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Die Banalität des Nehmens und des Gebens

Es ist diese beiläufige Selbstverständlichkeit, mit der vermeintliche Rechte in Anspruch genommen werden. „Es gefällt mir hier, ich fahre gerne hier so auf meine Weise, deswegen darf ich das“.

Ich nehme, also darf ich.

Ständig stoße ich beim Wandern und Joggen auf gemischten Wegen (Wirtschaftsweg, genutzt als Rad- und Fußweg) auf diese Haltung. Radfahrer kommen von hinten mit teilweise bis zu 40 – 50 km/h, machen sich nicht bemerkbar, fahren auf dem 3 m breiten Weg zu zweit weit nebeneinander und brausen in 10 cm Abstand an mir vorbei.

Durchaus im höflichen Ton gemachte Anreden werden mit einem brüsken, vorwurfsvollen und geradezu beleidigten „Stellen Sie sich nicht so an!“ weggewischt.

Da gehen die angenehmen Begegnungen mit höflichen Radfahrern, die sich ankündigen, Hallo sagen und sich hintereinander einreihen, mit denen man ins Gespräch übers Wetter, Gott und die Welt kommt, fast unter.

Ersetze „fahre“, „Wandern“, „Joggen“ etc. durch was auch immer.

Bingo.

Die Winzer – egal mit Trecker, Van oder PKW – nicken mir freundlich zu, wollen mich vorbeilassen, bieten mir eine Mitfahrt an (hoffentlich nicht aus Mitleid). Einfach so.

Einfach so, also gebe ich.

Ein schöneres Bingo.

Von Der Schreibende

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Autor und Wanderführer | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur. In den Sozialen Medien ist er auf Twitter als @DerEntspannende, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende.

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