Tristesse (SR 420)

Heute bin ich stark verunsichert und fühle ich mich gleichzeitig herausgefordert. Das Schreibroulette hat mir einen Artikel von Marten Lorenzen ausgeworfen:

… ein erfolgreicher Mensch Mitte Zwanzig, und dieses Blog ist mir gewidmet. Hauptprotagonist bin ich und die Themen, die mich interessieren. Seien das nun Musik, Literatur, Meinungsmist oder Sensibelchen-Probleme.

Marten scheint heute, in der Mitte der Woche bereits, ziemlich frustriert. Es ist Januar, er fühlt sich kraftlos, es ist eine “dunkle, kalte, nutzlose Jahreszeit”. Deswegen wohl schleppt er sich durch die Woche. Ich weiß nicht, was ihm der freundliche Doktor um die Ecke oder ein gut Gelaunter empfehlen würde. Ich weiß auch nicht, ob er sich überhaupt etwas empfehlen lassen möchte.

Solche Launen kenne ich jedenfalls, aber jedenfalls auch als Launen, die mir kurzfristig einmal – gerade in Winterzeiten – die Laune zu verderben drohen. Ich könnte auch heute in solch eine Laune verfallen, denn die letzten Wochen waren wettermäßig von trägen Temperaturen zwischen zwei und zehn Grad oder von einer dichten Wolkendecke oder von häufigem Regen oder von allem gleichzeitig geprägt. Heute kommt dazu, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin. Meine Nasenschleimhäute sind geschwollen, ich habe Kopfschmerzen, die Augen tränen, ich habe Muskelkater und Gliederschmerzen zugleich, und ich fühle mich wie unter einer Gedankenwatte. Ob das jetzt Anzeichen für eine Erkältung, eine Grippe oder einer Nahrungsunverträglichkeit ist…

Soeben beim Lesen war ich stark irritiert, denn Martens Artikel scheint aufgrund einer Suchabfrage auf WordPress.com rund um die Themen Hirntumor und Krebs von meinem Schreibroulette erfasst und mir ausgeworfen worden zu sein. Das baut beim Versuch, unter einer Gedankenwatte zu denken, nicht gerade auf. Doch gerade in diesen Minuten schimmert die Sonne durch die Wolkendecke, heute morgen bereits hatte sie mich heftig begrüßt. Außerdem habe ich ein paar Aufgaben, auf die ich mich wirklich sehr freue. Nur dass mein gesundheitlicher Zustand jede Bewegung – ob gedanklich oder körperlich – mir zäh erscheinen lässt.

Aber das alles kann mir keinen Grund für düstere Gedanken liefern. Ich lasse mich einige Minuten durchhängen, genieße dieses Gefühl von “mir ist diese Welt egal”. Nur um festzustellen, das mir diese Welt nicht egal ist. Ich bin halt doch ein Optimist. So ein paar Minuten durchhängen ist für mich kein Durchhängen sondern nur ein Ausruhen, ein Kräfte und Gedanken fassen, um mich wieder auf den Weg nach oben durch die Gedankendecke zu machen.

Schade, Marten, dass Du Dich so schleppst. Ich kann das einerseits sehr gut verstehen, andererseits will ich das für mich nicht zulassen. Dafür gibt es zu viele Gedanken, Gegenden, Ponyhöfe, Tiere und Menschen zu entdecken. Vielleicht lege ich mich jetzt einmal ein paar Minuten hin und nehme einen “Nap”. Und dann stehe ich wieder auf. Ich bin halt ein Optimist und lasse mir meine Laune nicht verderben. Zumindest nicht für lange.

Das Leben ist kein Ponyhof

Roulette-Gelesen in 1 Minuten, Roulette-Geschrieben in 17 Minuten.

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