Eine vergessene SD-Karte und Digital Detox

Smartphone (Samsung S3)

Vom 13. bis 15. April waren Manuela und ich zum Wandern und Genießen an der Mosel (siehe Bericht „Winzerhof Gietzen: Wandern und Genuss an der Mosel„). Wir konnten bereits am Morgen im Winzerhof unser Zimmer beziehen.

Keine SD-Karte

Also schnell aufs Zimmer, die Sachen ablegen, Kamera einschalten und mal schnell Fotos vom Zimmer machen. Doch die Kamera meldete nur lakonisch:

Keine SD-Karte im Schacht!

Ich hatte vor wenigen Tagen Fotos auf den Rechner übertragen und vergessen, die Speicherkarte wieder in den Kameraschacht zu schieben. Nur kurz ärgerte ich mich, denn Ärgern änderte auch nichts daran. Wieder einmal akzeptierte ich, was ich nicht ändern konnte. Was auch sonst?

So habe ich dann während unseres Ausfluges an die Mosel meine Fotos mit dem Smartphone gemacht. Klar, manchmal habe ich mir meine Kamera (natürlich mit SD-Karte!) gewünscht, aber auch so habe ich schöne fotografische Erinnerungen mitgenommen.

Digital Detox

Während unseres kompletten Aufenthalts an der Mosel hatte ich so schwachen Empfang, dass ich keine Datenverbindung bekam. Dabei twittere ich doch so gerne beim Wandern. Das WLAN in der Unterkunft funktionierte auch nicht, kein WLAN weit und breit. Vielleicht war einfach nur der Router ausgefallen, oder jemand hatte versehentlich den Stecker gezogen.

Kein Empfang, kein WLAN!

Doch kaum hatte ich festgestellt, dass ich weder Datenempfang noch WLAN zur Verfügung hatte, deaktivierte ich Datenempfang und WLAN am Smartphone. Nur ein oder zwei Mal versuchte ich es noch, dann war elektronische Stille. Erst, als wir wieder zurück in Rheinhessen waren, benutzte ich das Smartphone wieder für anderes als fürs Fotografieren.

Für die gezielte Abstinenz gibt es sogar einen eigenen Begriff: Digital Detox (Digitale Entgiftung).

Digital Detox bezieht sich auf einen Zeitraum, in dem eine Person keine elektronischen Verbindungsgeräte wie Smartphones und Computer verwendet. Es wird als Chance gesehen, Stress abzubauen, sich stärker auf soziale Interaktion und die Verbindung mit der Natur in der physischen Welt zu konzentrieren. Zu den Vorteilen, die geltend gemacht werden, zählen erhöhte Achtsamkeit, verringerte Angstzustände und eine insgesamt bessere Wertschätzung der Umwelt.

(Übersetzung aus dem englischen Wikipedia-Eintrag, siehe auch „Digital Detox – Sieben Tipps zur digitalen Entgiftung“ in der Süddeutschen Zeitung)

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich unbewusst nach dem Smartphone greife und irgendwie irgendetwas schauen oder kontrollieren will. Doch im Laufe der Jahre und meines Berufslebens habe ich gelernt, wie erholsam es ohne die vermeintlich unverzichtbaren digitalen Helfer ist. Ich habe mir meine eigenen Routinen gebildet, mit denen ich meine Arbeit und meine Kommunikation erledige, ohne dass ich ständig „online bin“. Beispielsweise schalte ich alle Benachrichtigungen am Rechner und am Smartphone aus, wenn ich konzentriert etwas arbeite. Nicht nur die Arbeit klappt viel besser, auch den Partner, die Natur und die ganze Umwelt lässt sich viel bewusster erleben.

Wenn Du Dich also einmal ertappen solltest, wie Du nach dem „Pling“ irgendeines Messengers oder Deines Email-Programmes reflexartig nach dem Smartphone greifst: Probiere es einfach mal mit Digital Detox.

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