Cold Calls, die digitale Pest

Fritzfon

Eben hatte ich einen Cold Call aus Singapur in gebrochenem Deutsch. Bitcoins sind ja der neueste Schrei. Die machten sich noch nicht mal die Mühe einer deutschen Telefonnummer.

Gestern hatte ich einen Cold Call in gebrochenem Deutsch aber mit deutscher Telefonnummer. Google Adwords, der neueste Schrei. Ganz klar waren Call Center Geräusche zu hören.

Mittlerweile fange ich an, mich mit internationalen Vorwahlen auszukennen. Indien, Niederlande, Frankreich – viele Cold Calls aus diversen Ländern hatte ich schon. Bloß blöd, wenn dann ein Bekannter aus Frankreich anruft. Na ja, am Freitag war ich wohl neugierig und ging trotzdem dran. Glück gehabt.

Zwei Erkenntnisse:

  1. Meine Telefonnummern sind auf irgendwelchen Listen gelandet. Die wohl gut gehandelt werden, obwohl ich (wenn ich dann mal drangehe) umgehend ruppig werde und auflege.
  2. Deutsche Telefonnummern sind auch nicht mehr das, was sie früher mal wert waren. Ist heutzutage auch kein Hexenwerk, ich habe auch deutsche oder ausländische Telefonnummern für „spezielle Zwecke“

Zwei Maßnahmen:

  1. Keine Rufnummerportierung mehr. Solche Cold Calls laufen sowohl auf meiner Mobilnummer als auch auf meinen Festnetznummern auf. Deswegen lasse ich beim DSL-/Festnetzwechsel von O2 zu EWR auch meine Nummer nicht portieren. Und im April, wenn ich den Mobilfunkanbieter wechsle, werde ich auch keine Portierung machen.
  2. Ich werde eine „Firewall“ hochziehen. Unbekannte, ausländische oder unterdrückte Rufnummern landen demnächst direkt auf der Sprachbox.

Die Digitalisierung erleichtert auch dies: Haufenweise Call Center mit x-beliebigen Rufnummer, und der Handel mit Rufnummernlisten.

Diese Cold Calls sind die reinste digitale Pest. Ich warte nur darauf (NEIN!), dass der erste Cold Call Bot, ein Ableger von Alexa, Siri oder Cortana anruft.

An diese Pest kommen noch nicht mal die Freundesanfragen leicht gekleideter Facebook-Mädels ran.

Mein holpriger Weg von O2 zu EWR

Fritzfon

Mein Wechsel von O2 Business zu EWR (früher „Elektrizitätswerk Rheinhessen„) gestaltet sich auf der O2-Seite holprig. Dafür bekomme ich jetzt neue Telefonnumern – und ich bin den O2-Support für Geschäftskunden los.

Zwei Mal hat O2 einen Portierungsauftrag für meinen DSL-/Festnetzanschluss (Internet auf dem Lande: Tschüss Platzhirsche, hallo Rheinhessen!) wegen falscher Anschlussdaten abgelehnt. Also habe ich am Freitag ganz normal bei O2 gekündigt. Per Fax, weil die AGB von 2014 das (oder per Brief) so vorschreiben.

Der Wechsel von O2 zu EWR hat mir wieder gezeigt, wie schlecht der O2-Support für mich als Geschäftskunden ist. Nicht nur das mechanische zweimalige Ablehnen des Portierungsauftrags, sondern auch in besonderem Maße der Telefonsupport zeigten mir das. Beispielsweise musste ich am Freitag für ein dreiminütiges Telefonat mit der Geschäftskunden-Hotline eine halbe Stunde am Telefon hängen. Eigentlich waren es sogar zwei Telefonate, denn nach etwa 17 Minuten und der ersten Hälfte des Telefonats, hing ich wieder in der Warteschleife, weil die Mitarbeiterin in einer Fachabteilung nachfragte.

Zu Beginn eines Anrufes, nach den ganzen Abfragen (Vertragsfrage, technische Probleme etc.), kommt bei der O2-Kundenhotline immer die Bitte, ich solle doch „Ja“ sagen, wenn das Gespräch zur Verbesserung des Supports aufgezeichnet werden dürfe. Zunächst machte ich dieses Mal den Fehler, „Nein“ in ganz normalem Gesprächston zu sagen. Das verstand der Automat nicht. Dann wollte ich logisch nicht antworten. Ich sollte ja auch nur etwas (nämlich „Ja“) sagen, wenn ich die Aufzeichnung wollte. Also sagte ich einfach nichts. Das wurde auch nicht verstanden. Erst nach der erneuten, dritten Ansage (wonach ich dann wieder nichts sagte), ging es weiter.

Natürlich machte die O2-Ansage wie so oft mehrmals in der Warteschleife eine falsche Versprechung (Hervorhebung von mir):

Wir sind gleich persönlich für Sie da!

Das hat bei O2 noch nie funktioniert. Ganz anders bei EWR.

Bei der Herznet-Hotline von EWR kommen auch die bekannten Abfrageweichen (oder war es sogar nur eine?). Dann jedoch hatte ich innerhalb von 20 Sekunden eine sehr nette Person am Telefon, die in aller Ruhe mit mir telefonierte, meine Fragen beantwortete und mich beriet. Aufgrund der Portierungsschwierigkeiten hatte ich insgesamt bisher etwa sieben Telefonate, und die „Customer Experience“ am Telefon war jedes Mal positiv.

Die normale Kündigung hat jetzt den Vorteil, dass ich neue Telefonnummern bekomme. Die bisherigen Telefonnummern sind anscheinend auf irgendwelchen gehandelten Listen gelandet, so dass ständig jemand cold-call-mäßig anruft. Beispielsweise mal eine angebliche Blindenwerkstatt, dann diverse Krankenprivatversicherungsportale oder auch Energiekostenberatungsfirmen.

Die Print-Visitenkarten sind eh fast alle, und die brauche ich sowieso so gut wie nie. In diesem Neuland sind es auch nur wenige Seiten, auf denen diese Telefonnummern hinterlegt sind. Meistens ist das dort eine Sipgate-Nummer, die ich auch weiterhin für Impressum etc. verwende. Ein paar Leute rufen wir an. Das ist eine gute Gelegenheit, sich mal wieder zu unterhalten. Bei keinen von denen habe ich bis zum Gespräch bisher eine halbe oder gar ganze Stunde in der Warteschlange verbracht.

Endlich werde ich den O2-Support los.

Zumindest für meinen DSL-/Festnetzanschluss. Meine Mobilverträge laufen noch etwas länger. Noch …

Das Diesel-Gipfelgate – ein Kommentar

Golf Goal

Nach zwei Jahren #Dieselgate hat es die deutsche Autoindustrie nicht geschafft, bei den betroffenen Fahrzeugen Hardware- oder Software-„Updates“ durchzuführen.

Dafür braucht es einen Gipfel, für den die Bürger bezahlen, und der zu einer Ankündigung führt, dass nur Software-Updates durchgeführt werden.

Nach zwei Jahren #Dieselgate (auch verharmlosend „Abgasskandal“ genannt) hat es die deutsche Autoindustrie nicht geschafft, glaubhaft aufzuklären und klarzustellen, welche Fahrzeuge von welchen Herstellern insgesamt betroffen sind. Immer wieder werden häppchenweise neue Abgründe dem Dunkel entlockt und ans Tageslicht gebracht. Dafür braucht es dann aber selten die Hersteller selbst sondern oft andere, die ermitteln.

Die Preise für Gebrauchtdieselwagen fallen derweil in den Keller, Dieselfahrverbote werden immer wahrscheinlicher, der fahrende Bürger trägt Kosten und Ungemach – doch Dieselneuwagen werden von Unternehmen als Dienstwagen weiterhin kräftig beschafft, und die Hersteller schaffen es immer noch nicht, bei Neuwagen den Schadstoffausstoß in vernünftigen Grenzen zu halten.

Golf Goal
Goal: Ziel erreicht!

Bis es die Autoindustrie schafft, die Software nicht nur bereitzustellen, sondern auch noch Termine für die Fahrzeuge in den Werkstätten zu vereinbaren, ist vermutlich die Hälfte der Fahrzeuge für jeweils ein paar hundert Euro schon an glückliche Besitzer im Ausland verscherbelt worden.

Dafür braucht es keinen Gipfel, an dem teuer bezahlte Dieselgate-Vorstände und kuschelnd-glänzend-erfreute Politiker teilnehmen.

Und dennoch alle Gipfelteilnehmer so #yeah: Ziel erreicht.

Das ist der Gipfel.

TV-Sendungen aufnehmen und glotzen mit Plex.tv und HDHomeRun

Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun

Seit vier Wochen haben wir einen SiliconDust HDHomeRun EXPAND 4-Tuner*  Mit Plex.tv auf einem Asustor-NAS nehmen wir jetzt TV-Sendungen auf und schauen sie uns später an. Zeitsouveränes Fernsehen eben. Bislang sind wir sehr zufrieden damit.

Neben ein paar Screenshots teile ich gerne mein Setup und meine Erfahrungen.

Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
Digitaler Videorecording mit Plex und HDHomreRun
  • Wir haben hier in Rheinhessen keinen DVB-T-Empfang und aufgrund der Wohnungslage keine Satellitenschüssel. Deswegen habe ich mir den den HDHomeRun für Kabel geholt, es gibt ihn aber auch für terrestrisch.
  • Vor vier Wochen habe ich den HDHomeRun Expand 4-Tuner bei Amazon für 174 € gekauft. Inzwischen stieg der Preis auf auf 212 €.
  • Im Wohnzimmer stehen ein Asustor AS6202T (darauf läuft der Plex-Server), der HDHomeRun (mit Koax an Kabel), ein älterer Samsung SmartTV, ein Amazon Fire TV mit Plex-App. Alle Geräte hängen über einen 1-GB-Switch im selben Netzsegment mit dem AVM-Router (Fritzbox 7490).
  • Für Plex habe ich einen lebenslangen Plex Pass. Den gab es vor einiger Zeit für 50 oder 60 Euro im Angebot. Der Plex Pass schaltet zusätzliche Plex-Funktionen frei. Beispielsweise gibt es damit Offline-Sync von Videos und Musik, Veranstaltungstermine von Künstlern, Stimmungs-Mixe und Songtexte.
  • Das Einrichten des HDHomeRun war einfach: Windows-Software installieren und aufrufen, die scannt das Netzwerk, anschließend wird das Kabelnetz gescannt, die Kabelsender wurden problemlos erkannt. Nur das Zuordnen/Sortieren der Sender war ein bisschen friemelig.
  • Der HDHomeRun empfängt alle unverschlüsselten SD-/HD-Kanäle der Öffentlich-Rechtlichen sowie die unverschlüsselten SD-Kanäle der Privaten. Hinweis für terrestrischen Empfang: In Deutschland gibt es bei DVB-T2 keine unverschlüsselten Kanäle der Privaten.
  • Im Plex-Server habe ich die Konfiguration aufgerufen und dort einen „Digitalen Videorekorder“ (DVR/PVR) hinzugefügt. Plex erkannte problemlos den HDHomeRun und seine Kanäle. Im Plex-Server habe ich dan die Gerätekanäle den EPG-Kanälen (Programmführer) zugeordnet.
  • Seitdem habe ich in Plex-Home in der linken Navigation unter der Rubrik „Verwalten“ die Einträge „Aufnahmeplan“ und „Program Guide“ (die Übersetzung fehlt manchmal, das führt dann zu „Denglisch“).
  • Mit dem Program Guide bekomme ich verschiedene Übersichten („On right now“, „Starting soon“, „New episodes tonight“, „My upcoming shows“, „Recommended for you“, „Upcoming movies“ etc.). Im Program Guide kann ich super einfach eine Aufnahme programmieren.
  • Beim Programmieren einer Aufnahme wähle ich die Bibliothek aus, in der die Aufnahme gespeichert werden soll. Die Bibliotheken haben aufgrund ihres Setups entweder den Typ Serie oder Film. Für verschiedene Typen werden Informationen zu den Aufnahmen jeweils von verschiedenen Diensten geladen (beispielsweise The Movie Database oder TheTVDB).
  • Bei Serien kann ich eingeben, die einzelne Episode oder alle Episoden der Serie (und da: Nur Erstausstrahlungen oder auch Wiederholungen) aufzunehmen.
  • Bei der Programmierung gibt es noch erweiterte Optionen wie Vorlauf und Nachlauf (z.B. 3 Minuten vorher starten, 5 Minuten länger aufnehmen), gesehene Episoden nach x Tagen automatisch löschen..
  • Bei Aufnahmeplan sehe ich kalendarisch (Woche) oder als Liste, welche Aufnahmen eingeplant bzw. durchgeführt wurden. Da kann ich auch die Programmierung ändern oder löschen.
  • Beim Aufnahmeplan kann ich die Aufnahmeprioritäten verändern. Unser HDHomeRun hat vier Tuner (Empfänger), so dass Konflikte bei mehreren programmierten Aufnahmen zur selben Zeit nicht sehr wahrscheinlich sind. Über die Prioritäten kann ich jedoch steuern, dass beispielsweise neue Episoden einer bestimmten Serie wie „Death in Paradise“ eine höhere Priorität als Episoden einer alten Serie wie „Magnum, P.I.“ haben. Und ich lieber „Magnum, P.I“ lieber aufnehmen lassen möchte als einen James Bond aus den Neunzigern.
  • Plex holt zuverlässig die Film- bzw. Serien-/Episoden-Beschreibungen. Gelegentlich ist die Beschreibung nur auf Englisch.
  • Im Asustor-NAS habe ich als Plattenspeicher 2 TB (2 x 2 TB Western Digital Red als RAID 1). Das Array ist inzwischen fast voll, da sind nur noch 100 GB frei.
  • Für den wenig freien Plattenplatz gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens habe ich letztes Jahr mit RAW-Fotografie angefangen, und alle Fotos liegen via Nextcloud auf dem NAS. Zweitens habe ich zum Probieren alles (Un-)Mögliche in Plex einprogrammiert.
  • Ich habe mir 2 x 6 TB Seagate Ironwolf bestellt. Die Festplatten kommen nächste Woche. Im laufenden Betrieb kann ich erst die eine Platte austauschen, dann synchronisieren lassen, dann die zweite Platte austauschen, dann synchronisieren lassen, dann den Plattenplatz auf 6 TB erweitern. Ich bleibe bei RAID 1.
  • Es gibt von Seagate Ironwolf und Western Digital Red noch jeweils eine Pro-Reihe mit beispielsweise Rotationsschwingungssensoren, einer längeren Garantiezeit (5 statt 3 Jahre) oder einer höheren Mean Time Between Failures. Für meine Anforderungen reicht mir die normale NAS-Reihe. Nach drei Jahren werde ich vermutlich eh größere Platten oder sogar ein neues NAS holen.
  • Sicherungen laufen über Crashplan, einen zweiten Asustor-NAS und einen Western-Digital-NAS. Die DVR-Sachen sichere ich allerdings nicht.
  • Die DVR-Aufnahmen vom Plex schauen wir normalerweise mit dem Smart-TV im Wohnzimmer. Dabei ist der TV allerdings „dumm“, denn er dient nur als Display für den Amazon Fire TV, auf dem die Plex-App läuft.
  • Der Smart-TV ist ein 5 Jahre altes Modell, alles Smarte ist lahm. Da ich den Amazon Fire TV habe, lasse ich Plex einfach dort laufen. Auf neueren Smart-TVs sollten die Plex-Apps stabil und schnell laufen.
  • Gelegentlich schaue ich Videos vom Plex-Server per Plex-App oder Plex Media Player auf Windows-Notebooks (WLAN) oder im Büro auf dem Windows-Desktop-PC (WLAN-Repeater).
  • Sowohl im Wohnzimmer über Ethernet als auch über WLAN im Haus ist das Video-Schauen zuverlässig. Manchmal kommt von der Plex-App Anfangs der Hinweis, dass die Verbindung zu langsam sei, aber dann kommt der Stream doch zuverlässig.
  • Musik-Hören mit Plex war noch nie problematisch, auch nicht via Router von extern („Extranet“), obwohl unser DSL von O2 nur 1 MBit/s Upload hat (effektiv nur etwa 300-500 KBit/s). Ich bin aber auch aufgrund der Vidoes gespannt, ob ich ab November mit EWR-Herznet wirklich 10 MBit/s Upload (und 50 MBit/s Download) bekomme.
  • „Spulen“, d.h. Vor- oder Zurückspringen in den Videos klappt über die Plex-App ebenfalls zuverlässig.
  • Im Plex kann ich einstellen, dass Plex die Aufnahmen direkt bei der Aufnahme konvertiert. Das braucht aber einen starken Rechner/NAS. Den habe ich zwar, aber solange es funktioniert…
  • Wir waren ein paar Tage zum Urlaub im Elsass. Ich konnte auch dort auf meinen NAS und Plex zugreifen (via Router konfiguriert), aber dort war die DSL zu schwachbrüstig. Ich hab aber auch schon früher mal Videos woanders mit schnellem DSL/Glasfaser problemlos geschaut. Im Elsass habe ich aber problemlos ein paar Aufnahmen programmiert.
  • Live-TV gibt es mit Plex-Pass derzeit nur auf iOS, das soll aber für andere Plattformen auch kommen. Die App von HDHomeRun funktioniert zwar grundsätzlich, ist aber von der Oberfläche und der Bedienung fürchterlich.

*Amazon-Affiliate-Link: Wenn Du einen Affiliate-Link auf meiner Website klickst und anschließend auf Amazon einen Kauf tätigst, erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich ändert sich an dem Preis nichts. Der Preis bleibt derselbe, den Du auch bezahlst, Wenn Du das Produkt selbst suchst und dann käufst. Wenn Dir meine Rezension gefallen hat, würde ich mich über eine Provision von Amazon freuen.

Internet auf dem Lande: Tschüss Platzhirsche, hallo Rheinhessen!

AVM-Fritzbox: Besetzt von Lani

Ich bin gespannt. Eben habe ich einen Auftrag für Glasfaser an EWR (früher „Elektrizitätswerk Rheinhessen„) geschickt, zusammen mit dem Kündigungsauftrag an O2 Business.

10 MBit/s down und 1 MBit/s up sind einfach nicht mehr zeitgemäß – weder für mich als freiberuflichen Geschäftskunden noch für unseren Haushalt mit Smart TV, 3 Notebooks, 2 Smartphones, Dropbox, Onedrive, Kindle, NAS, Amazon TV, Plex etc. Und für beides schon mal gar nicht.

AVM-Fritzbox: Besetzt von Lani
AVM-Fritzbox: Besetzt von Lani

Wer auf seiner alten Infrastruktur und Technik beharrt, der wird irgendwann auf ihr sitzen bleiben und von neuer Konkurrenz verdrängt.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Die „Platzhirsche“ Telekom, O2, Vodavone, 1&1 und wie sie alle heißen müssen aufpassen, dass sie die Digitalisierung ihrer Kunden nicht verpassen. EWR, ein lokales rheinhessisches Energieversorgungsunternehmen, hat eine unternehmerische Entscheidung getroffen und in vielen Gemeinden Rheinhessens sein eigenes Glasfasernetz „Herznet“ verlegt. Die „letzte Meile“ erfolgt durch die Anbindung an die Verteilerkästen der Telekom. Und auf Wunsch wird für Unternehmenskunden auch Glasfaser bis ans Haus verlegt.

Ja, ich werde etwa doppelt so viel bei EWR wie bei O2 Business bezahlen. Aber erstens können mir O2, Telekom und Co. überhaupt kein schnelles Internet anbieten, zweitens bezahle ich für „bis zu 16 MBit/s download und bis zu 2,1 MBit/s upload“ und bekomme nur 10 MBit/s download und 1 MBit/s upload vom Verteiler, und drittens bekommt das Geld jetzt die Region (auch wenn EWR zu 50 Prozent RWE gehört).

Ich bin gespannt auf die Umstellung im November. Ich geh’s langsam an und fange mit 50 MBit/s down und 10 MBit/s up an 😉

Ein Artikel, der ein Longread über einen Longread über Longreads werden wollte

Ich schreibe nie mehr Longreads ...

Ich kann schnell schreiben. Ich beherrsche das Zehnfingersystem. Und ich kann damit blind schreiben. Dies und das Stenografieren habe ich in den Siebzigern gelernt, als Computer noch mit Lochkarten gefüttert wurden. Das Stenografieren habe ich schnell verlernt. Mit dem Zehnfingersystem wäre es mir vermutlich genauso gegangen, wenn nicht jemand eine Schreibmaschine an einen Computer gehängt und das eine Tastatur genannt hätte.

Mit dem ersten Absatz habe ich das gemacht, wovon der Longread über Longreads und die Kunst des Schreibens langer Texte abrät: Dass der Autor über sich schreibt. Doch der Longread über Longreads macht so einiges, was mich stört, und so nehme ich mir einige Freiheiten heraus.

Tabus nicht nur für Longreads

Beispielsweise nehme ich mir die Freiheit, mich über so manche Eigenschaften dieses Longread-Über-Longread-Textes (LÜLT) zu mokieren.

Der Text benutzt Fetttext und Unterstreichung zur Hervorhebung von Wörtern und Satzteilen. Ich habe nicht nur das Blind schreiben mit analogen und mechanischen Schreibmaschinen gelernt, sondern ich habe auch „HTML schreiben“ (manche nennen es „HTML Programmieren“) gelernt. Als eine der wichtigen Regeln habe ich gelernt:

1. Benutze nie Unterstreichungen, wo nicht auch ein Link hinterlegt ist!

Natürlich ist das nur relevant, wenn der Benutzer tatsächlich in der Lage ist, versehentlich auf einen nicht existierenden Link zu klicken. Wenn das geringste Scrollen mit dem Zeiger die Seite bereits an ihr Ende schießen lässt, so wie bei dem LÜLT, dann ist das eh egal. Deswegen gilt:

2. Auf keinen Fall mache es dem Benutzer unmöglich, den Text genießen zu können und sich galant durch den Text zu bewegen!

Ich musste den Mercury Reader bemühen, um den Text für mich genießbar zu machen. Beim Genießen (tatsächlich, es gelang mir irgendwie) fragte ich mich jedoch immer wieder: Wer hat denn diesen LÜLT geschrieben? Nicht „was“ sondern „wer“ hat diesen Text geschrieben?

3. Veröffentliche keine Texte anonym, nenne den Namen des Autoren!

Bei diesem LÜLT fehlt jegliche Angabe, wer der Autor ist beziehungsweise wer die Autoren sind. Wenn ich nicht weiß, wer einen Text geschrieben hat, dann kann ich den Text nur schwer einordnen. Hat überhaupt ein Mensch diesen Text geschrieben? Bei so manchen Sätzen und im Fluss des Lesens glaubte ich eher wahrzunehmen, dass entweder ein Übersetzungsprogramm stumpf einen Satz in die deutsche Sprache übertragen hatte, oder ein Robot den Text generiert hatte.

Über welche Leseerfahrung und 1.200 Worte könnte man damals sprechen? Man nahm einen dicken Stapel von Papier und hat die Bücher ausgedruckt, die man im Internet fand – nur so könnten sie überhaupt gelesen werden.

Könnte man damals sprechen? Oder konnte man damals sprechen? Das klingt mir ziemlich nach einer 1:1-Übersetzung aus dem Englischen, bei der „would“ zu „könnte“ wurde.

Jedoch wird ein Typ von Content sich ab einem Punkt selber vermarkten, während anderer Content auf der Stelle tritt.

Einspruch Euer Ehren! „Ein Typ von Content“ versus „anderer Content“? Ginge es da nicht eher um einen „anderen Typ von Content“?

So gibt es viele Stellen, an denen ich mich frage „Was ist in den Autor da nur gefahren?“ und „Wer hat da Korrektur gelesen?“ Und ja, das „da“ und das „ja“ sind überflüssige Füllwörter.

4. Verschwurbele keine Prädikate, vergiss keine Satzteile und achte darauf, dass alles zusammen passt!

Apropos „Korrektur gelesen“. Manchmal frage ich mich, ob im LÜLT ein Satz verschwurbelt ist, oder ob da schlicht niemand, noch nicht einmal Ms. Word, Korrektur gelesen hat. Denn „schlicht“ ist einfach und nicht „schlich“:

Ein weiterer Grund besteht darin, dass ein Longread häufig nicht auf einmal komplett zu lesen ist, schlich seiner Größe wegen.

5. Vergiss nie, nie, nie die Korrekturlesung!

Es sei denn, Du bist ein so verkorkster Schreiberling wie ich. Der kann sich so etwas schlich erlauben.

Ich schreibe nie mehr Longreads ...
Ich schreibe nie mehr Longreads …

Apropos „schlicht“:

Statt hier die Aufmerksamkeit des Lesers hier zehn Mal zu locken […]

Ein solches Wort zwei Mal im selben Satz an unterschiedlichen Stellen einzubringen ist schlicht Nachlässigkeit.

6. Werde nicht nachlässig, bevor nicht der Text das erste Mal veröffentlicht ist!

Apropos „nachlässig“: Wenn ich einen deutschen Text über Longreads lese, dann halte ich es für nachlässig, wenn im Text nur auf entweder englische Quellen oder eigene deutschsprachige Artikel verlinkt wird. Das wirkt zusammen mit den oben angeführten Tabus bei mir so unglaubwürdig.

7. Vergiss keine der bisher genannten Tabus, wenn Du authentisch und glaubhaft wirken willst!

Nein, man braucht nicht schnell schreiben zu können, um Longreads zu schreiben. Man muss aber dafür motiviert sein.

Und deswegen wurde dieser Artikel kein Longread.

Von dem Versuch, eine Osram LED-Reflektorlampe im Einzelhandel zu kaufen

Saturn Mainz: LED-Reflektorlampe Superstar Par16

„Das böse Internet macht den Einzelhandel kaputt!“ höre ich auch heutzutage immer wieder. Also gebe ich immer mal wieder dem Einzelhandel eine Chance. Am besten nutzen diese Chance beim Einzelhandel wirkliche wirklich einzelne Händler, die einzeln unterwegs sind und mit dem Kunden auf Du und Du sind. Oft genug aber wird die Chance vertan. So wie heute, als ich beim Saturn-Markt in Mainz dem Einzelhandel eine Chance gab.

Vor ein paar Tagen wurde es dunkler in unserem Bad. Nicht dunkel, aber dunkler. Eine der beiden Halogen-Reflektorlampen über dem Spiegel gab ihren Geist auf. Irgendwie, so dachte ich mir, könne ich mir doch eine Ersatzlampe bei Gelegenheit in Mainz in einem Geschäft holen. Und wenn ich schon am Einkaufen wäre, dann könne ich doch auf wesentlich engergiesparendere LED-Reflektorlampen umsteigen. Die Halogenlampen hatten wir jetzt bald fünf Jahre in Betrieb. Zeit für einen Wechsel.

Heute war es also soweit. Ich war in der Hauptstadt Mainz. Viel Auswahl an Einzelhandel für LED-Reflektorlampen gibt es nicht in der Innenstadt. Saturn mag ich ja eigentlich auch nicht aufgrund der blöden Werbung. Aber egal. Also lief ich zum Saturn-Markt in Mainz und darin schnurstracks zu den Lampen. Weil ich nur alle x Schaltjahre eine Lampe kaufe, ging ich ziemlich strategielos an die ganzen Lampen, die dort im Regal hingen. Seit einiger Zeit schon war mir aufgefallen, dass es keine papiernen Preisschilder an den jeweiligen Aufhängern gibt. Auf der Ware selbst ist schon ewig kein Preis mehr. Als erstes fiel mir auf, dass der Preisunterschied zwischen Halogen- und LED-Reflektorlampen inzwischen nur noch so etwa 20 bis 30 Prozent für meine „Ziellampe“ zu sein schien: Vergleichbar 50 Watt, 36 Grad Leuchtwinkel. Ich hatte in Erinnerung, dass LED-Lampen doppelt oder dreimal so teuer wie Halogenlampen waren. Aber wie gesagt, so oft kaufe ich so Zeugs nicht.

Saturn Mainz: Vermeintlicher Preis für LED-Reflektorlampe Superstar Par16
Saturn Mainz: Vermeintlicher Preis für LED-Reflektorlampe Superstar Par16

Alles kam mir zunächst etwas unübersichtlich vor, aber dann landete ich bei der „LED Superstar Par16 von Osram„. Keine Ahnung, warum das Teil so heißt. Die Stecker und die Maße schienen zu passen. So kompliziert konnte das also nicht sein. Der Preis? „5,99“ stand auf der LCD-Preisauszeichnung über den Aufhängungen von zwei Schienen. Da waren noch Schienen mit anderen Preisauszeichnungen („5,49“ und „7,99“). „Aber was soll’s„, dachte ich mir. Ich hatte meine Wahl getroffen. 5,99 Euro schien mir okay. Im Internet zu recherchieren für sowas wäre doch kleinlich, schließlich gehören große Preisunterschiede zwischen Internet und Laden doch der Vergangenheit an.

Ich also mit zwei der LED Superstar Par16 50 36 zur Kasse, wo gerade nur eine Person vor mir war. Die Frau an der Kasse nahm den Scanner und PIEEEEEEPS:

7,99 Euro das Stück.

Ups? Kurze Rückfrage meinerseits:

Die Auszeichnung im Regal sagt aber 5,99 Euro?

Sie:

Der Computer sagt „7,99 Euro“. [schnappt sich das Telefon]

Da ist jetzt leider besetzt.

Kurze Stille. Ich glaube, sie wollte mir wirklich helfen. Aber das Telefon war besetzt. Ich murmele etwas von:

Ich schaue mir das noch mal an.

Also ich mit den beiden Lampen zurück zum Regal. Hm, tatsächlich, bei den vielen Befestigungsschienen hängt überall dasselbe Modell „LED Superstar Par16 50 36“ – aber die Preise an den LCD-Preisschildern sind unterschiedlich. Also scheinen auf einigen Schienen die Preise nicht zu stimmen, oder Kunden haben die LED-Lampen falsch zurückgehängt. Toll auch, dass bei den Preisschildern nicht dabei steht, für welche Ware der Preis denn sein soll. Nun ja, da steht noch eine ellenlange Nummer, die könnte noch irgendeine Bewandtnis haben. Zumindest für Saturn-Media-Mitarbeiter. Nicht für mich als Kunden. Ich überlege …

7,99 Euro kommt mir doch etwas teuer vor. „Gut, dass es doch dieses Internet gibt„, denke ich mir und werfe Google an. Die Suche „led superstar par16 50 36“ wirft mir ein paar Ergebnisse bereits mit Preisen aus. Klar, vielleicht stimmen die Modelle nicht genau überein, aber tendenziell scheint es solche Teile mit Preisen um die 5 Euro zu geben. Bei Idealo fängt der Preis für mein gewünschtes (weil gerade da) Modell bei unter 5 Euro an. Okay, die Versandkosten sind dann fast noch einmal so hoch. Aber ich will ja auch keinen Versand, ich will sowas gleich und hier mitnehmen. Und dafür bin ich auch bereit, etwas mehr als den üblichen Warenpreis im Internet auszugeben.

Aber 60 Prozent?

Ich schaue mich um. Alle „Verkaufsberater“ sind im Gespräch. An der Kasse hat sich mittlerweile eine Schlange mit etwa 10 Kunden gebildet. Ich hänge die beiden Lampen ins Regal zurück und verlasse erhobenen Hauptes als König Kunde den Saturn.

Ich war den Einkauf einer so wichtigen Ware im Einzelhandel wohl doch zu sehr strategie- und planlos angegangen. Wieder zuhause brauche ich weniger als 5 Minuten, um festzustellen, dass es noch das Modell „LED Star Par16“ (nicht geeignet für Dimmer, aber den habe ich nicht) für 5,29 Euro als „Plus Produkt“ bei Amazon gibt. Mit ein paar Grünschnittsäcken für den Garten meiner Mutter komme ich über die Mindestgrenze von 20 Euro für Plus-Produkte.

Keine Suche nach einem Mitarbeiter, kein Anstehen an der Kasse, Lieferung bis zur Haustüre. Ganz ehrlich, ich hätte so eine Lampe auch für 6,99 Euro in dem bösen Internet gekauft.

Schlaflos und planlos in Berlin #rp17

Blues Brothers - Briefcase Full Of Blues (Plex)

Da bin ich also wieder. Zurück im Schreibenden nach einigen Monaten, weil sich das länger irgendwie nicht ergeben hatte. Und wieder in Berlin zur re:publica, weil sich das länger irgendwie nicht ergeben hatte.

Die re:publica hatte sich nicht irgendwie irgendwie nicht ergeben, sondern ich hatte auch irgendwie auch keine Lust auf eine Klassentreffen-Veranstaltung mit ein paar tausend Teilnehmer. Als ich das letzte Mal da war, da waren es mir schon ein wenig zu viele Leute. Aber es gab auch sehr interessante Leute und sehr interessante Themen.

Ende letzten Jahre hatte ich dann mal wieder überlegt, ob ich zur re:publica fahre. Im Januar kaufte ich mir ein Early Bird Ticket und ein Bahnticket (für 43,50 Euro!), und ich reservierte ein Hotelzimmer. Letzte Woche überkam mich der Veranstaltungsblues: Soll ich wirklich da hin fahren? Mindestens 8.000 Leute und gefühlte 500 Sessions zu gefühlt 1.000 Themen? Na ja, dachte ich mir, das Early Bird Ticket würde ich sicherlich wieder verkaufen können. Aber das Bahnticket für 43,50 Euro? Sooo viel ist das auch nicht. Andererseits bin ich in mancher Beziehung dann doch … geizig? Oder eher bewusst, was Ausgaben angeht?

Jetzt liege ich im Bett in meinem Hotelzimmer im Hotel Sachsenhof, in der Nähe der U-Bahnstation Nollendorfplatz. Nur zwei Stationen weiter ist das Gleisdreieck, und da sind es gefühlt zwei Schritte (okay, ein Schild sagt, es seien 50 Meter) bis zur Station Berlin.

Gestern kam ich mit der Bahn. Natürlich hatte ich das gefühlte normale Bahn-Chaos mit Oberleitungsstörung, Kinder auf dem Gleis und zuletzt Notarzteinsatz in Berlin. Einchecken im Hotel, kurz auspacken (aka Zeugs wenig elegant aber effektiv im Zimmer per Wurf verteilen), zur U-Bahnstation, zur Station Berlin, dort einchecken und ein Bändchen holen. Nein, nicht nur holen. Das Ding musste an mein Handgelenk. Also hatte ich das Ding dann an meinem rechten Handgelenk. Ich hasse Bändchen, wenn ich die dann über Nacht anbehalten soll. Im Innenhof rumgelungert, rumgelaufen und rumgequatscht. Die ersten bekannten und auch ein paar neue Gesichter.

Planlos.

Heute nacht schlief ich richtig mies. Ich habe keine Ahnung, warum. Okay, vielleicht war es das Bändchen der re:publica an meinem rechten Handgelenk. Sowas stört einfach meine Schlaffreiheit. Und ich Dusel hatte vergessen, die Garmin Fenix 3 an meinem linken Handgelenk auszuziehen. Also schlief ich unruhig wie mit Handschellen. Außerdem hatte ich nicht daran gedacht, mein Reisekopfkissen mitzubringen. Oder in der Rezeption nach einem kleineren Kopfkissen zu fragen. Hotelzimmer sind diesbezüglich die Hölle für mich. Überall gibt es diese 80 mal 80 Zentimeter aufgeplusterten Kopfkissen. Mein Kopf knickt ab, ich bekomme schlecht Luft. Insgesamt also mit Handschellen und wie am Galgen. Alles in Allem war ich zwar heute nacht nicht wach, aber ich schlief auch nicht wirklich.

Gegen fünf Uhr wachte ich dann wirklich auf. Da kam ich dann endlich auf die Idee, das Kopfkissen schwungvoll aus dem Bett zu befördern. Ich kann auch ganz ohne Kopfkissen besser schlafen als mit Monsterbegleitung. Ich muss nur dran denken. Außerdem hatte ich vergessen, das Fenster auf Schräg zu stellen. Das holte ich dann nach. Der Dank waren gefühlte Tausende von Vögeln, die im Innenhof den neuen Tag mit ihrem Gesang begrüßten. Ich liebe morgendlichen Vogelgesang. Ich liebe auf dem Land, wisst Ihr? Aber dieser Innenhof, dieser Hall, diese gefühlten 200 db.

Schlaflos.

Jetzt laufen die Blues Brothers mit ihrem Album „Briefcase Full Of Blues“ per Plex. Eine gerippte CD (ja, so alt bin ich), die auf dem Server in unserem Wohnzimmer liegt. Plex holt mir unsere CDs in die Welt, egal wo wir gerade sind. Ja, ich weiß, es gibt jetzt Spotify und so Scheiß. Habe ich auch alles ausprobiert. Mein Amazon Prime, meine diversen Sparteninternetradiosender (beispielsweise Hawaiian Rainbow) mag ich auch. Aber ab und zu liebe ich es, in meiner Albensammlung zu stöbern. Musik, die ich liebe, und die richtig hipp für mich ist. Da klicke und klacke und tippe ich in meinem Browser oder Client oder Smartphone oder wasweißich herum und plötzlich kommt da sowas. Spotify ist gut, aber ich bin besser.

Planlos.

Nachher fahre ich … nein, erst frühstücke ich gemütlich. Wach bin ich ja schon irgendwie. Nachher fahre ich die zwei Stationen zur re:publica und stolpere da rein. Am Samstag stolperte ich ein wenig im Programm der re:publica herum. Ich lud mir sogar zwei Android-Apps mit dem re:publica-Programm auf mein Smartphone und setzte mir Bookmarks auf zwei Web-Apps mit dem Programm der re:publica. Aber bei den gefühlten 500 Sessions und den ganzen Leuten, die endlich wiedersehe oder endlich mal erstsehe oder endlich kennenlerne, wer braucht da noch ein Programm, wenn das beste Programm doch bei Kaffee oder Bier abläuft. Barcamp-Atmosphäre macht sich so langsam in mir breit. Eine gewisse Vorfreude auf die re:publica will ich dann genau jetzt doch nicht verleugnen. Aber ich habe keinen Plan, keine Favoriten für die re:publica. Zur Not schaue ich aufs Programm, was gleich läuft, und entscheide mich spontan.

Oder ich spiele Barcamp-Roulette: Einfach in irgendeinen Raum gehen, und sehen was kommt. Oder im Raum sitzen bleiben und mich von der nächsten Session überraschen lassen, um dann zu bleiben oder nach zehn Minuten zu gehen. Oder mit jemandem ins Quatschen kommen und rausgehen, Kaffee trinken. Oder ein Bierchen (ja, ich weiß, ich bin Rheinhesse, na und?). Ich lass mir doch nicht meine re:publica durch ein Programmraster vorschreiben.

Planlos.

Frank (Shaka!)
Frank (Shaka!)

Ich bin Frank Der Entspannende. Ich zeige Euch das hawaiianische Shaka Zeichen. Ich bin der mit dem Aloha Shirt. Love Out LoudAloha!

Aloha (pronounced [əˈlo.hə]) in the Hawaiian language means affection, peace, compassion, and mercy.

(Aloha. (2017, May 7). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 04:37, May 8, 2017)

Und ich bin schlaflos und planlos in Berlin.

Und jetzt gehe ich erst mal duschen. Und dann zum Frühstücken.

Kaffee. Ich brauche Kaffee. Denn ich bin schlaflos und planlos in Berlin. Da hilft nur Kaffee. Oder eine re:publica.

 

 

Denn die Kompliziertheit ist dem Verständlich sein sein Feind

Verständlichkeit (Flesch-Wert)

Ein subjektiv-komplizierter Text, nicht recherchiert, und aus dem Bauch heraus geplappert.

Bei schwierigem und kompliziertem Text kommt es schon mal zu Widersprüchen oder Fehlern. Das erfordert aktives Beschäftigen mit dem Text. Oder das Komplizierte wird einfach nicht verstanden, weil Viele nur einfach verstehen.

Wer etwas nicht versteht, der wird dem Urheber des Komplizierten nicht vertrauen. Wer leicht, sehr leicht oder sogar extrem leicht schreibt, der wird verstanden. Wer verstanden wird, und wer einfache Lösungen postuliert, dem wird vertraut. Denn wenn das Postulierte nicht eintritt, dann war es die Schuld von anderen. Denn es ist ja ganz einfach.

Vielleicht ist es also tatsächlich ganz einfach, warum Demagogen und Populisten so schnell und so verbreitet auf dem Vormarsch sind. Nicht nur das Vertrauen in argumentative, begründete und ausgewogene Texte und sonstige Inhalte sinkt nach meinem Eindruck. Auch das Vertrauen in Menschen, die derart schreiben und reden, sinkt.

Machen wir uns nichts vor: Ein Großteil der Bevölkerung in den „entwickelten Ländern“ wie USA oder Deutschland versteht nur leicht verständlichen Text. Viele Politiker und Experten, die an sich begründet und ausgewogen zu einem Urteil kommen mögen, jedoch schwafeln verschachtelte Text (so wie ich jetzt) und halten mehrstündige Reden. Fachwörter, Passivformen und umgekehrter Satzbau sind weitere Nägel auf den Sarg der Verständlichkeit. Meine Lehrer brachten mir in der Schule“SPO“ bei: Subjekt – Prädikat – Objekt. Fertig. Heutzutage ist „OPS“, kombiniert mit Passivformen und verschachtelten Sätzen, Nebensätzen, Einklammerungen und wasweißichallesnichtnoch, in Mode. Hört Euch nur mal die Nachrichten in Fernsehen und Hörfunk mit ihren Passivista (Evangelisten der Passivformen) an.

Und dann lese ich auch noch solche „Konstrukte“:

Denn: Demokratie lebt von Vertrauen: Zum Beispiel dem Vertrauen, dass Politiker nicht vornehmlich ihre eigenen Interessen, sondern die der Bürger vertreten, oder dem Vertrauen darauf, persönlich vorankommen zu können, fair bezahlt zu werden, im Alter abgesichert zu sein – egal ob Mann oder Frau, und natürlich lebt die Demokratie auch nur, wenn Vertrauen in ihre Institutionen, in die Medien und – natürlich – die Wirtschaft besteht und auf der anderen Seite solches Vertrauen nicht durch Lügen, Verschwörungstheorien oder Hass systematisch angegriffen wird.

Zwei Doppelpunkte in einem Satz, drei Stricke, viele Kommas und ein passiv angegriffenes Vertrauen. Ein willkürlich ausgewähltes Lesbarkeitstool wirft einen Flesch-Lesbarkeitsindex aus:

Das ergibt einen Flesch-Wert von 23.

Da braucht mein Hirn schon ein paar Sekundenbruchteile zum Kneten. Und das, obwohl ich grundsätzlich einen Flesch-Wert von weniger als 21 zu ertragen geeignet sein könnte (das musste jetzt sein!)

Ich komme nicht umhin, mir den gesamten Artikel „Onlinekommunikation, Populismus und die Medien – Teil 3: Was PR-Leute tun könnten“ in dem willkürlich ausgewählten Lesbarkeitstool analysieren zu lassen.

Ihr Text besteht aus 137 Sätzen mit 2280 Wörtern, wovon 1024 verschiedene. Sie haben total 4484 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).

Das ergibt einen Flesch-Wert von 24.

Für die Leseleichtigkeit (erforderliche Bildung für gutes Verständnis) eines allgemeinen deutschen Textes gilt in der Regel:
81  bis  100 extrem leicht (5. Klasse)

71  bis  80 sehr leicht (6. bis 8. Klasse)

61  bis  70 leicht (Abschlussklasse)

41  bis  60 durchschnittlich (Sek, FOS, Berufsschule)

31  bis  40 etwas schwierig (Mittelschule)

21  bis  30 schwierig (Matura, Abitur)

bis  20 sehr schwierig (Hochschulabschluss)

Immerhin: Der erste Artikel der Serie ergibt mit dem willkürlich ausgewählten Lesbarkeitstool einen Flesch-Wert von 37. Doch schon der zweite Artikel sinkt auf einen Wert von 22. Um Thomas Pleil zu lesen, muss einer (oder eine) also mindestens Abiturista sein.

Mir ist klar, dass Texte nicht immer für jeden leicht lesbar sein können oder sogar müssen. Pleils Artikelserie zielt wohl kaum auf Schüler in der fünften Klasse. Doch sein Text war für mich Anlass, über seine acht und eine Ideen zu sinnieren. Bei der zweiten Idee stolpere ich kurz. Doch nein, sie greift nicht ganz das, was mir fehlt. Es fehlt die zehnte Idee.

10. Verständlich kommunizieren

Gerade Kommunikationsprofis (zu denen ich PR-Leute einzuteilen geneigt bin), Politiker und Fachleute stehen in der Verantwortung, verstanden zu werden. Sie sollen nicht nur „Plastikdeutsch“ vermeiden, sondern sie sollen auch gut verständlich kommunizieren. Gerade bei Politikern sehe ich eine Schere:

  • Entweder sie kommunizieren zu einfach, zu reduziert und zu kurz. Wenn dann auch noch alternativ oder nicht faktische Falschheit dazu kommt, entsteht jemand wie Trump.
  • Oder sie kommunizieren zu kompliziert, zu ausufernd und zu lang. Wenn dann auch noch alternativ oder nicht faktische Falschheit dazu kommt, entsteht jemand wie … Castro oder Honecker vielleicht.

Kommunikationsprofis neigen zum Ersten, Fachleute neigen zum Zweiten. Politiker neigen entweder zum Ersten oder zum Zweiten, wobei sie oft weder das Erste noch das Zweite sind.

PR-Leute bzw. Kommunikationsprofis, Politiker und Fachleute sollten gut verständlich und mit ausgewogener Argumentation kommunizieren, um Polarisierung entgegenzuwirken, Vertrauen zu schaffen und damit das öffentliche Klima zu verbessern.

P.S.: Sind Lehrer eigentlich auch Kommunikationsprofis?

P.P.S.: Bis zum „P.S.“ komme ich mit dem willkürlich ausgewählten Lesbarkeitstool immerhin auf einen Flesch-Wert von 42. Und das, obwohl ein Zitat von einem PR-Mann und Kommunikationsprofi enthalten ist.

Wehret den Anfängen: Donald Trump ist ein gefährlicher Demagoge.

Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, den der Bundespräsident Roman Herzog 1997 einführte und den die UN 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärte.

Es war der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der 1996 den 27. Januar als Gedenktag in Deutschland einführte, 2005 erklärten auch die Vereinten Nationen den Tag zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts. Der Tag solle „jeder Gefahr der Wiederholung entgegen wirken“, sagte Herzog damals in seiner Proklamation. 20 Jahre danach ist das nötiger denn je: Gerade erst forderte der Rechtspopulist Björn Höcke, Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen, eine „180 Grad-Wende“ in der Erinnerungskultur – und meinte damit eine Abkehr von der Erinnerung an den Holocaust. Das Holocaust-Denkmal in Berlin bezeichnete Höcke als „Denkmal der Schande“, Rechtsextremismusforscher attestierten Höcke nach seiner Rede im Brauhaus-Keller eindeutige Nähe zu Rechtsextremisten wie der NPD.

(27. Januar: Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus – „Worte wie Gift und Drogen“ (Mainz&), siehe auch: 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (Bundeszentrale für politische Bildung))

Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)
Holocaust Denkmal Berlin (22.08.2010)

Das Holocaust-Denkmal in Berlin ist in der Tat ein „Denkmal der Schande“. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands und der Deutschen, die den Holocaust zuließen, mithalfen oder ihn sogar durchführten oder planten. Ein Denkmal der Schande von Deutschen, die nach dem 2. Weltkrieg von nichts mehr wussten und sogar in BRD und DDR trotz ihrer Nazivergangenheit in verantwortlichen Positionen saßen. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands, in dem sich Demagogen an die Spitze eines Staates setzen und dort hielten. Es ist ein Denkmal der Schande Deutschlands, in dem viele Deutsche sich bereitwillig durch eine Clique von Demagogen verführen ließen, ihnen folgten und ihre abscheulichsten Fantasien auslebten.

Demagogie (griechisch δῆμος, dēmos, „Volk“, und ἄγειν, agein, „führen“; auch: Volksverführung) ist im abwertenden Sinn ideologische Hetze, besonders im politischen Bereich.

[…]

Demagogie wird heute unter anderem so definiert:

„Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“

– Martin Morlock 19771

(Seite „Demagogie“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. November 2016, 13:30 UTC. (Abgerufen: 27. Januar 2017, 06:10 UTC))

Hitler war ein Demagoge, Goebbels war (s)ein Demagoge, Stalin war ein Demagoge. Ich halte Erdoğan für einen Demagogen. Und ich halte Höcke für einen Demagogen. Immer wieder übertritt er die Grenzen der Moral und des Geschmacks ein Stück weiter. Seine Partei, die AfD, beschwichtigt oder ignoriert seine Ausfälle – und hinter der Hand nicken wahrscheinlich viele wie Gauland zustimmend. „Das wird man doch noch sagen dürfen“ höre ich da immer wieder heraus. Nein, darf man nicht. Höcke ist ein leider gelungenes Beispiel, wofür ein „Denkmal der Schande“ wirklich steht: Für Demagogen, und für die ihnen Folgenden.

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erklärt Höcke für „nicht willkommen“. Das ist gut. Doch er sollte nicht nur unwillkommen sein, er sollte an keiner solchen Gedenkveranstaltung teilnehmen dürfen. Höcke ist beides recht. Nimmt er teil, feiert er seinen Triumph. Wird er ausgeschlossen, findet er sich als „Verfolgter“ bestätigt, drückt auf die Tränendrüsen und jammert über sein Schicksal. Bei der nächsten Gelegenheit wird er es noch weiter treiben. Dann also wenigstens klare Kante zeigen und ihn ausschließen.

KZ-Gedenkstätte Dachau - Nie wieder.
KZ-Gedenkstätte Dachau – Nie wieder.

Ein anderes „Denkmal der Schande“ ist das KZ Dachau. Das erste Mal war ich dort während meiner Zeit an der Offizierschule der Luftwaffe im wenige Kilometer entfernten Fürstenfeldbruck. Wir gingen dort hin als Bestandteil unseres Offizierlehrgangs. Wir waren jung und immer zu Scherzen aufgelegt. Doch als wir dort ankamen waren wir alle ruhig, sehr ruhig. Dieses bedrückende Gefühl, das ich damals erfuhr, hat mich bei jedem Besuch einer solchen Gedenkstätte wieder erfasst.

Das Gelände lag ungefähr 20 Kilometer nordwestlich von München. Zunächst diente das Lager der Inhaftierung von politischen Gegnern des Nationalsozialismus. Heinrich Himmler, 1933 Reichsführer SS und Münchener Polizeipräsident, ließ es östlich der Stadt Dachau auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichten. Es diente – vor allem in seinen Anfangsjahren, als die NSDAP ihre Macht festigen wollte – zur Inhaftierung und zur Abschreckung politisch Andersdenkender.

(Seite „KZ Dachau“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2017, 13:34 UTC. (Abgerufen: 27. Januar 2017, 10:09 UTC))

Dachau, Buchenwald und viele weitere „Denkmale der Schande“ zeigen, wozu Beschwichtigung, Abwiegelung und Abwarten führen kann. Erst wird nur ein Schild gehoben („Kauft nicht bei Juden“). Wenn es keinen Widerstand gibt, dann wird schon mal geschlagen. Später gibt es Pogrome, irgendwann werden Menschen gefoltert und umgebracht.

Gefoltert wird grundsätzlich, wer nicht für die Demagogen ist. Es gibt keine Regel außer dieser:

Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich. Und wer gegen mich ist, der spürt meine harte Hand.

Mich, mich, mich! Nie geht es gefährlichen Demagogen um andere oder um irgendeine „Sache“ wie „das Volk“ oder „die Nation“. Es geht ihnen immer um sich selbst, um ihre Macht, um ihr Ego. Gleichgesinnte werden geduldet (und gerne intern heimlich oder nicht bekämpft), weil der Zweck die Mittel heiligt. Auch das Brechen von Regeln durch Gleichgesinnte wird geduldet, bis sich eine Chance ergibt, das gegen die Kumpane auszunutzen. Regeln gelten nur für die anderen. Mauern sind erlaubt. Folter ist erlaubt. Privatsphäre gibt es nicht. Regeln und Verträge werden gebrochen.

Staaten und Politiker beherrschen das Beschwichtigen. Aus vermeintlicher Taktik wird geduldet, beschwichtigt, abgewartet. Doch gefährliche Demagogen sehen sich dadurch bestätigt und angefeuert. Ein historisches Beispiel ist die Appeasement-Politik von Neville Chamberlain und französischen Politikern, die immer wieder beschwichtigten, nachgaben, weggaben. „Hitler will das Sudetenland? … aber wenn er es nicht bekommt, dann wird er vielleicht wütend. Wer weiß, was er dann macht!“ Hitler bekam das Sudetenland. Danach holte sich Hitler die Rest-Tschechei, immer mehr. Immer weiter, immer mehr. Wenn gefährliche Demagogen keinen ernsthaften Widerstand erfahren, dann schwadronieren sie nicht nur weiter im Hinterzimmer sondern sie verführen und führen immer weiter. Sich selbst und ihre Clique erhöhen sie, um andere zu erniedrigen oder gar zu foltern.

Donald Trump schmeichelt der Masse. Er appelliert an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile. Er macht sich der Hetze und der Lüge schuldigt. Er übertreibt Wahres oder stellt Wahres grob vereinfacht dar. Er gibt die Sachen, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten aus. Die Art und Weise, wie er seine Sachen durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, stellt er als die einzig mögliche hin.

KZ-Gedenkstätte Dachau - Wachturm und Zaun.
KZ-Gedenkstätte Dachau – Wachturm und Zaun.

Trump lügt. Trump wird Zäune und Mauern bauern – aus Beton und in den Köpfen. Trump wird die Folter für die USA wieder einführen. Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Lacht nicht über ihn.

Trump ist ein gefährlicher Demagoge.

Zuerst ignorierten sie Trump, dann lachten sie über ihn, dann bekämpften sie ihn und dann gewann er. Doch kein Sieg ist für immer.

Solange Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, werde ich nicht in die USA reisen.

P.S. Es braucht klare Worte wie die von Norbert Röttgen, Vorsitzender Auswärtiger Ausschuss des Bundestages. Es ist ein Anfang.

Der CDU-Politiker Röttgen wird in die USA reisen, um politische Allianzen gegen Trumps Politik zu schmieden.

Nachtrag (27.01.2016):

Auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald ist der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Die Gedenkstätten-Stiftung hat AfD-Mann Björn Höcke für die Zeit der Gedenkveranstaltung Hausverbot erteilt, sein Wagen wurde wieder weggeschickt.

(MDR Thüringen: Hausverbot für Höcke – Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus in Buchenwald, Hervorhebung von mir)


  1. Martin Morlock: Hohe Schule der Verführung. Ein Handbuch der Demagogie. Econ Verlag, Wien/Düsseldorf 1977, ISBN 3-430-16823-6, S. 24.