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Das Yotaphone ist nur eine Zwischenlösung (SR 300)

Ich glaube an die Borgisierung.

Dieses Yotaphone ist kein Iota-Phone. Es ist, was seine Ausrüstung, seine Ideen, seinen Preis und seinen Stromverbrauch angeht, ein Schwergewicht. Ein neues Smart, mit dem man auch telefonieren kann.

Auf Zeit.de erscheint ein Erfahrungsbericht, der besser auf einer IT-Plattform aufgehoben wäre. Das Yotephone wird getestet und ausprobiert, ein ausführlicher Bericht und ein Video geben ausführlich Auskünfte darüber, was das neue Teil kann und was nicht. Tatsächlich ist der Bericht auf Golem.de erschienen und auch das Video erscheint sofort mit einem Golem.de-Schriftzug. So etwas hätte ich von der Zeit nicht erwartet – und ich möchte so etwas auch nicht auf der Zeit (oder in der Zeit) lesen und sehen.

Davon abgesehen ist das etwa 500 Euro teure russische Smart ein Hingucker. Es hat zwei Displays, ein klassisches Display auf der Vorderseite und ein E-Paper-Display auf der Rückseite. Oder war es umgekehrt? Demzufolge ist auch die gute Kamera etwas unglücklich positioniert, so dass das Objektiv beim Knipsen schnell einmal von Fingern verdeckt wird. Zwei Display, das kostet seinen Preis. Das “normale” ganz besonders in Form von Watte, Watts oder… jedenfalls verbraucht das klassische Display so viel Strom, dass der schwache Akku nach zwei Stunden auf 20 Prozent runter ist.

Aber dafür gibt es das E-Paper-Display, das ähnlich wie beim Kindle gut in der Sonne zu lesen ist. Aber etwas unhandlich zu bedienen ist, weil es kein Touchpaper ist sondern über eine Bedienfläche darunter angesteuert wird. Spezielle Apps lassen ihre Anzeige mal schnell von dem klassischen auf das E-Paper-Display laufen.

Also ganz ehrlich: Mir reicht ein Bildschirm. Ich habe gar nicht die Muße, im Auto (nein, natürlich nicht beim Fahren…), in der Bahn oder beim Laufen ein Smart umzudrehen und der Gefahr des mir auf die Füße fallens auszusetzen. Außerdem ist die Auflösung doch nicht so gut. Ansonsten scheint das Teil ganz okay zu sein und auch von der Bedienung her wie bei den Benachrichtigungen ein paar nette Ansätze zu haben.

Mir aber sind dafür 500 Euro zu teuer, deutlich zu teuer. Mir wäre es lieber, das Smart hätte virtuelle Displays auf einer Seite, zwischen denen ich mit einer Geste wechseln könnte. Auch könnte ich die Kindle-App auf den virtuellen Desktop Nummer 2 wischen und dort in aller Ruhe weiterlesen.

Aber das E-Paper… ist in dieser Form eine Übergangslösung für mich. Ich glaube, dass in zwei Jahren die ersten farbigen E-Touch-Paper-Displays in Smarts eingesetzt werden. Damit haben wir dann alle Vorteile des E-Papers und der klassischen Displays. Aber was ist schon klassisch. Vor 10 Jahren hätte man wohl an diese klassischen Displays als etwas aus Star Trek gedacht.

Und ich denke daran, dass die farbigen E-Touch-Paper-Displays eine Übergangslösung sind genauso wie Google Glass. Denn ich glaube nach wie vor, wie spätestens seit 2008, an die Borgisierung und die totale Ubiquität des Internets.

Wir werden Sensoren unter unserer Haut haben, wir werden Sensoren an unseren Sehnerven haben, und wir brauchen keine Gläser und Displays und keine umständlichen Handbewegungen, um in der Bahn stehend irgenwie zu versuchen, das Smart einhändig zu bedienen und es dann auch noch so zu halten, dass wir das Display erkennen können.

Ich glaube an die Borgisierung.

P.S. Habt Ihr bemerkt, dass ich nur noch Smart sage? Der Phone-Anteil ist an diesen Dingern inzwischen so gering, warum sollte man das überhaupt noch erwähnen?

P.P.S. Habt Ihr bemerkt, dass ich gestern mit “SR 305” geschummelt habe? Natürlich vollkommen absichtlich. Ich mache doch keine Fehler 😉

Roulette-Gelesen in 8 Minuten (inklusive Video), Roulette-Geschrieben in 21 Minuten.

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Von Der Schreibende (Frank Hamm)

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | #Blogger, #Jogger, #SunriseRun & #Wandern | #Rheinhessen & #Hawaii Fan. Ich lebe in der Ortsgemeinde Selzen in #Rheinhessen, ca. 15 km südlich von #Mainz. Beiträge dieses Blogs werden automatisch im Fediverse als @frank@derschreiben.de geteilt. Kommentare erscheinen nach Freischaltung beim Blogartikel. Als Person findest Du mich im Fediverse unter DerEntspannende@Digitalcourage.social. Im Blog Der Entspannende berichtet ich über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.