Meine Rezepte für Produktivität

Produktivität wird GROß geschrieben, SEHR GROß. Selbstverständlich in der Industriegesellschaft, in der Dienstleistungsgesellschaft und jetzt auch in der Informations- und Kreativgesellschaft. Doch was bedeutet Produktivität und wie werde ich produktiv?

Produktivität ist für mich nicht nur, bei gegebenem Input (bei mir als Selbsständigem im wesentlichen Zeit) den Output quantitativ zu dessen. Es geht auch darum, das Richtige zu produzieren. In einer tayloristischen Welt ist das gar nicht schwer: Der Prozess, der Input und der Output stehen fest. Es geht nur noch um die Menge des Outputs.

Doch in unserer Informations- und Kreativgesellschaft geht es zusehens darum, etwas Anderes oder etwas komplett Neues zu schaffen. Wie viel davon dann produziert wird, ist nicht mehr sooo relevant, wie das früher noch der Fall war. Selbst beim Buchdruck gibt es inzwischen die Möglichkeit, sich ein Buch „On Demand“ drucken zu lassen. Ganz einfach, weil die Produktionsmöglichkeiten dermaßen flexibel wurden, dass die Fixkosten oder Gemeinkosten oft eine nur geringe Rolle spielen.

Und bei einem PR-Konzept, einem Konzept für die Einführung einer Social Software? Wieviele DIN A4-Seiten sollen es denn sein?

Oder soll das Konzept nicht viel sondern richtig und gut sein? Was ist gut? Das, was der Auftraggeber erwartet, oder das, was ich ihm am liebsten verkaufen will?

Auf jeden Fall geht es darum, dass sich in der neuen Gesellschaft, der Quartärgesellschaft (in Anlehnung an den Quartärssektor in der Wirtschaft), die Produktion von einer Routinetätigkeit hin zu einer kreativen Tätigkeit entwickelt. Immer mehr Wissensarbeiter (Peter Drucker lässt grüßen…) gibt es in der Wirtschaft und in der Gesellschaft.

Der Mensch lebt nicht nur von der Routine allein. Doch wie werde ich als Wissensarbeiter produktiv?

Für mich sind das meine Rezepte zur Produktivität:

  • Fokus Ich konzentriere mich auf meine Tätigkeit. Ich kann nicht nebenbei etwas „erzeugen“ während ich nebenbei noch meine Mails checke oder im Multitasking zwischen Hausarbeit, Telefonieren, Social Media wechsle.
  • Isolation: Dazu isoliere ich mich. Alle Benachrichtigungen aus. Kein Twitter, kein „Email-Pling“, kein Telefonanruf. Wenn ich im Büro sitze und an etwas fokussiert und konzentriert arbeiten will, dann schließe ich die Tür.
  • Pausen: Ich gestehe, dass ich viel zu selten Pausen einhalte. Wenn ich im Flow bin, dann kenne ich nur wenige zeitliche Grenzen. Andererseits nutze ich die Pomodoro-Technik inzwischen, um meine Arbeits- und Pausenphasen zu steuern. Die klassischen 25 Minuten sind mir zu kurz, ich stelle meinen Timer auf zwischen 35 und 45 Minuten. Mittags versuche ich eine längere Pause einzuhalten.
  • Schlaf: Ich merke schnell, wenn ich mehrere Tage hintereinander spät ins Bett gegangen und früh aufgestanden bin.
  • Joggen, Spazieren gehen, Rumsitzen und Duschen: Das brauche ich zum Abschalten und Träumen. Da kommen mir die besten Ideen zu Themen, an denen ich arbeite.
  • Lesen: Lesen, lesen, lesen. Gerne auch Querbeet. Mein RSS-Reader, Flipboard, Twitter, Facebook und Co. liefern mir viele Ideen.
  • Musik: Seltsamerweise höre ich selbst beim konzentrierten Arbeiten gerne Musik. Ich kann beispielsweise elektronische Harfenmusik von Andreas Vollenweider sehr gut hören beim Schreiben eines Konzeptes oder eines Artikels. Hardrock dagegen…
  • Regelmäßig und vernünftig essen: Okay, das klappt nicht immer. Gerade seit etwa zwei Monaten habe ich unregelmäßig gegessen. Allerdings helfen mir Rituale und Planungen auch dabei, so dass ich immer mein Müsli-Erinnerung bekomme.

Wie schafft Ihr es, produktiv zu sein?

Nachtrag (22.08.2014): Kaffee habe ich vergessen 🙁

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2 Replies to “Meine Rezepte für Produktivität”

  1. Uneingeschränkt einverstanden. Besonders der Schlaf wird wahrscheinlich von vielen unterschätzt. Mit regelmässigen 8 Stunden bin ich doppelt so schnell wie nach mehreren «Kurznächten».

  2. Früher, da war das noch anders 🙂 Ich bin inzwischen 53, und da brauche ich meinen regemäßigen Schlaf. Sicher geht das auch mal mit weniger. Doch dann merke ich das schnell, besonders was die Konzentration betrifft.

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