Kategorien
Allgemein Geschriebenes

Daimler hat ein Problem mit den Managern

Bei der Wirtschaftswoche erscheint ein Artikel über das Home Office (Wie soll Heimarbeit in der Industrie funktionieren?). Im zweiten Absatz kommt Daimlers Haltung zum Home Office durch Personalvorstand Wilfried Porth zu Wort. Etwas versteckt und indirekt jedoch offenbart sich dann im dritten Absatz die Hilflosigkeit Daimlers beim Führen von Mitarbeitern und die Inkompetenz seiner Manager. Denn Porth

… weist darauf hin, dass die bisherigen Vergütungsmodelle auf der Arbeitszeit basieren und nicht auf dem Ergebnis der Arbeit.

Aber ebenjene Arbeitszeit sei bei ‘Home Office’-Mitarbeitern schwer nachvollziehbar. Es könne nicht sein, ‘dass wir jetzt auch noch kontrollieren, (zum Mitarbeiter) nach Hause fahren und gucken, ob du jetzt am PC tatsächlich etwas fürs Büro oder etwas anderes machst’.

Den Aussagen Porths entnehme ich: Daimler kontrolliert, ob Mitarbeiter zu Daimler fahren, und guckt, ob sie am PC tatsächlich etwas fürs Büro oder etwas anderes machen.

Daimler hat vermutlich Kameras und eine ganze Truppe, die kontrolliert, ob Mitarbeiter im Daimlergebäude nicht nur auf das Display ihres PC starren, mit ihrem Smartphone Whatsapps verschicken oder in Meetings Kaffee trinken, sondern dass die Mitarbeiter auch wirklich etwas fürs Büro machen. Die kontrolliert, ob der Mitarbeiter wirklich arbeitet (“etwas fürs Büro macht”).

Aber wieso kontrolliert Daimler nicht, dass die Mitarbeiter das Richtige im Rahmen ihrer Aufgaben machen und termingerecht ihre Ergebnisse abliefern? “Etwas” machen ist schließlich einfach, das kann jeder. Wieso kontrolliert also niemand bei Daimler, dass Mitarbeiter ihre Arbeit und ihre Aufgaben und ihre Projektarbeit rechtzeitig und termingerecht erledigen und abgeliefern?

Eigentlich gibt es ja dieses Konzept der Manager. Diese Manager scheinen aber irgendwie nicht zu funktionieren. Vermutlich hat Daimler es aufgegeben, weil es mit diesem “Führen” einfach zu kompliziert oder sogar zu komplex ist. Das Konzept, dass Manager ihre Mitarbeiter führen, scheint für Daimler nicht das Richtige. Scheinbar wäre es sogar einfacher, eine Kamera vor Ort im Home Office des Mitarbeiters zu installieren und die Tätigkeit der Kontrolltruppe auf Home-Office-Tätigkeiten auszudehnen, als dass Manager die Mitarbeiter führen. Aber irgendwie kann das auch nicht sein. Vermutlich aus Kostengründen, weil die Manager ja bezahlt werden müssen. Mindestens hat Daimler kein Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Manager. Oder noch schlimmer: Die Manager sind ständig am Telefonieren oder in Meetings, lesen Berichte, schreiben Berichte und haben Mühe, Ihren Posteingang geregelt zu bekommen. Wenn die Manager ihre Mitarbeiter nicht führen, dann ist das ein gravierendes Problem.

Daimler hat ein Problem mit den Managern. Möglicherweise sind Daimlers Manager auch nie Führungskräfte.

Daimler tut mir wirklich leid.

P.S. Schon mal etwas von Ironie gehört? Macht nichts, vielleicht sind Sie ja Manager bei …

Von Der Schreibende (Frank Hamm)

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | #Blogger, #Jogger, #SunriseRun & #Wandern | #Rheinhessen & #Hawaii Fan. Ich lebe in der Ortsgemeinde Selzen in #Rheinhessen, ca. 15 km südlich von #Mainz. Beiträge dieses Blogs werden automatisch im Fediverse als @frank@derschreiben.de geteilt. Kommentare erscheinen nach Freischaltung beim Blogartikel. Als Person findest Du mich im Fediverse unter DerEntspannende@Digitalcourage.social. Im Blog Der Entspannende berichtet ich über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.