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ÖPNV – ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel

Seit Monaten wird über das #9EuroTicket und mögliche Nachfolger geredet. Warum das in meinem Fall eine Scheindiskussion ist.

ÖPNV im echten Leben, nur etwa 15 km südlich vonMainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, ist oft eine Herausforderung. Nein, eigentlich fast immer.

Wie es sich für ein Barcamp gehört, habe ich einen Sessionvorschlag für den Sonntag, 25. September 2022: 19 ÖPNV – Kosten, Dauer, Zuverlässigkeit. Erfahrungsaustausch über den ÖPNV in Stadt, Land, Servicewüste. Hier geht’s zum Sessionradar.

Seit Monaten wird über das #9EuroTicket und mögliche Nachfolger geredet. Warum das in meinem Fall eine Scheindiskussion ist? Für mich ist der ÖPNV dermaßen unattraktiv, dass der Preis für mich vollkommen irrelevant ist. Selbst, falls Busse und Bahnen tatsächlich einmal verlässlich pünktlich wären, und wenn Fahrten nicht ausfallen würden, würde ich nicht wieder auf ÖPNV umsteigen. Zumindest so lange, bis sich grundsätzlich etwas ändert. Und das kann grundsätzlich in Deutschland schon eine Weile dauern.

Ja, ich habe eine ganze Zeitlang versucht, nach Möglichkeit mit Bus & Bahn unterwegs zu sein. Doch ich habe ÖPNV für mich aufgrund meiner Anforderungen und meiner Situation aufgegeben. Was folgt, ist ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel.

Ich habe ein Ticket für den Sonntag, 25. September, für das BarCamp RheinMain, am Samstag kann ich leider nicht. Da es von meinem Wohnort Selzen nicht weit zur Landeshauptstadt Mainz ist, will ich gerne umweltbewusst mit ÖPNV fahren und dafür auch gerne ein paar Minuten zusätzlich investieren.

Von Zuhause aus brauche ich (mit Sicherheitsmarge) etwa 15 Minuten bis zur Bushaltestelle am Ortseingang. Von dort kann ich am Wochenende Selzen mit der Linie 660 verlassen. Vom Mainzer Hauptbahnhof aus ist es eine knappe halbe Stunde bis zum Veranstaltungsort am Zollhafen in der Landeshauptstadt Mainz. Theoretisch könnte ich also etwa in 90 Minuten von der Haustüre aus zum Barcamp anreisen. Theoretisch.

Das Barcamp beginnt am Sonntag wie folgt:

  • 08:15 Uhr Anmeldung & Frühstück
  • 09:00 Uhr Sessionplanung

Meine Optionen für die Anreise am Samstag:

  • 23:11 – 23:53 mit Bus 660, 42min bis zu Mainz Hbf.
    Mit Bahncard 25 kostet das Ticket 4,90 €.
  • 23:43 – 01:23 mit Bus 660, Regionalbahn, 1h 40min bis zu Mainz Hbf. Mit Bahncard 25 in der 2. Klasse: 11,35 €.

Die nächste Möglichkeit zur Anreise am Sonntag:

  • 09:19 – 09:53 mit Bus 660, 34min bis zu Mainz Hbf. Bahncard 25: 4,90 €.

Also entweder nehme ich mir irgendwo in Mainz ein Zimmer, oder ich komme gegen 10:20 Uhr zur Veranstaltung und nach der Sessionplanung beim Barcamp an. Falls der Bus nicht aufgrund von Personalmangel ausfällt.

Und da überlege ich mir: Bringen mir #9EuroTicket, #49EuroTicket oder #69EuroTicket etwas?🤔

Natürlich ist das ein Einzelfall. Wie auch 3 Stunden für eine Fahrt nach Sieversheim mit ÖPNV anstelle 30 Minuten mit dem Auto. Oder, oder, oder …

Von Der Schreibende (Frank Hamm)

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen), ca. 15 km südlich von Mainz. Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.

3 Antworten auf „ÖPNV – ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel“

Gratis-Mentalität und der Nachfolgerpreis für das 9 Euro-Ticket sind doch nur Scheindiskussionen. Schaut Euch die geplanten Investitionen in den Bahnausbau an, dann wird klar, wer hier gefördert wird und wer nicht! Fahrt doch einfach Porsche anstatt ÖPNV!

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