Über die Fragmentierung der Kommunikation

Danke. Das wollte ich auch schon immer mal drüber reden.

Warum ich das alles schreibe? Meine Frau sagt gerne, wen sie mir ein Problem auftischt und ich sofort nach einer Lösung suche: “Ich will nur drüber reden, ich will keine Lösung”.

Genau. Ich wollte nur mal drüber reden.

(Alexander Kluge, warum er über die Fragmentierung der Kommunikation schreibt: Kanal voll)

Als Freiberufler kommt gefühlsmäßig alle zwei Monate eine neue Plattform dazu, insbesondere im Messaging-/Chat-Bereich. Im persönlichen Bereich (Freunde/Hobby/AGs) bleibt es gefühlt besonders chaotisch, da werden Kettenmailthreads immer noch gerne genommen, um Informationen zu streuen oder Aktivitäten zu koordinieren. Oder besonders Fortgeschrittene haben irgendwann für den Kreis Mailinglisten eingeführt. Gelegentlich wird über andere Möglichkeiten diskutiert und doch kaum etwas geändert, weil keiner den anderen etwas Neues vorschreiben will oder kann, weil ja welche dagegen sind (oder nur dann, wenn alle wollen). Und dann bilden sich einzelne Arbeitsgruppen auf Whatsapp, Facebook, Telegram. Wobei das gleiche auch immer noch gerne im Unternehmensumfeld genommen wird.

Für mich als Freiberufler und Privatperson ist das Thema eines allumfassenden Archivs (Danke für den Hinweis, Bernd Gewehr) sehr, sehr verlockend, weil die Kommunikation auch pro Thema/Arbeitskreis/Kunde plattformübergreifend hin und her springt. Heute Whatsapp, morgen Facebook, übermorgen dann doch wieder E-Mail. Oder jemand hat eine ganz wichtige Idee und spricht jemandem eine Sprachnachricht. Früher auf den Anrufbeantworter (der doch nie antwortete), später dann auf die Sprachbox. Heute wird auch gerne mal WhatsApp genommen, um eine Sprachnachricht loszuwerden. Ja, mich erreicht Ihr damit. Und ich Euch. Aber später?

Für „offizielle Inhalte“ bleibt als Rettung immer E-Mail, irgendwann. Aber meistens ist es eben nicht das Problem offizieller Inhalte sondern das kleiner Absprachen zur Organisation oder irgendwelcher Ideen und Hinweise. Nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten ploppt das Thema wieder hoch. Da stellt sich eine Idee, ein Hinweis, eine Absprache als kriegsentscheidend heraus. und jeder fragt sich: Wo hat das wer wann noch mal erwähnt, da hat doch mal…? Und keiner weiß, ob das Medium Mailingliste, Whatsappgruppe-/Nachricht, Facebook-Message/-Gruppe, Slackkanal/-nachricht oder was auch immer war.

Google ist ein einziges riesengroßes #Fail, weil es nur Webseiten durchsucht.

Google für alles

Die Suche hängt immer noch von einem riesengroßen löchrigen dezentralen Index ab: Den Köpfen der Leute. Der Kopf, der es dann wüsste, ist nach Murphy’s Law mindestens in Urlaub.

Ich habe das hier verbloggt, damit Ihr das hier von Facebook wiederfindet (also mit Google), wenn ich in Urlaub bin.

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