mir war zwar klar, dass das Glasfasernetz von EWR nur bis zu den Verteilerkästen läuft, aber das erklärt das noch viel besser. Für mich werden die 50 Mbit/s erst einmal reichen, aber 100 Mbit/s ist natürlich super. Gut zu wissen, dass das auch so problemlos klappt.

      Ich freue mich schon auf die schnelle Leitung. Viel Spaß weiterhin mir dem Herznet!

      Viele Grüße aus Selzen

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