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Allgemein Geschriebenes

Man müsste mal… etwas ausschreiben.

Aber für den Chefredakteur nicht seine Zielgruppe ich wohl war. Oder so.

Als Schreiber versage ich oft. Einfachste Regeln vergesse ich, wenn ich im Tran meine Buchstaben aus den Händen in die Tastatur schüttele. Ein Beispiel hierfür ist, dass ich eine Abkürzung benutze ohne sie zuvor erläutert oder definiert zu haben.

Mann und Frau möge mir verzeihen, aber ich bin nun einmal manchmal ein leidenschaftlich nachlässiger Schreiber. Doch einem Profi sollte klar sein, dass er dies nicht machen sollte. Es ist dem Leser gegenüber einfach unhöflich, seinem Aküfi nachzugeben und ein Wort in den Schreib- und Leseraum zu werfen, so dass der Leser keine Gelegenheit bekommt, sich auf die Bedeutung dieses Wortes mental vorzubereiten.

Denn letztendlich kann kein Schreiber voraussehen, wer denn sein Geschriebenes lesen wird. Fachjargon und Abkürzungen sind kapu (somit hätte ich zumindest dem Leser die Möglichkeit verschafft, sich mittels Klicken auf den Link gescheiter zu machen). Abkürzungen, das habe ich vor meiner ersten Thesis vor ein paar Monaten gelernt (also in den Achtzigern), gehören zur Eindeutigkeit geklärt.

Wer also einen Aküfi hat, der hat ein Abrzungsfimmel-Problem. Oder aber besser gesagt: Seine Leser. Auch und gerade in Onlinemedien auf Websiten von und für Fachpublikum gehören Abkürzungen definiert. Denn schließlich gibt es Leute, die per Link oder Suche plötzlich auf einem Artikel landen. Es wäre nicht nur unhöflich sondern auch nachlässig, eine Abkürzung ohne Erläuterung oder Definition zu verwenden. Denn der Leser könnte sich entschließen, solchiges nicht zu bleiben sondern umgehend wieder zu verschwinden.

Bei mir war in diesem einen Artikel die Schmerzgrenze bei dem dritten Punkt umgehend erreicht, als da plötzlich vom ADC die Rede war. Ich las zunächst ADAC und war etwas verwundert. Mann und Frau mögen mir verzeihen, dass ich aufgrund des Mediums Horizont.net (nein, ich schreie Euch einfach nicht mit Großbuchstaben an und verwende deutsche Rechtschreibung – bereits der Punkt vor dem “net” tut mir leid) nicht sofort rückschloss, wovon da die Rede war. Auch wenn ich manchmal kreativ zu werden drohe, so war mir diese Abkürzung dennoch nicht geläufig. Ich las weiter… Noch vier Mal kam dieses “ADAC” ohne zweites “A”.

Also überwand ich meinen Ärger, und kurz vorm Abspringen wandte ich mich an dieses Wikipedia auf der Suche nach ADC. Ich empfand die Art und Weise dennoch und gerade deswegen als unhöflich. Ich bin dann einfach weitergegangen. Aber eigentlich…

Man müsste mal… etwas ausschreiben.

Dabei ging es doch nur um “Next/Re:Publica: Pflichtbesuch für Kreative und Verlagsmanager”.

Aber für den Chefredakteur nicht seine Zielgruppe ich wohl war. Oder so.

Von Der Schreibende

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen), ca. 15 km südlich von Mainz. Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.