Kategorien
Allgemein Geschriebenes

Zurück in die Gegenwart: Nutze die Tastatur, Scotty!

„Hello Computer“ – „Just use the keyboard!“

Heute wagte ich es. Bereits seit einigen Wochen habe ich auf meinem alten Desktop-Rechner Windows 10. Der alte Racker läuft damit erstaunlich performant und stabil. Auch auf meinem neuen Notebook – einem HP Spectre x360 – ist Windows 10. Windows 10 hat eine Spracherkennung. Ich war so Trekkie.

Und heute, an diesem Freitag, wollte ich meine Gewohnheit wiederaufleben lassen, einmal in der Woche – eben an einem jeden Freitag – im Blog des Schreibenden einen Blogartikel zu schreiben und zu veröffentlichen. Irgendwie dachte ich daran, einmal nicht die Tastatur zu benutzen. Sind nicht immerhin Jahrzehnte seit OS/2 Warp vergangen, wo es wenn auch nicht besonders erfolgreich bereits eine Spracherkennung und -steuerung gab? Damals war die Hardware bei weitem nicht so mächtig wie heute. Also probierte ich die Windows-Spracherkennung mit dem alten Desktop-PC und dem Notebook aus.

Zumindest war das meine Absicht. Aber beide Rechner waren wenig begeistert. Die Mikrofone (meiner Webcam des Desktop-PCs und das eingebaute Mikrofon, genauer gesagt sind es sogar zwei, meines Notebooks) wurde klaglos erkannt. Doch der Desktop-Rechner reagierte irgendwie nicht auf mein Kommando „Zuhören starten“. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass mein Rechner wohl überfordert oder komplett falsch konfiguriert sei. Auch irgend so ein Training half da nicht. Ich las brav den ersten Satz vor, und … dann wartete ich auf den nächsten Satz. Ich wiederholte den Satz und … wartete.

Irgendwann wurde es mir zu bunt, und ich wechselte zum Notebook. Das schließlich ist zwar kein Surface Book (das war mir dann doch deutlich zu teuer), aber ein I7-Core-Skylake-Irgendwas sollte doch mit der Spracherkennung und -steuerung zurecht kommen. Auch da verweigerte sich zunächst das Spracherkennungstraining. Aber anscheinend hatte ich diesmal Glück. Plötzlich kam der zweite Satz. Und der dritte Satz. Dann der vierte Satz. Und dann irgendwann … reagierte der Rechner bei einem Satz nicht mehr. Nach mehreren Versuchen mit diesem blöden Satz ging es dann wieder weiter. Gefühlt 50 Sätze und 10 miese Erkennungsversuche später verkündete mir das Trainingsprogramm, dass jetzt alles gut und alles wunderbar und meine Stimme super sei.

Windows 10 Spracherkennung
Windows 10 Spracherkennung

Und dann: „Zuhören starten“. Nichts. Zig Mal Nichts. Also in dieses Internet mit der Tastatur und gesucht.

Jetzt zuhören

Zumindest seit Windows 7 scheint die Übersetzung in den Programmen und auch im Web ständig auf „Zuhören starten“ zu bestehen. Diverse Foreneinträge überzeugten mich allerdings, dass der Computer mir „jetzt zuhören“ müsse.

Endlich. Konnte ich. Ein Diktat. Starten.

Dachte ich. Nun ja, ich startete. Dieser Computer missverstand mich prächtig. Konsonanten und Vokale waren irgendwie ähnlich – aber die Wörter in etwa der Hälfte der Fälle nicht. Nach einer halben Stunde hatte ich noch keinen einzigen Satz diktiert.

Jetzt habe ich meinen Schreibaffen („WriteMonkey„) offen und tippe meine Absätze, Sätze, Wörter und Buchstaben klassisch mit der Tastatur rein. Reinfall. Anders kann ich das nicht bezeichnen. Dabei war ich als Trekkie so hoffnungsvoll. Es hätte so schön sein können. Nachdem ich meinen Text diktiert gehabt hätte, hätte ich frohgelaunt die eingesparte Zeit investiert und mir lächelnd die legendäre Szene aus Star Trek IV angeschaut.

Bei der Übergabe neuer Technologie an einen Plexiglashersteller
Scotty spricht in die Computermaus
Scott: „Computer? Hallo Computer …?“
Doktor Nichols: „Da ist die Tastatur.“
Scotty: „Tastatur, wie rückständig!“

(Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart)

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=hShY6xZWVGE

Tastatur? Wie rückständig! Und wir träumen davon, dass unsere Autos in wenigen Jahren vollkommen selbstständig fahren.

Ich bin wieder in der Gegenwart angekommen.

Von Der Schreibende

Der Schreibende (* 1961 in Ingelheim am Rhein als Frank Hamm) ist Kultur- und Weinbotschafter Rheinhessen, Autor und Wanderblogger | Blogger, Jogger, SunriseRunner & Wanderer | Rheinhessen & Hawai'i Fan | Science Fiction Fan, Philosoph & Trekkie. Der Schreibende lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen), ca. 15 km südlich von Mainz. Im Blog Der Entspannende berichtet er über das Entspannen bei Wandern, Genuss und Kultur.