Heute ist Freitag. In meinem Kalender stehen für jeden Freitag zwei Termine fest drin: Einer fürs Joggen am Freitag und einer fürs Bloggen am Freitag. Doch jetzt sitze ich in Mainz im Baristaz.

Freitag morgens jogge ich normalerweise und blogge ich anschließend als Der Schreibende. Es gibt immer einmal Ausnahmen, beispielsweise bei Veranstaltungen oder für eine Arbeit, die erledigt werden muss. Mein Jogging-Blogging-Ritual hält mich nicht von Arbeit ab, ich halte sie lediglich so flexibel, dass ich – als Wissensarbeiter – auf meine Umwelt und meine Wünsche reagieren kann.

Heute Morgen beispielsweise fuhr ich Die Manuela um acht Uhr zum Bahnhof. Sie nutzt den Brückentag und fährt übers Wochenende eine Freundin und ehemalige Arbeitskollegin besuchen. Also plante ich mir meinen Freitag Morgen anders ein: Vom Bahnhof aus fuhr ich in die Theater-Tiefgarage in Mainz. Der Plan sah vor: Über den Wochenmarkt spazieren und gegen 9:30 Uhr im Ballplatzcafé frühstücken, anschließend ins Baristaz zum Bloggen und Arbeiten. Zwar liebe ich es, wenn ein Plan funktioniert.

Frühstücken im Café Extrablatt am Wochenmarkt in Mainz
Frühstücken im Café Extrablatt am Wochenmarkt in Mainz

Aber ich liebe es auch, einen Plan anzupassen oder umzuwerfen. Ich setzte mich draußen an einen Tisch vom Café Extrablatt mit Blick auf den Wochenmarkt und frühstückte. Dann erledigte ich meine Einkäufe. Und jetzt gegen 11 Uhr sitze ich im Baristaz an der Römerpassage, habe meinen Plantronics Backbeat Pro auf und höre Musik während ich blogge. Um 12 Uhr erwarte ich Besuch. Pia bekam heute Morgen über Facebook mit, dass ich in der Stadt bin, und wir verabredeten uns für einen Kaffee. Danach werde ich hier im Baristaz arbeiten. Denn im Baristaz gibt es kostenloses WLAN. Ich habe sogar einen Account bei dem Anbieter Hotsplots, so dass ich nicht auf einen Zettel mit dem Login angewiesen bin.

Mein Blog “Der Schreibende” ist für mich auch wie eine Kolumne, mit der ich Dinge und Themen verarbeite. Für mich übt ein solches “freies” Blog einen besonderen Reiz des Schreibens aus. Dieses Blog und die Freiheiten der Flexibilität sind Teile meiner Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter #Blogparade. Als ich mit diesem Artikel begann, wusste ich noch nicht, wohin er mich führt. Doch er ist wie das Joggen Teil meiner für mich oft ziemlich perfekten Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter (Blogparade von Bastian Wilkat, mitmachen noch bis 17. Mai).

Ich genieße das Privileg, ziemlich frei planen und handeln zu können, was meine Wissensarbeit betrifft. Nein, nicht immer. Aber ziemlich oft. Ich genieße das und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Ich weiß auch, dass es Tage gibt, an denen ich fast keine dieser Flexibilität habe. Aber ich bin glücklich und zufrieden, dass unterm Strich eine sehr positive Bilanz entsteht.

Meine Frau meinte heute morgen im Auto, wie das wohl wäre, wenn wir am Wochenende den Jackpot gewinnen würden. Öfters nach Hawai’i fliegen. Ein neues Auto (der Golf hat fast die 200.000 km erreicht). Ein Haus hier und ein Haus auf Hawai’i… STOP!

Wir wollen gar kein Haus. Wir wollen Flexibilität. Wenn wir ein neues Auto kaufen würden, dann wollte ich einen Tesla. Aus Prinzip. Aber eigentlich wollen wir Mobilität. Ein eigenes Haus verpflichtet. Wir sind jetzt etwa Mitte Fünfzig, und irgendwann werden wir unsere Gedanken und Pläne über unser Altern konkretisieren. Ein eigenes, womöglich viel zu großes Haus gehört nicht dazu. Unser jetziges Zuhause hat eine Terrasse, ein einzelnes Stockwerk, einen Park direkt nebenan, Natur in “Walking Distance”, total nette Vermieter. In fünf bis zehn Jahren ist die Mobilität vielleicht sogar so weit, dass wir uns nur noch bei Bedarf ein selbstfahrendes Taxi rufen. Oder einen Tesla für den Ausflug übers Wochenende holen.

Und solange ich arbeite, gehört zur perfekten Arbeitsumgebung Flexibilität. Arbeiten im Café oder auf der Terrasse oder im Bürozimmer zuhause oder in einem Coworking-Space. Nicht immer aber unterm Strich. Egal, ob ich als selbstständiger Freiberufler oder als selbstständiger Angestellter wissensarbeite.

So. Mein Macbook hat noch 94% Akku. Es ist kurz vor High Noon. Gleich kommt Pia. Ich bin dann mal wech aus diesem Internet. Aber nicht für lange. Als Wissensarbeiter gehört dieses Internet zu meiner perfekten Arbeitsumgebung. Immer. Überall. Wenn ich will. Und wenn nicht? Klick.

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