#TerrorIhrUrteil: Das Grundgesetz, unsere codifizierte Moral

Terror - Ihr Urteil (Bildquelle: Das Erste)

Am Montagabend sah ich im Ersten die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach. Es ging um falsche Entscheidungen, die richtig sein können.

Vor einem fiktiven Berliner Schwurgericht steht der Abschuss eines Passagierflugzeugs durch den Luftwaffen-Major Lars Koch kurz vor München zur Verhandlung. Ein Terrorist entführte ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen an Bord auf dem Flug von Berlin nach München.

(Seite „Terror – Ihr Urteil“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Oktober 2016, 10:24 UTC. (Abgerufen: 18. Oktober 2016, 11:22 UTC))

Im Laufe des etwa einstündigen Flugs der entführten Passagiermaschine kristallisierte sich heraus, dass der Terrorist beabsichtigte, das Flugzeug in die vollbesetzte Allianz-Arena abstürzen zu lassen.

Christian Henne fragt „Darf ein TV-Publikum urteilen über die Schuld eines Menschen, der im Terrorfall Menschen opfert, um Menschen
zu helfen?
“ Es geht Henne nicht darum, dass eine öffentliche Abstimmung eine richterliche Entscheidung treffen soll. Er beurteilt das TV-Event danach, ob und wie Menschen dadurch ihre Meinung äußern können, und ob ein solches Event einen Beitrag zum Einstieg in Debatten, zur Diskussion und zur Meinungsbildung leisten kann.

Das TV-Event „Terror – Ihr Urteil“ hat hierfür einen ganz wertvollen Beitrag geleistet.

Einverstanden, Christian. Ich wünschte mir nur, dass Debatten und Diskurse „vernünftig“ und offen geführt werden sollten. Das ist (ja, eine Verallgemeinerung) heutzutage immer weniger der Fall. Da werden selten Meinungen und Ansichten ausgetauscht sondern oft Hasstiraden losgelassen und die Meinung des jeweils anderen als Abscheulichkeit und Unmöglichkeit abgetan – und oft genug auch der jeweils andere.

Nach der Ausstrahlung des Films ging es weiter mit „Hart aber Fair“, einer Abstimmung per Telefon und Internet über das Urteil und einer Diskussion. Und da bemerkte ich etwas, was mich erschreckte. Der von mir sehr geschätzte Rechtsanwalt und ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum skandierte geradezu seine Meinung als absolute Wahrheit. Kein Abwägen, kein Diskutieren. Nein, es gab das Urteil eines Verfassungsgerichts (wobei das Urteil einen ganz anderen Gegenstand hatte), und es gibt das Grundgesetz mit seiner Ewigkeitsgarantie für „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Basta!

Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Das Grundgesetz ist der oberste Code, der Meta-Code, für unsere Gesellschaft, für die ich einen Eid leistete wie der angeklagte Jet-Pilot. Aber: Es ist die Niederschrift unseres moralischen Codes. Im Film und der Diskussion kam es so herüber, als ob es entweder das Grundgesetz als Prinzip oder eine Moral gäbe. Das wäre schlimm. Doch das Grundgesetz ist wie alle Gesetze ein Ausdruck, ein Artefakt, unserer Kultur und unserer Moral (die ein Teil unserer Kultur ist). Und Kulturen verändern sich. Und so, wie sich Kulturen verändern, werden die Gesetze der Kultur und der Moral einer Gesellschaft angepasst.

Wenn dies nicht geschieht, driften das gelebte Leben und das recht-gesprochene Leben (und damit das Volk und die Herrschenden) auseinander. Für mich ist es in höchstem Maße erstaunlich, wie lange das Grundgesetz nahezu unverändert seit 1949 Bestand hat. Schaue ich mir die letzten Jahrhunderte an, dann sind fast 70 Jahre eine verdammt lange Zeit. Sicherlich gab es kleinere Anpassungen, doch im Grunde ist das Grundgesetz so, wie über es vor fast sieben Jahrzehnten abgestimmt wurde. Zuvor gab es im 20. Jahrhundert in Deutschland drei Zeiten mit gravierenden Änderungen der Kultur und Moral und dadurch der Verfassung beziehungsweise des Grundgesetztes (1918, 1933, 1945 bzw. 1949)

Einschub: Im Übrigen mache ich mir auch Gedanken über die Tatsache, dass Bayern damals das einzige Bundesland war, das gegen das Grundgesetz stimmte. Und dass ein Herr Seehofer und ein Herr Söder und manch andere bayerische Politiker auf mich immer mal wieder den Eindruck vermitteln, sie hätten ihre eigene Version des Grundgesetzes. Und ob das etwas über das Grundgesetzverständnis im Freistaat Bayern aussagt.

Viele neigen dann auch noch dazu, irgendwelche Aussagen oder Urteile pauschal zu vereinnahmen. So, wie Baum meint, mit seinem erstrittenen Urteil wäre alles gesagt, so meinen manche Kommentatoren, die Mehrheit habe gegen das Grundgesetz gestimmt (T-Online, Hervorhebung von mir):

Es ist ein Dilemma: Darf ein Bundeswehrpilot ein entführtes Flugzeug abschießen, 164 Menschen töten, um 70.000 in einem Fußballstadion zu retten? Nein, hat das Bundesverfassungsgericht 2006 geurteilt. Ein Abschuss mache die Menschen in der Maschine „zum Objekt nicht nur der Täter“.

Diese Aussage ist falsch. Bereits im Film erläuterte der Verteidiger, dass es bei dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gar nicht darum ging, ob ein Soldat ein Flugzeug abschießen darf oder nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat darüber geurteilt, ob die Abschussermächtigung im Luftsicherheitsgesetz rechtmäßig ist, und hat dies verneint („Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts„).

Auch ging es nie darum, das Leben von Wenigen gegen das Leben von Vielen abzuwägen. Es ging im Film darum, ob 164 Menschen sterben, oder ob 70.164 Menschen sterben. Wie soll sich dann beispielsweise jemand der Siebzigtausend verhalten oder besser „nicht verhalten“? Soll einer der Siebzigtausend, der (okay, sehr hypothetisch, aber vielleicht zur Sicherung eingesetzt?) zufälligerweise eine tragbare Flugabwehrrakete dabei hat, diese wieder wegpacken und darauf warten, dass das Flugzeug ihn tötet? Oder sollte er das Flugzeug vorher abschießen dürfen?

Das hat nichts mit der Abwägung von Leben zu tun, das ist eine persönliche Entscheidung über das eigene Leben. Das hat noch nicht einmal etwas mit „übergesetzlichem Notstand“ zu tun, mit dem der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung argumentierte. Da geht es um Notwehr. Und ein Dritter ist befugt, für den Gefährdeten in Notwehr zu handeln. Das ist dann Nothilfe.

Es würden Unbeteiligte sterben, früher anstatt später. Und hier geht es dann tagsächlich um ein Abwägen. Da geht es um ein Abwägen der Verhältnismäßigkeit. Diese Abwägung muss jeder treffen, der in Notwehr oder in Nothilfe handelt. Im Einzelfall innerhalb weniger Minuten oder sogar weniger Sekundenbruchteile. Das fordern Moral und Gesetze unser Kultur. Und weil in unserer Gesellschaft der Staat das Gewaltmonopol hat, fordert das unsere Gesellschaft von jedem, der in hoheitlicher Ausübung unmittelbaren Zwang anwendet. So wie ich mich daran halten musste, als ich als Bundeswehroffizier und Offizier vom Wachdienst handelte.

Ich persönlich glaube, dass der Abschuss eines Verkehrsflugzeugs in einer solchen wie im Film geschilderten Situation richtig ist. Hätte ich als Feuerleitoffizier und Kampfbesatzungsführer meiner Flugabwehrraketeneinheit den Befehl zum Abschuss eines zivilen Flugzeuges in so einer Situation erhalten, dann hätte ich das für richtig gehalten (soweit ich das 30 Jahre später beurteilen kann). Hätte ich den Befehl bekommen, das Flugzeug nicht abzuschießen, dann hätte ich das für falsch gehalten.

Aber ich war Offizier und damit an die Befehle gebunden (solange die Befehle nicht gegen Gesetze verstießen, ansonsten wäre es meine Pflicht gewesen, den Gehorsam zu verweigern). Im Zweifel hätte ich mich persönlich entscheiden müssen zwischen dem, was ich für richtig erachte, und dem, was ich für falsch erachte, das aber dem Befehl und den Gesetzen entspricht. Und das in Berücksichtigung, ob und wie ich gegen Befehle oder unrechtmäßige Befehle verstoße. Und das im Bewusstsein, welche Konsequenzen das für mich haben würde. So, wie sich Luftwaffen-Major Lars Koch für das entschied, was er für richtig erachtete, und er sich damit gegen das Gesetz entschied (obwohl er im Gerichtsverfahren dann freigesprochen wurde).

Doch wie ich mich in der konkreten Situation tatsächlich entschieden haben würde, das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Solche Entscheidungen sind Einzelfallentscheidungen unter Berücksichtigung von prinzipiellen Bedingungen wie der Moral, der Kultur und der Gesetze einer Gesellschaft.

Das ist meine Sicht. Doch ich weiß, dass andere Personen andere Sichtweisen und Standpunkte haben. Ich respektiere dies und setze mich mit den Argumenten der anderen auseinander, wenn wir in einen Dialog, einen Diskurs oder eine Debatte eintreten. Und das gleiche erwarte ich auch von anderen. Es ist gut, wenn es Anlässe gibt, die das wieder ermöglichen und verdeutlichen. Deswegen und dafür hat das TV-Event „Terror – Ihr Urteil“ einen wertvollen Beitrag geleistet.

Captain James Kirk sagte einmal zu mir (sinngemäß):

Sie haben eine falsche Entscheidung in einer konkreten Situation getroffen und das falsche Flugzeug abgeschossen. Aber Sie haben alles Wichtige in Ihre Entscheidung einbezogen, rational Ihre Entscheidung hergeleitet und mir Ihre Entscheidung nachvollziehbar und gut begründet.
Sie haben die falsche Entscheidung getroffen, aber sie war folgerichtig. Deswegen lasse ich Sie nicht durchfallen.

Ein anderer Offizier hätte mich möglicherweise durchfallen lassen, wenn er die Regeln, meine Überlegungen und mein Handeln abgewogen hätte. Ein anderer Richter würde einen Luftwaffen-Major Koch verurteilen. So wurde Koch vom Richter (d.h. mehrheitlich von den abstimmenden Zuschauern) freigesprochen.

Und ja: Diesen Captain James Kirk gab es wirklich. Es war allerdings kein echtes Flugzeug, das ich abschoss, sondern ein elektronisch simuliertes. Cpt. James Kirk war in zwei Jahren der Leiter des „TAC EVAL“-Teams, das die Einsatzbereitschaft unserer Einheit überprüfte („Tactical Evaluation„). Als Trekkie dachte ich zunächst an einen Scherz, als er sich uns vorstellte 😉

Links zur Sendung:

Bildquelle: Intern… ähm, Das Erste

Always Look on the Bright Side of Life

Im Wilmshof: Always Look on the Bright Side of Life

Kennt Ihr das? Ihr hört ein Musikstück, und dann will Euch diese Miststück nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ständig schreckt Ihr auf und merkt, dass Ihr die Melodie vor Euch hinsummt oder sogar den Text leise mitsingt?

(Aber doch so leise, dass kein vernünftiges Lebewesen Eure Torheit mitbekommt.)

Nun, vielleicht bin ich auch einfach nur alleine mit dieser Torheit. Ach was, Torheit? Für mich ist das manchmal ein Stubser, um nachdenklich zu werden.

Jedenfalls waren die allerbeste aller Ehefrauen und ich am Sonntag im Weingut Wilmshof in Selzen auf dem Hoffest. Wir ließen es uns mit ein paar Leuten bei Wein und lokalen Speisen gut gehen. Nicht weit von uns saßen Patricia Lösch und Alex Spröer auf der kleinen Bühne und musizierten auf ihren Gitarren so alles mögliche an Songs aus den letzten 50 Jahren herunter.

Zwölf Saiten, zwei beeindruckend variable Stimmen und ein Programm mit Coversongs von gestern und heute, das wie für die beiden gemacht scheint.

(About a Band)

Und irgendwann war dieser Ohrwurm dran, der mir seitdem nicht aus dem Kopf geht. Die ganze Woche über ploppte er in meinem Gehörgang hoch. Auch eben, als ich für eine Stunde leichtes Lauftraining absolvierte, dudelte der Ohrwurm fröhlich vor sich hin. Und irgendwann merkte ich, dass ich ihn mitsummte und in Gedanken versuchte, außer dem Titel noch den ganzen Text zusammen zu bekommen. Was natürlich nicht funktionierte.

Der Ohrwurm ist Always Look on the Bright Side of Life aus Monty Python’s Life of Brian.

Irgendwie entsprach es am Sonntag meiner Laune. Nein, nichts Besonderes ist passiert. Aber warum muss etwas passieren, damit man positiv denkt? Egal, ob oder ob nicht:

I mean, what have you got to lose?
you know, you come from nothing
you’re going back to nothing
what have you lost? Nothing!

Always look on the bright side of life

(Text auf Google Play)

Damit Ihr dabei mitsingen könnt:

(Direktlink zu Youtube)

So, es tut mir überhaupt nicht leid. Jetzt müsst Ihr eben auch mit dem Ohrwurm zurechtkommen 😉

Come on guys, cheer up!

Das Star Trek Universum stirbt!

Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)

Seit CBS und Paramount Ende letzten Jahres ein Gerichtsverfahren gegen die Fanfilm-Produktion Axanar (Google Suche) starteten, geht die Angst um bei vielen „Star Trek Fan“-Produktionen und bei Fans.

CBS hat die Fernsehrechte für Star Trek, und Paramount hat die Filmrechte für Star Trek. Jahrzehntelang duldeten CBS und Paramount die Fanproduktionen. Eine unausgesprochene Regel, auch aufgrund von inoffiziellen Quellen bei CBS und Paramount, lautete:

Solange Ihr keinen Profit macht, dulden wir Euch.

In den letzten Jahren stiegen Qualität und Anzahl der Fanproduktionen sowohl von Serien als auch von Filmen stetig an, nicht zuletzt aufgrund der technischen Entwicklung. Ein Meilenstein war der zwanzigminütige „Vorfilm“ Prelude to Axanar. Er sorgte für die Anschubfinanzierung auf Kickstarter. 100.000 Dollar, das Herzblut von vielen Star Trek Fans und von Leuten, die in der Film- und/oder „Star Trek“-Branche bereits gearbeitet hatten (darunter auch bekannte Schauspieler), sorgten für eine fulminante Dokumentation des vierjährigen Kriegs, der vor der Zeit der Originalserie stattfand und der nachfolgend mit Axanar verfilmt werden soll. Die „Schlacht von Axanar“ wird in der Original Serie („Raumschiff Enterprise“ in Deutschland) lediglich kurz erwähnt, aber die Verfilmung soll den kompletten Krieg zwischen Föderation und Klingonen aufzeigen – inklusive der Endschlacht von Axanar.

Fanfilme starten durch

Die Kickstarter-Kampagne für Axanar sammelte anstelle der anvisierten 100.000 Dollar insgesamt über 600.000 Dollar ein. Axanar war und ist ein herausragendes Beispiel für viele „Star Trek“-Fanproduktionen. Alle wurden qualitativ besser. Viele wurden so lang wie ein Spielfilm. Und manche wie „Star Trek Continues“ (Facebook) entwickelten sich zu kontinuierlichen, hochqualitativen Web-Serien:

Starring Vic Mignogna, Todd Haberkorn, Chuck Huber, Chris Doohan, Grant Imahara, Kim Stinger, Wyatt Lenhart and Michele Specht

Die Fanproduzenten von Axanar, die das Projekt vorantrieben, hatten Axanar Productions gegründet, um die steigenden Aufwände besser zu koordinieren, und auch um angeschaffte oder angemietete Ressourcen wie die Filmhalle unterzuvermieten,
um das Geld wieder in die Produktion fließen zu lassen. Die Schauspieler arbeiten für wenig Geld, viel weniger als sie für eine professionelle Produktion erhielten. Der „Kopf“ dahinter ist Alec Peters, der selbst seit Jahrzehnten Star Trek Fan ist und bei Filmproduktionen mitarbeitete. Manche stören sich daran, dass er und ein paar wenige Andere eine Aufwandsvergütung bekamen. Ich nicht. Soweit ich mich erinnere, erhielt Peters 2015 eine Aufwandsvergütung von etwa 20.000 oder 30.000 Dollar, während er Vollzeit für das Projekt arbeitete.

Axanar ist ein Symptom und nicht die Wurzel. Alle Fanfilme und -serien wurden besser und aufwändiger.

CBS und Paramount drehen durch

Doch gerade angesichts des Erfolgs von Axanar und dem 50-Jahre-Jubiläum von Star Trek sowie „Star Trek Beyond“ und dem Start einer kommenden neuen „Star Trek“-Serie von CBS traten CBS und Paramount mehr als kräftig auf die Bremse und verklagten Axanar Productions. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob J.J. Abrams (Regisseur u.a. von „Star Trek“ (2009) und „Star Trek Into Darkness“ (2012)) und Justin Lin (Regisseur u.a. von „Star Trek Beyond“ (2016)) CBS und Paramount von ihrer Klage hätten abbringen können („JJ Abrams Announces that Paramount to Drop Lawsuit!„). Doch das Verfahren geht weiter, und der Beginn des Gerichtsverfahren ist am 31. Januar 2017 („Axanar Productions’ Motion to Dismiss Denied„).

Im Juni veröffentlichten CBS und Paramount auf der Star Trek Website Star Trek Fan Film Guidelines, welche letztendlich fast alle Fanproduktionen zum Erliegen bringen dürften. Neben berechtigten Einschränkungen aus Markensicht gibt es nämlich insbesondere diese Punkte, die dafür sorgen werden:

  • Eine Fanproduktion darf nur kürzer als 15 Minuten sein für eine Story, oder insgesamt 30 Minuten für zwei Teile.
  • Keine weiteren Fortsetzungen, Episoden, Remakes.
  • Der Inhalt der Produktion darf keine Wiederholung oder Adaption einer „Star Trek“-Produktion oder eines -Clips sein.
  • Wenn eine Fanproduktion Uniformen oder Zubehöre verwendet, die kommerziell verfügbar sind, dann müssen sie auch offiziell gekauft werden und dürfen sie nicht selbst hergestellt (beispielsweise geschneidert) werden.
  • Alle Beteiligten müssen Amateure sein.
  • Die Beteiligten dürfen keine Entschädigung für ihre Teilnahme erhalten.
  • Keiner der Beiteiligten darf früher oder gegenwärtig ein Beschäftigter, Angestellter oder Beauftragter („currently or previously employed„) irgendeiner Star Trek Produktion sein.
  • Die Finanzierung darf 50.000 Dollar nicht überschreiten (z.B. Kickstarter, Indiegogo, Spende).
  • Für das Betrachten der Fanproduktion darf kein Geld bezahlt werden.
  • Die Fanproduktion darf nicht physisch verteilt werden (z.B. DVD, Blue Ray).

Diese von CBS und Paramount so gepriesenen Fan Film Guidelines brechen den Fanproduktionen das Genick. Nie dürften Schauspieler wie Tim Russ (Comander Tuvok), Nichelle Nicols (Nyota Uhura) oder Walter Koenig (Pavel Chekov) eine Rolle spielen, noch nicht einmal in einem kurzen Chameo-Auftritt. Auch ein Schauspieler, der noch nie etwas mit Star Trek zu tun hatte, dürfte – weil er Profi ist – nicht mitmachen. Ein professioneller Komponist, der beispielsweise den Score für Horror-Filme oder Thriller schreibt, aber noch nie mit Star Trek zu tun hatte, dürfte nicht mitmachen. Jemand, der an 10 Drehtagen als Komparse mitmacht, dürfte noch nicht einmal 50 Dollar als Entschädigung bekommen.

Die Folgen

Die Zukunft der Fanproduktionen ist ungewiss. Laufende Produktionen dürfen fertig gestellt werden. Viele überlegen noch, wie es dann weitergeht. Viele werden eingestellt. Manche wollen versuchen, ihren nächsten Film unter Berücksichtigung der Fan Film Guidelines zu erstellen. Doch viele Fanproduktionen werden eingestellt.

Das Star Trek Universum stirbt (Star Trek New Voyages)
Das Star Trek Universum stirbt (Website von Star Trek New Voyages)

Einer der großen Fans, James Cawley, hat jahrelang Fortsetzungen der Originalserie mit eigener Handlung produziert und dazu ein eigenes Filmset kreiert. Aus der Serie „Star Trek New Voyages“ wurde plötzlich Star Trek Original Series Set Tour – lizensiert von CBS und Paramount. Die Serie selbst ist eingestellt. Die Website von Star Trek New Voyages zeigt seit einiger Zeit eine Meldung, die mit ihrem schwarzen Hintergrund das Ende der Fanproduktion symbolisiert.

Noch stellt Star Trek Continues die aktuell produzierte Episode 7 fertig. Viele Schauspieler der Originalserie wie Michael Forest als Apollo hatten in der Serie Gast- oder sogar Hauptrollen. Die Rolle des Ingenieurs „Scotty“ spielt interessanter Chris Doohan, der Sohn des Schauspielers James Doohan aus der Originalserie. Doch die Zukunft der Serie ist ungewiss.

(Direktlink Star Trek Continues E06 “Come Not Between the Dragons”)

Eine gute Übersicht zu Fanproduktionen, Axanar und die Klage bietet dieses 11-minütiges Video (kompletter Text auf Reason.com).

Das Star Trek Universum stirbt

Es sind die Fanproduktionen, die das ursprüngliche Star Trek Universum hatten weiterleben lassen. Jahrelang, seit Einstellung von „Star Trek: Enterprise“, warteten die Fans auf weitere Folgen – als Film oder als Serie. Bereits mit der Serie Star Trek Enterprise waren viele unzufrieden, weil sie sich gegen Ende von dem Original-Handlungsstrang entfernte. Mit der Produktion von „Star Trek“ (2009) wurde ein ganzes Paralleluniversum eingeführt, in dem es Fakten und Handlungen gab, die dem Originaluniversum widersprachen, und die – aus Sicht des originalen Spock – logisch falsch waren. CBS und Paramount lassen das alte Star Trek Universum sterben, jedes Jahr ein Stück mehr. Und dann wundern sie sich, dass die Star Trek Fans nach Fanproduktionen gierten, welche die Gene-Roddenberry-Welt weiterleben lassen.

Als junger Jugendlicher habe ich den Samstagen entgegengefiebert, an denen es am frühen Abend die Originalserie gab („Star Trek: TOS“ – The Original Series). Ich brauchte etwas, bis ich mich an „Star Trek: TNG“ (The Next Generation) gewöhnte. Auch beim ersten Kinofilm zögerte ich etwas, über ihn zu urteilen. Und dann begann ich ihn zu lieben. So wie alle nachfolgenden Serien und Filme. Zunächst.

Weil ich das Star Trek Universum liebe. Weil es eine positive und nachdenkliche Sichtweise in sich trägt. Ich bewundere die Leute, die viel ihrer Zeit, ihrer Kraft und auch manchmal ihres Lebens in die „Star Trek“-Fanproduktionen einbrachten und (noch) einbringen.

Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)
Star Trek Beyond (Trailer-Screenshot)

CBS und Paramount entschlossen sich für einen neuen Umgang mit Star Trek und jetzt mit Fan-Filmen. Und ich mag überhaupt nicht, dass sie „The Dark Side“ wählten. Die bisherigen neuen „Star Trek“-Filme gefielen mir bei allem grundsätzlichen Unbehagen einigermaßen. Aber auch schon da empfand ich oft, dass es nur um Action, Show und Gags ging. Und dann sah ich die Trailer von „Star Trek Beyond“. Und ich fühlte dabei überhaupt nichts von Star Trek.

Ich sehe (ohne den Film selbst gesehen zu haben) ein Rapid-Action-Science-Fiction-Drama-Irgendwas aus irgendeinem Marvel Universum, in dem die Schauspieler zufällig Uniformen anhaben, die Star Trek Uniformen ähneln. Es fühlt sich einfach nicht mehr nach Star Trek an. Zumindest nicht nach dem Star Trek, das ich liebe. Es ist halt Irgendetwas wie all die anderen Rapid-Action-Irgendwas-Dramas (oder steht Action am Schluss?).

Dieselbe Action, derselbe Plot, dasselbe Nichts.

Technisch sehr, sehr gut gemacht, die Schauspielerleistungen sind sicherlich sehr gut. Vielen, gerade jüngeren Leuten wird dieses Irgendetwas gefallen, aber … es ist nicht mein Star Trek.

Das Star Trek Universum stirbt.

Renegages: The Series

Und während das Star Trek Universium stirbt, während CBS und Paramount ein anderes teures und doch mir nichtssagendes billiges Universum erschaffen, erheben sich die Renegaten in ihrem neuen, eigenen Universum:

Renegades: The Series

Bereits die erste Episode schlug ein. Viele Bekannte Schauspieler waren dabei, viele davon sind wieder bei Episode 2 und 3 dabei.

(Direktlink Trailer, Direktlink komplette Episode 1)

Denn nach dem furiosen Start mit der ersten Episode beginnt Renegades The Series jetzt mit der Postproduktion der Episoden 2 und 3.

The Dirty Dozen goes interstellar in this exciting new ongoing Sci Fi series about a group of rogues, rebels, and outcasts who find themselves faced with the greatest threat the Confederation has ever encountered. With a man known only as the Admiral (Walter Koenig) heading up Confederation Intelligence and Kovok (Tim Russ) a part of the Confederation’s clandestine Black Ops organization, they recruit Captain Lexxa Singh (Adrienne Wilkinson) and her rogue crew to do those missions that no one else can or will do. When the Confederation is threatened and standard protocol won’t work, it is up to this rag-tag group of Renegades to save them all.

(About Renegades)

Renegades: Walter Koenig und Nichelle Nichols (Quelle: Renegades)
Renegades: Walter Koenig und Nichelle Nichols (Quelle: Renegades)

Neben Walter Koenig (bekannt als Pavel Chekov im Original Star Trek Universum), Tim Russ (bekannt als Commander Tuvok in Voyager) und Adrienne Wilkinson (bekannt als Livia/Eve, Tochter von Xena) ist Nichelle Nichols (bekannt als Nyota Uhura im Original Star Trek Universium) dabei. Es wird das letzte Mal sein, dass Koenig und Nichols gemeinsam vor der Kamera stehen. Walter Koenig hat angekündigt, nach Renegades keine weiteren Rollen zu übernehmen.

Weitere Renegades-Schauspieler sind Terry Farrell (bekannt als Jadzia Dax in Deep Space Nine), Robert Beltran (bekannt als Commander Chakotay in Voyager), Gary Graham (bekannt als Detective Matthew Sikes in Alien Nation und als Ambassador Soval), Cirroc Lofton (bekannt als Jake Sisko in Deep Space Nine), Bruce Young (bekannt als Capt. Simon Banks in The Sentinel) und viele weitere!

Moment mal! Widerspricht das nicht den Star Trek Fan Film Guidelines von CBS und Paramount? Absolut. Nicht!

Denn nach der Klage gegen Axanar, dem absehbaren Schwenk von CBS und Paramount und schließlich den Star Trek Fan Film Guidelines verlässt Renegades das Star Trek Universum. Alle Hinweise auf Star Trek werden entfernt, es ist ein eigener Handlungsstrang in einem eigenen Renegades Universum.

So werden beispielsweise alle Rangabzeichen geändert. Aus der Föderation der Planeten wird die Konföderation. Die „Communicator“ bekommen ein ganz anderes Aussehen. Selbst die „vulkanischen Spock-Ohren“ von Tim Russ verschwinden. Im Renegades: The Requiem Teaser 1 sind in diversen Stellen (sicherlich vorläufige) Retuschierungen zu erkennen.

Ich finde es schade, dass Renegades zu diesem Schritt gezwungen wurden. Letztendlich werden alle anderen Fanproduktionen vor der Entscheidung stehen, diesem Schritt zu folgen oder ihre Produktion einzustellen. Denn mit den Fan Film Guidelines gibt es keine „Star Trek“-Fanproduktionen mehr, wie es sie früher einmal gab.

Doch ich freue mich umso mehr auf Renegades: The Series Episode 2 + 3 + …

Fundraising: Renegaten, erhebt Euch!

Damit die Episoden 2 und 3 auch fertig gestellt werden können, beteilige ich mich als Investor.

Ich werde im Gegenzug Zugang zum exklusiven Produktionsblog mit Insidermaterial und -informationen erhalten. Und ich bekomme ein gemeinsames Foto von Walter Koenig und Nichelle Nichols mit ihren Unterschriften (nein, es wird nicht verkäuflich sein).

Auf Indiegogo läuft die Finanzierungskampagne für die Postproduktion von Renegades: The Requiem.

A Sneak Peek of „The Requiem“

For the past few months, we have been in production on both parts of „The Requiem.“ Although we’ve still got a bit more to shoot, we want you to see what we’ve been working on, so we’ve put together this very rough compilation of our shoot for your viewing enjoyment. Here it is… the very first sneak peek of „The Requiem!“

Star Trek legends and accomplished sci-fi producers create an original science fiction series.

Das Finanzierungsziel liegt bei 60.000 Dollar. Heute, am dritten Tag der Indiegogo-Kampagne zur Finanzierung der Postproduktion von Renegades: The Requiem, sind bereits 50.141 Dollar finanziert. Die Kampagne läuft insgesamt einen Monat.

Das Star Trek Universum stirbt – aber die Konföderation lebt! Werde Renegat!

Go funding:

Renegades: The Requiem, post-production

Titelbildquelle: Star Trek Beyond Trailer #3 (2016) – Featuring „Sledgehammer“ by Rihanna – Paramount Pictures1


  1. Jetzt hoffe ich nur, dass ich für das Titelbild keine Abmahnung von Paramount bekomme. 

Wie Flüchtlinge ihre Smartphones benutzen

Smartphone (Samsung S3)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat eine Feldforschung/Studie zur Nutzung von Information Communication Technology (ICT) herausgegeben. In ihr wird aufgrund von Flüchtlingsbefragungen in Griechenland, Türkei und Jordanien aufgezeigt, welche Technik Flüchtlinge benutzen (und wie), um miteinander zu kommunizieren. Dazu ein paar Einblicke und persönliche Erfahrungen.

Durch die Website des CorporateLearningCamps habe ich von der Studie erfahren und sie mir durchgelesen. Bei betterplace lab gibt es eine kurze Zusammenfassung mit Empfehlungen sowie die Studie zum Herunterladen als PDF in Englisch:

Feldforschung und Studie: Wie ICT in der Flüchtlingskrise hilft

Ein paar Einblicke, die ich aus der Studie gezogen habe und die für Helfer in Deutschland hilfreich sein könnten:

  • Smartphones sind bei Flüchtlingen sehr weit verbreitet (z.B. fast 100 Prozent bei Syrern).
  • Fast alle Smartphones sind Android-Geräte.
  • Das Telefon ist oft „Familienbesitz“. Es gibt ein Smartphone in der Familie und das hat der Mann der Familie, auch wenn sich Jugendliche oder Kinder sogar besser damit auskennen.
  • Das Smartphone ist die einzige Möglichkeit, um mit Verwandten und Freunden zu kommunizieren.
  • Kaum jemand benutzt Email oder hat eine Emailadresse.
  • Nur wenige wissen, was eine Website ist, und dass es einen Browser gibt. Mit einer Adresse wie betterplace-lab.org können sie nichts anfangen.
  • Fast alle benutzen Facebook und Whatsapp – und zwar nahezu ausschließlich, d.h. keine anderen Apps (außer solche wie Foto/Video).
  • Facebook und Whatsapp wird in der „Peer-Kommunikation“ benutzt, d.h. es werden Nachrichten ausgetauscht mit einzelnen anderen Personen.
  • Whatsapp– oder Facebook-Gruppen werden so gut wie gar nicht benutzt.
  • Manche können die Smartphone-Tastatur nicht bedienen (wg. Sprache/Analphabetentum), so dass dann Sprachnachrichten versendet werden oder Telefonate über eine App geführt werden.

Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass das bei Flüchtlingen hier in Deutschland genauso ist (insbesondere, wenn die Flüchtlinge schon länger hier sind). Jedoch könnten ehrenamtliche Helfer überlegen, ob sie „ihren“ Flüchtlingen anbieten, mit ihnen über Whatsapp oder Facebook zu kommunizieren (mit vielen Vielleichts).

Bisher habe ich nur gelegentlich in einzelnen Tweets durchblicken lassen oder in persönlichen Gesprächen erzählt, dass ich hier in Selzen in Rheinhessen ein bisschen bei der Betreuung von Flüchtlingen unterstütze. Ich möchte die Studie und die Einblicke jedoch zum Anlass nehmen, ein paar persönliche Erfahrungen/Einschätzungen (die nicht allgemein und vermutlich nicht übertragbar sind) zu teilen:

  • Neutral fragen. Nicht jeder gibt gerne seine Telefonnummer einem Anderen oder Fremden. Das gilt sowohl für Flüchtlinge als auch für Helfer.
  • Tatsächlich scheint es so zu sein, dass es ein „Familien-Handy“ gibt und dass dies der Mann in der Familie hat.
  • Flüchtlinge bauen sich ein Netzwerk von Kontakten und Bekannten in Deutschland auf, mit denen sie telefonieren können, wenn sie eine Frage oder Hilfe haben (weil beispielsweise der Arzt, den sie vor ein paar Wochen in Deutschland kennenlernten, arabisch spricht).
  • Wenn die Kommunikation zwischen Helfer und Flüchtling zu einem wichtigen Thema stecken bleibt (weil Mimik/Gestik/Übersetzungsapp nicht reicht), rufen Flüchtlinge manchmal einen dieser Kontakten an, der als Übersetzer aushilft.
  • Es gibt Helfer, die kein Smartphone haben oder keine Apps auf ihrem Smartphone benutzen.
  • Viele Helfer, die ein Smartphone haben, benutzen kein Whatsapp und kein Facebook.
  • Manche Helfer haben einen Computer und nutzen E-Mail – aber in sehr unterschiedlicher Frequenz (u.U. alle paar Tage).
  • Collaboration Apps/Anwendungen zum Bearbeiten von Inhalten (Wiki, Google/Microsoft Docs) oder für Aufgabenplanung habe ich bisher noch gar nicht angetroffen.
  • Das Nutzungsverhalten aktueller ICT bei Helfern hängt vom Alter ab und davon, ob es sich um eine ländliche Gegend handelt (absolute Vermutung!).
  • Primäre Kommunikationsmittel bei Helfern sind Telefon und E-Mail (ggf. mit sehr großer Anzahl Empfänger in to: beziehungsweise cc:).

Wie geschrieben: Das sind persönliche Erfahrungen.

Als Übersetzungstool hat sich für mich der Microsoft Translator bewährt. Normalerweise sehe ich bei Flüchtlingen den Google Translator, den ich zwar schon auf dem Smartphone aber noch nicht ausprobiert habe. Ob sich eine Kommunikation per Textnachrichten in Whatsapp oder Facebook-Messenger und mit Hilfe eines Übersetzungsprogrammes bewähren würde, halte ich für zweifelhaft. Denn eine meiner Erfahrungen ist: Mimik und Gestik helfen sehr bei der Unterhaltung in Syrisch-Arabisch und Deutsch via Translator-App!

Warum schreibe ich das eigentlich? Ich würde mich freuen, mich dazu mit anderen auszutauschen zu können.

Welche Eindrücke und Erfahrungen habt Ihr zur Kommunikation mit Flüchtlingen und/oder unter ehrenamtlichen Helfern?

P.S. Weil es dazu passt, hier ein Video (via Blogrebellen)

 

Spielt ruhig #PokemonGo – ich bleibe bei #RheinhessenGo

PokemonGo (Bildquelle: Video Pokémon Go Deutschland)

Der neueste heiße Sch*** ist Pokémon Go. Das macht vermutlich richtig Spaß, wenn man sich darauf einlässt. Doch momentan halte ich es eher wie Wissenssucher Falk Hedemann („Warum ich kein Early Adopter mehr bin„):

Mir persönlich ist das alles viel zu viel geworden. Quasi jede Woche müsste man einem neuen Hype nachrennen, wenn man hipp bleiben will. Das frisst mir einerseits zu viel meiner Zeit und andererseits sehe ich in vielen aktuellen Hypes für mich persönlich auch keinen Nutzen. […] Und erzählt mir doch bitte nicht, dass ich die Kontrolle über mein Leben verloren habe, wenn ich Snapchat nicht verstehe! Das Gegenteil ist der Fall: Wer jedem Hype hinterherläuft hat die Kontrolle über sein Leben verloren!

Nintendo wirbt mit dem SpruchNichts wie raus und Go!

Das mache ich schon seit langem. Vor einiger Zeit habe ich einen Trend für mich entdeckt, den ich derzeit so richtig auslebe: Entspannen, am besten mit #RheinhessenGo: Einfach rein ins Rheinhessen, sich auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaft einlassen. Sich überraschen lassen und auch gerne einmal von Rehkitzen überfallen lassen.

Nichts wie Rheinhessen und Go! #RheinhessenGo

Da trifft man auf Bauern, Wanderer, Winzer, Jogger, Flüchtlinge … Menschen eben. Da gibt es wahnsinnige Landschaften, eine wundervolle Pflanzenwelt und jede Menge Monster. Und manchmal, wenn man Glück hat, dann fühlt man sich fast im Reservat, bereits wenn man von der Terrasse raus guckt.

Eule - putzend und starrend

Eule - putzend und starrend

Flieger, grüß mir die Sonne!

Großer Sand

Katharinenkirche und Oppenheim

Turmfalken Selzen 22.06.16

Der Rehkitz-Überfall

Mauerschwalben in Stadecken

Pferdekoppeln bei Stadecken

Reh in den Weinbergen

Hummel in Rheinhessen

Pilgerweinberg - Weingarten

Turmfalkennest in Selzen 07.06.16

Futter im Turmfalkennest 25.05.16

Selztalwanderung

Pferde bei Köngernheim

133 Unser großes schwarzes Hausmonster

Vielleicht, vielleicht reizt es mich doch irgendwann. Aber bis dahin:

An alle PokemonGoer, Prismaer, Snapchatter und XYZer: Ich bin raus.

Titelbildquelle:

Distanz: 48,3 Kilometer. Dauer: 5 Stunden 12 Minuten …

Spass beim Joggen

Ich bin definitiv kein Läufer sondern ein Jogger. Auch als Jogger schätze ich mich eher langsam ein. Wenn ich dann die Ansage der Runtastic-App höre, bin ich schon mal etwas frustiert. Dann komme ich wieder zurück, ziehe meine Laufschuhe aus und schlürfe meinen Kaffee.

Doch so manchmal stelle ich mir beim Joggen vor …

  • Sicherstellen, dass die Medienwiedergabe auf „Volle Lautstärke“ steht
  • Augen auf beim Joggen
  • Auf entgegenkommende Wanderer, Jogger, Winzer, Bauern achten
  • Kurz, bevor sie auf gleicher Höhe mit mir sind, eine MP3-Datei abspielen
  • Bewundernde Blicke einfangen

Bevor die gemerkt haben, dass ich total ausgepowert und erst eine halbe Stunde unterwegs bin und das nur eine Aufnahme ist, habe ich mich an denen hechelnd vorbeigeschleppt.

(Direktlink zum Audioboo)

P.S. In der letzten Zeit habe ich hier nicht viel geschrieben. Das lag wohl unter anderem daran, dass ich sehr viel entspannt habe.

Fotoalbum Joggen in Rheinhessen auf Flickr

[flickr_set id=“72157667954317573″ images_height=“250″ lightbox=“swipebox“]

Manchmal bekommst Du das, was Du nicht möchtest

Brille auf Bank

Heute morgen sammele ich meine Laufklamotten, mich und meine Gadgets. Dann schnappe ich mir die Brille zum Laufen. Meine „normale“ Gleitsichtbrille mit automatischem Dunkelwerden nehme ich dazu nicht. Beim Laufen brauche ich einfach nur Fernsicht und außerdem die Brille mit einem festeren Halt.

Zwischendurch nervt mich mein Smartphone, das irgendwie unsäglich langsam ist. „Boot tut gut“ denke ich mir und starte das Gerät neu. Fertig. Runtastic auf dem Smartphone starten. Runtastic will Zugriff auf GPS? Okay, da hast Du es. Fertig. Raus aus der Wohnung, Laufschuhe an, Runtastic sagen, dass ich jetzt loslaufe. Und … los.

Die Sonne scheint, ich fühle mich großartig. Nach ein paar hundert Metern realisiere ich, dass es irgendwie so dunkel ist – trotz des strahlenden Sonnenscheins. Und dann merke ich, dass ich die falsche Brille aufhaben. Umdrehen? Nein. Also setze ich die Brille ab und nehme sie aufgrund fehlender Tasche einfach in die Hand. Blöd, das stört schon. Aber jetzt habe ich sie halt nunmal dabei und muss damit klarkommen.

Irgendetwas summt vor mir und kommt innerhalb ein paar Sekundenbruchteilen auf mein Gesicht zu. Mein Mund ist geschlossen, ich atme durch die Nase ein … und habe das Flugvieh in der Nase. Meine Nase bitzelt. Ich drücke. Hoffentlich ist die Fliege tot. Ein paar Meter weiter merke ich, dass die Nase juckt. Ich drücke. Ich schnäuze durch das bewusste Nasenloch aus. Ich laufe weiter. Ich traue mich nicht, stark durch die Nase einzuatmen. Aber das Vieh ist wohl tot, ich habe es in der Nase und muss damit klarkommen.

Brille auf Bank
Brille auf Bank

Beim Laufen schieße ich ein paar Fotos von den Weinbergen. Irgendwann lockt eine Bank im Sonnenschein mit einem schönen Ausblick auf die Weinberge und auf Selzen. Ich setze mich, lege die blöde Brille neben mich und nutze die Gelegenheit, um mein 365er Foto per Mail hochzuladen. Nur schnell ein Betreff, zwei Tags und die Blog-Mailadresse … Wo, VERD***T noch mal ist die automatische Vervollständigung der Mailempfänger? Nicht da. Ich erinnere mich an den Neustart und die merkwürdige Frage von Runtastic nach der Standortberechtigung. Egal, dann eben jetzt kein 365er verschicken. Damit muss ich klarkommen.

Manchmal bekommst Du das, was Du nicht möchtest.

Und nicht immer kannst Du das bekommen, was Du möchtest.

So wie bei dem heutigen Lauf geht es mir immer mal wieder im Leben. Aber das ist nunmal das Leben. Damit komme ich schon klar 😎

You Can’t Always Get What You Want

So, und jetzt setze ich aus Protest einfach mal dieses blöde Smartphone zurück. Das bekommst Du jetzt von mir, Du blödes Ding, ob Du willst oder nicht.

Gesucht: Tipps für neuen Monitor

Monitortipps

Ich überlege, mir einen neuen, aktuelleren und etwas größeren Monitor anzuschaffen, an dem dauerhaft mein HP Desktop und zeitweise mein HP Spectre x360 oder gelegentlich mein iPad hängt. Mein jetziger Monitor ist etwa 6 alt, der neue sollte vermutlich auch etwa solange halten.

Vielleicht könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, bevor ich mich auf die weitere Suche begebe. Dazu ein paar Hintergründe/Fragen:

  • Einsatz: Officeanwendungen, Browser, Videos schauen, aber keine Videobearbeitung, kein Gaming.
  • Auflösung: Derzeit brauche ich nur Full HD (mehr können meine momentanen Geräte nicht), aber ist es vielleicht sinnvoll, jetzt schon einen 4K-Monitor zu holen?
  • Größe: 24 Zoll halte ich für sinnvoll, mein jetziger hat 21 Zoll. Mehr würde einfach zu wuchtig wirken im kleinen Büro bei mir.
  • Anschlüsse: Mind. 3 HDMI. Sollte ich auf weitere Anschlüsse wie Displayport wg. Zukunftsfähigkeit achten?
  • Format: Typischerweise das normale Widescreen (wohl 16:9). Inzwischen gibt es Monitore im 21:9-Format. Für das „Fensterln“ wäre das vielleicht sinnvoll, aber wie verträgt sich das mit der üblichen Grafikauflösung Full-HD (gibt es da spezielle Treiber?), sollte ich derzeit die Finger davon lassen?
  • Verstellbarkeit: Der Monitor sollte sich in Höhe und Neigung verstellen lassen.
  • Split Screen und PIP: Ich sehe da für einen Office-Monitor eigentlich keinen besonderen Wert für mich. Oder sehe ich das nur nicht?
  • Lichtstärke: Der Monitor steht vor dem Fenster, ich habe Gegenlicht. Worauf sollte ich da achten?
  • Preisobergrenze 350 Euro

Gibt es, worauf ich besonders achten sollte? Habt Ihr sonst noch Hinweise?

Habt oder kennt Ihr einen Monitor, den Ihr mir empfehlen könnt?

Über die Fragmentierung der Kommunikation

Danke. Das wollte ich auch schon immer mal drüber reden.

Warum ich das alles schreibe? Meine Frau sagt gerne, wen sie mir ein Problem auftischt und ich sofort nach einer Lösung suche: “Ich will nur drüber reden, ich will keine Lösung”.

Genau. Ich wollte nur mal drüber reden.

(Alexander Kluge, warum er über die Fragmentierung der Kommunikation schreibt: Kanal voll)

Als Freiberufler kommt gefühlsmäßig alle zwei Monate eine neue Plattform dazu, insbesondere im Messaging-/Chat-Bereich. Im persönlichen Bereich (Freunde/Hobby/AGs) bleibt es gefühlt besonders chaotisch, da werden Kettenmailthreads immer noch gerne genommen, um Informationen zu streuen oder Aktivitäten zu koordinieren. Oder besonders Fortgeschrittene haben irgendwann für den Kreis Mailinglisten eingeführt. Gelegentlich wird über andere Möglichkeiten diskutiert und doch kaum etwas geändert, weil keiner den anderen etwas Neues vorschreiben will oder kann, weil ja welche dagegen sind (oder nur dann, wenn alle wollen). Und dann bilden sich einzelne Arbeitsgruppen auf Whatsapp, Facebook, Telegram. Wobei das gleiche auch immer noch gerne im Unternehmensumfeld genommen wird.

Für mich als Freiberufler und Privatperson ist das Thema eines allumfassenden Archivs (Danke für den Hinweis, Bernd Gewehr) sehr, sehr verlockend, weil die Kommunikation auch pro Thema/Arbeitskreis/Kunde plattformübergreifend hin und her springt. Heute Whatsapp, morgen Facebook, übermorgen dann doch wieder E-Mail. Oder jemand hat eine ganz wichtige Idee und spricht jemandem eine Sprachnachricht. Früher auf den Anrufbeantworter (der doch nie antwortete), später dann auf die Sprachbox. Heute wird auch gerne mal WhatsApp genommen, um eine Sprachnachricht loszuwerden. Ja, mich erreicht Ihr damit. Und ich Euch. Aber später?

Für „offizielle Inhalte“ bleibt als Rettung immer E-Mail, irgendwann. Aber meistens ist es eben nicht das Problem offizieller Inhalte sondern das kleiner Absprachen zur Organisation oder irgendwelcher Ideen und Hinweise. Nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten ploppt das Thema wieder hoch. Da stellt sich eine Idee, ein Hinweis, eine Absprache als kriegsentscheidend heraus. und jeder fragt sich: Wo hat das wer wann noch mal erwähnt, da hat doch mal…? Und keiner weiß, ob das Medium Mailingliste, Whatsappgruppe-/Nachricht, Facebook-Message/-Gruppe, Slackkanal/-nachricht oder was auch immer war.

Google ist ein einziges riesengroßes #Fail, weil es nur Webseiten durchsucht.

Google für alles

Die Suche hängt immer noch von einem riesengroßen löchrigen dezentralen Index ab: Den Köpfen der Leute. Der Kopf, der es dann wüsste, ist nach Murphy’s Law mindestens in Urlaub.

Ich habe das hier verbloggt, damit Ihr das hier von Facebook wiederfindet (also mit Google), wenn ich in Urlaub bin.

Trekonomics: The Economics of Star Trek (Inkshares)

Trekonomics

Selten war meine Vorfreude auf ein Buch so groß wie die auf Trekonomics, das ich auf Inkshares finanzierte.

Dem einen oder anderen dürfte nicht entgangen sein, dass ich Science Fiction Fan im allgemeinen und Star Trek Fan im besonderen bin. Irgendwie (die Wege eines Vulkaniers sind unergründlich) stieß ich im Juli letzten Jahres auf entweder zuerst Inkshares oder zuerst auf Trekonomics.

Inkshares

Inkshares ist eine Crowdfunding-Plattform und gleichzeitig ein Verlag. Also wie Kickstarter für Bücher, bloß mit etlichen Leistungen für Autoren (siehe FAQ).

We’re a book publisher that has readers, not agents or editors, decide what we publish. We publish any work that successfully hits a pre-order threshold on our platform. By “publish” we mean that we edit, design, print, distribute, and market books. You can find our funded books here.

Trekonomics

Man nehme „Star Trek“ sowie „Economics„, mache sich Gedanken darüber und ein Buch daraus:

Trekonomics from Inkshares on Vimeo.

Jedenfalls stieß ich auf das Buchprojekt Trekonomics von Manu Saadia aka @trekonomics. Als Trekkie und Fan von Isaac Asimov faszinieren mich die Überlegungen, wie eine Volkswirtschaft, nein, die Wirtschaft eines Planetenverbundes, der United Federation of Planets, ohne Geld funktionieren könnte oder auch müsste angesichts des Überflusses („Abundance“) von Energie und dadurch via Replikatoren der Dinge.

…it no longer seemed so important whether the world was Adam Smith or Karl Marx. Neither made very much sense under the new circumstances.

  • Isaac Asimov, I, Robot

Ich entschloss mich, das Buch zu finanzieren. Als Crowdfunder bin ich ja sozusagen ein Investor und als solcher ein Stakeholder. Eine der Aspekte des Stakeholder-Konstrukts ist es übrigens, dass eine Person oder Organisation mehrere Stakeholder-Rollen innehaben kann. So bin ich weiterhin Stakeholder des Projekts in meinen Rollen als Kunde, Leser und Fan.

Einen guten Einblick in die Motivation Manus liefert der Artikel auf Tech Insider „If you grew up like me, then you’d be a Trekkie too“ (ausführlicher in der Einführung auf Inkshares).

Auch wenn ich in meiner Familie niemanden hatte, der unter dem Dritten Reich, der Gestapo oder gar Buchenwald zu leiden hatte, so sah ich doch Ähnlichkeiten in meiner Entwicklung. Auch ich war vom Kalten Krieg geprägt, er brachte mich dazu, der Bundeswehr beizutreten und eine Offizierlaufbahn einzuschlagen. Gleichzeitig war ich immer der Ansicht, dass es nicht „das Böse“ gibt (das kann ich mir nicht verkneifen: Das wäre möglicherweise eher etwas für Star Wars Fans). Auch die Vulkanier Klingonen (was hat mich da nur geritten) waren einmal, in der Originalserie (Star Trek: The Original Series (TOS), „das Böse“, „die Roten“. Doch schon in TOS deutete sich eine differenzierte Sichtweise an. Medaillen haben immer mehr als zwei Seiten.

Gerade in unserer Zeit, in der in der Wirtschaft eine Entwicklung weg von der reinen Hierarchielehre hin zu System- und Netzmodellen stattfindet, werden immer öfter Besitztümer und Statussymbole hinterfragt. Was wird wichtiger, wenn die Unternehmen immer mehr mit Kollaboration anstelle Wettbewerb agieren? Mit Communities, Rollen und Circles? Was macht das aus unserer Gesellschaft?

Was geschieht beispielsweise, wenn wir eine saubere und grenzenlose Kernfusion haben? Wenn wir tatsächlich den Mars kolonisiert haben und auf Rohstoffe anderer Planeten des Sonnensystems oder gar des Kuipergürtels zugreifen können? Was ist uns dann wichtig?

A lot has changed in three hundred years. People are no longer obsessed with the accumulation of ‚things‘. We have eliminated hunger, want, the need for possessions.

(Memory Apha Wikia: Money)

Nicht, dass ich glaubte, das mit meinen jetzigen 55 Jahren noch einmal erleben zu dürfen. Aber was wäre die Zukunft ohne das Denken darüber?

Trekonomics kommt am 31. Mai in den Buchhandel. Ihr könnt es auf Inkshares kaufen, oder auf Amazon.com oder Amazon.de (derzeit beide nur als Hardcover) vorbestellen.

Als Investor genieße ich gewisse Privilegien und habe mein E-Book-Exemplar bereits heruntergeladen. Doch ich werde es nicht antasten, denn mein „book has been shipped!

Your item arrived at our USPS facility in LOS ANGELES, CA 90009 on May 8, 2016 at 1:08 am. The item is currently in transit to the destination.

Weitere Inkshares

Interessanterweise bekam ich von Inkshares für bestimmte Aktionen (erstes Funding, erster Kommenter etc.) weitere „Credits“. So habe ich mir dann nach und nach weitere Bücher gekauft oder sie finanziert („funded“).

Murder at the Veterans’ Club (currently funding)

A 258-page mystery book:

When the newest member of Eric Peterkin’s London club is found stabbed to death, Eric throws himself into a quest for the truth: missing nurses, mistaken identity, morphine addiction, shell shock … the Great War is over, but the memories remain….

The Life Engineered (funded)

A 150-page science-fiction book by JF Dubeau:

Can our robot descendants avoid repeating the mistakes of humanity?

Ein wunderbarer Science Fiction, den ich sehr genossen habe. Demnächst wird JF Dubeau ein Folgebuch platzieren.

Unscalable (funded)

A 100-page startups book by Charlie Guo:

Unscalable uncovers Silicon Valley’s lesser-known backstories of failure and achievement. Interviews (GitHub, Zenefits, DoorDash and more) showcase eclectic strategies and experiments, revealing the long and unpredictable road to startup success.

Abomination (gekauft)

A 400-page historical-fantasy book by Gary Whitta:

Inspired by my love of medieval history, mythological fantasy, and good old-fashioned monster stories.

Gary Whitta ist Screenwriter (z.B. Book of Eli, After Earth, Rogue One: A Star Wars Story) und bezeichnet sich als „now, maybe, a novelist„.

Ageless (gekauft)

A 280-page science-fiction book by Paul Inman:

A woman faces the ultimate question: Is eternal life a gift or a curse?