Am 3. und 4. Mai bin ich in Freiburg zu den Portal Visions von United Planet. In den Vorjahren war dies eine Veranstaltung für die Kunden von United Planet, dieses Jahr sollen auch Neugierige und Interessierte angesprochen werden. Ich bin dabei mit einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion.

Heute ist der Abgabetermin für die Präsentation meines Vortrags. Die Präsentation war gestern schon fertig (natürlich, wie geplant…). Allerdings hatte sie einen Fehler: Sie bestand aus 59 Folien. Das an und für sich ist kein Fehler. Fehler sind ja nur Fehler im Kontext. Mein hauptsächlicher Vortragskontext sind 20 Minuten. Drei Folien pro Minute, das ist schon ein Film. Ich habe damit kein Problem, ich kenne die Folien ja schließlich 😎

Als mich United Planet für einen Vortrag anfragte, sagte ich gerne zu. Das mit den 20 Minuten hatte ich wohl verdrängt. Ich hatte meine Vorstellungen, was ich! denn wohl zu Social Business sagen will. Die „Zielgruppe“ sind Personen, die neugierig und interessiert an dem Thema sind, und Personen, die an konkreten Projekten interessiert sind. Da es bereits Sessions (ja, ich bin begrifflich barcampversaut) mit Projektberichten zu Social Business und Collaboration gibt, will ich einführen, einen Kontext herstellen und Vorgehen ableiten.

Social Business in der post-industriellen Wirtschaft

Irgendwann begann ich mit der Recherche und legte brav einiges in Zotero ab. Dann nahm ich Inhalte aus anderen meiner Präsentationen und begann ich zu konsolidieren. Alles zu meiner Story. Ach, es gibt so viel zu erzählen über Social Business. Über das Warum, das Wie. Und dann merkte ich irgendwann, dass das mit den 59 Folien und den 20 Minuten nicht passt.

Du kannst die Zeit nicht managen!

20 Minuten Vortrag, dann 10 Minuten für Diskussion. Das an sich ist für eine klassische Veranstaltung vom Verhältnis her ja schon okay. Aber 20 Minuten bleiben 20 Minuten, egal wie Du auch versuchst, die Zeit zu dehnen oder zu straffen. Zeit ist nicht managebar. Alles, was Du tun kannst, ist zu entscheiden, was Du mit der Zeit anfängst. Zu entscheiden, was Du reinpackst und was Du rauslässt. Zu entscheiden, wie Du die Zeit verbringst. Ob Du laberst oder schreist oder illustrierst oder redest oder wie Du es mischst. Die Zeit ist nicht relativ, aber das, was darin und wie es geschieht. Einen Großteil davon kannst Du entscheiden. Manch anderes entscheiden Andere. Oder das Schicksal. Es gibt kein Zeitmanagement, aber mit Deinem Aufgabenmanagement entscheidest Du über Deine Aufgaben, Deine Inhalte, Dein Leben, Dein Selbst.

It’s not the years in your life that count. It’s the life in your years. –Abraham Lincoln

Ich bin jetzt schon bei weniger als 50 Folien. Heute besteht meine Aufgabe darin, weiter das Wichtige zu identifizieren und den Rest wegzulassen. Meine Aufgabe besteht darin, zu raten, zu unterstellen, zu vermuten, zu kalkulieren, was für meine Gäste wichtig ist. Das ist meine Entscheidung, mit der ich richtig oder falsch liegen kann. Vielleicht bleibe ich zu oberflächlich, und die Gäste erwarten mehr „Butter bei die Fische“. Oder ich gehe zu tief, und die Gäste sind „lost“. Das ist wie im richtigen Leben, das ist das richtige Leben. Aber die Zeit kann ich nicht managen. Ich kann nur managen, worüber ich entscheiden kann.

Für meinen Vortrag entscheide ich über die Inhalte, die Folien, die Zahlen, die Art und Weise, wie ich die Story erzähle. Und meine Gäste entscheiden, ob ich ihre Erwartungen erfülle. Vielleicht erfülle ich die Erwartungen nicht, aber ich überrasche meine Gäste. Ich freue mich auf den Vortrag und lasse mich überraschen.

Die Referenten können ihre Präsentationen zum Download für die Teilnehmer freigeben. Können? Als Barcamper und Blogger ist das eher … selbstverständlich. Also habe ich mich dazu entschieden, alle Folien inklusive der nicht gezeigten in die Downloadversion zu packen. Da sind dann weitere Informationen drin. Klar, die sind ohne den eigentlichen Vortrag nicht vollständig. Aber ich gebe alle meine Quellen inklusive Link in meinen Folien an. Und in den zusätzlichen Folien sind beispielsweise zusätzliche Links. Und die zusätzlichen Folien sind sowieso nicht vergebens erstellt. Die nächste Präsentation kommt bestimmt.

Am zweiten Tag gleich morgens um 9:20 Uhr lasse ich mich überraschen bei der Expertenrunde zum Top-Thema Social Collaboration.

Experton Group AG; Frank Heuer/United Planet GmbH; Katrin Beuthner/ Frank Hamm/ 13. Stock Online Relations; Nicole Pingel

Da lasse ich mich von unserer Gruppe, den Fragen und den Antworten und der Diskussion überraschen. Da gebe ich das Managen ab.

Bildnachweis: Ford Europe: Ford’s ‘Universal car’; the Model T (CC BY-NC 2.0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.