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Allgemein Geschriebenes

Into the Blue

In diesem Sinne. Möge das Blau mit Euch sein.

The blue is the message.

Klaus Eck ist ganz begeistert von dem neuen Medium. Das kann ich sehr gut verstehen. Das neue Medium ist flüssig auch für kleine Tropfen, für kleine Bäche. Es braucht keinen Strom. Das Medium an sich ist eine riesige Community mit vielen, vielen Autoren, Likes (ach nein, das heißt “recommend”). Aber ich muss nicht wieder auf das Medium. Das Medium ist kein Medium für andere, nur für sich selbst.

Google gibt die Netzneutralität auf” ist schon mal eine Schlagzeile wert, weil Google sich bevorzugt sehen möchte. Doch kaum etwas verletzt das Netz so sehr wie die Medienmacht Medium mit seiner Würdigung von externen Links. Denn Nichts zeigt die Abgeschlossenheit des Mediums so sehr wie das “nofollow”. Medium verpasst jedem Link, der sein Medium verlässt, das Attribut “rel” den Wert “nofollow”:

rel=“nofollow”

Da mag Klaus noch so häufig Links auf seinen PR-Blogger setzen – Google lässt das kalt. Nun ja, ich verstehe das eben auch als Dienst am Leser, und das finde ich gut so. Was allerdings auch die Leser durch die Auswirkungen eben in jenem geschlossenen Medium gefangen hält – oder zumindest versucht Medium es.

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Doch eigentlich wollte ich nicht über Medium sondern wie Klaus einfach im WYSIWYG-Style loschreiben. Einfach nur so, allerdings nicht im WYSIWYG-Style sondern im Markdown-Style. Jener Artikel von Klaus macht mir nämlich bewusst, wie verkrampft ich in letzter Zeit war. Auch dieser Text zeigt es mir auf, denn eigentlich wollte ich nur ins Blaue los schreiben.

So wie ich es einmal konnte. Einfach mal los schreiben und in den Schreibflow gelangen. In letzter Zeit fällt es mir schwer, unbelastet einfach einmal loszuschreiben. Dazu kommt, dass ich an anderen Stellen, nicht nur in meinen Blogs sehr viel schreibe. Und dann will ich einen guten Artikel schreiben. Wenn schon, denn schon. Dann sage ich mir: Schreib’ doch einfach los. Und dann ist irgend etwas anderes. Irgendwas ist ja immer. So habe ich eher den Schreibfaul.

Stream (Selzen)

Medium ist schon eine tolle Plattform. Jetzt gibt es endlich einen Stream, der an die Startseiten von Blogs sowie deren Autorenseiten erinnert. Ganz toll – so wie damals, vor zehn Jahren. Nein, ich lästere jetzt nicht sehr viel länger. Obwohl, so einfach nur fokussiert losschreiben ist es inzwischen mit diesem Medium auch nicht mehr. Im Laufe der Zeit packt Medium ein Feature nach dem anderen rein. Da kommt Klaus auch sehr schnell ins Schwärmen über das neue Highlight-Feature. Und beim Lesen zucken die Augen von Highlight zum Kommentar in der Sidebar und zum nächsten und zum übernächsten Feature.

Da lobe ich mir mein WordPress. Das hat jetzt sogar auch einen Modus fürs ablenkungsfreie Schreiben. In das ich übrigens jetzt endlich reinkomme. Und jetzt ist der Artikel schon viel zu lange für ein schnelles Hingeschreibe. Doch jetzt will ich es wissen. Durch das Headset dudelt die Entspannungsmusik, vor mir liegt der Notebook, der Byword-Editor ist geöffnet.

Jetzt schließe ich die Augen und schreibe blind. Mir fällt der Artikel von Doris Schuppe ein, in dem sie über das Blau philosophiert. Oder auch einfach nur nachdenkt. Mir geht es ähnlich wie ihr. Ich mag die Farbe blau. Besonders am Himmel, aber auch im Meer. Vor geschätzten 15 Jahren gab es einmal eine VW-Werbung, die die blaue Instrumentenbeleuchtung eines Golfs mit einem Spruch beschrieb (wenig später hatten wir einen blauen Golf):

Blau macht glücklich.

Wahrscheinlich genau aus dem Grund, weil wir Menschen mit Blau den Sonnenschein und das weite Meer verbinden, macht es uns glücklich. Dieser Winter war in dieser Hinsicht eine Katastrophe. Viele Wochen, in denen es am Stück regnete – nur unterbrochen von Tagen, in denen es trocken blieb aber der Himmel grau bedeckt war. Morgens lange dunkel, abends früh dunkel. Gelegentlich kam ein Sonnentag dazwischen, den ich mit Erleichterung mehr als nur zur Kenntnis nahm.

Gelbe Krokusse (oder doch Krokanten?)
Krokusse (oder doch Krokanten?)

Inzwischen wird es früher hell, und es ist länger hell am Abend. Ich merke, wie ich beschwingter durch den Tag gehe. Es ist an der Zeit, wieder einfach nur zu schreiben. Einfach so ins Blaue hinein.

When I got my back up against the wall
Don’t need no one to rescue me
’Cause I ain’t waiting up for no miracle
Yeah tonight I’m running free
Into the blue, into the blue
With nothing to lose, into the blue

Into the Blue (Kylie Minogue song), Songtext

In diesem Sinne. Möge das Blau mit Euch sein.

\V/_ LLAP

P.S. Bis zum nächsten Artikel des Schreibenden dauert es nicht wieder so lange. Und er wird nicht so weitschweifend wirr sein. Wahrscheinlich einfach nur wirr. Versprochen. Beim Blau des Teutates.

Von Der Schreibende (Frank Hamm)

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen), ca. 15 km südlich von Mainz. Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.