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Der Feind in meinem Bett: Schlummern

Es gibt Leute, die stellen ihren Wecker eine halbe Stunde oder noch mehr vor ihrer Aufwachzeit, weil sie einfach mehr Zeit brauchen zum Wachwerden. Ich kenne da jemanden…

Es gibt Leute, die stellen ihren Wecker eine halbe Stunde früher oder eine ganze Stunde früher als sie eigentlich bräuchten. Wenn er dann das erste Mal summt, rappelt oder schrillt, dann wird alle paar Minuten auf die Schlummertaste gedrückt.

Ich habe so gut wie nie geschlummert (außer ganz bewusst mal z.B. am Wochenende). Das liegt vielleicht an meiner Jugend, wo ich mit dem Zug in die Schule musste und mir die Zeit viel zu kostbar war, um den Wecker eine halbe Stunde vorzustellen. In der Bundeswehrzeit war da auch nichts mit “einfach mal umdrehen”, vor allem weil ich auch nachts zu Kontrollen rausmusste. Eine halbe Stunde oder mehr weniger Schlaf war einfach zu wenig Schlaf.

Und irgendwie habe ich das später beibehalten. Letzten Monat hat sich ein Schlummern mal eingeschlichen, weil ich keinen Wecker mehr gestellt hatte und mit meiner Frau aufstand… oder doch etwas später. So als Selbstständiger ist das eine Versuchung. Doch ich bemerkte dann, wie sich das Schlummern ohne Schlummertaste immer mehr einschliff.

Also stelle ich mir wieder den Wecker. Wenn er summt, stehe ich auf. Punkt.

Wenn ich unterwegs bin und im Hotel übernachte, dann stelle ich mir ebenfalls den “Wecker” pünktlich. Pünktlich bedeutet für mich, dass ich rückrechne von dem Zeitpunkt an, zu dem ich aus dem Zimmer muss (bzw. irgendwo anders sein muss). Duschen, Zähne putzen, anziehen, meine “Productivity-Morgenroutine” (Aufgabenmänätschmänt, Nachrichten), Telefonieren mit der allerbesten aller Ehefrauen, Reserve.

Damit ich den “Wecker” (also das Smartphone und/oder das iPad) nicht überhöre und nicht doch in Versuchung gerade, wähle ich einen fürchterlichen Weckton aus. Möglichst laut und schrill. Es soll Leute geben, die das ganz fürchterlich finden. Ich finde das wunderbar, wenn der Wecker losschrillt (na ja…). Und wenn ich eben woanders bin und/oder auf gar keinen Fall verschlafen darf, dann stelle ich den Wecker weit außerhalb meiner Reichweite hin. Auf dass ich auf gar keinen Fall in Versuchung gerate, den Wecker (oder das Smartphone) ganz auszuschalten. So weit weg, dass ich auf jeden Fall aufstehen muss.

So bekämpfe ich den Feind in meinem Bett. Denn dieser Feind “Schlummern” in meinem Bett klaut mir wache Minuten oder Schlafminuten – so oder so, auf beides will ich nicht verzichten.

Roulette gelesenes: Genug geschlummert (SR173)

Von Der Schreibende (Frank Hamm)

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen), ca. 15 km südlich von Mainz. Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.