Social Media Monitoring Cluetrain (SR 135)

Ich habe eben geschummelt. Ich kannte den Artikel von Falk Hedemann über Social Media Monitoring bereits, da ich das UPLOAD-Magazin abonniert habe. Deswegen huschte ich fahrlässigerweise durch den Artikel, um ihn mir etwas ins Gedächtnis zu rufen. Die eingesparte Zeit habe ich nach den zwei Minuten, die ich aufgezeichnet habe, verwendet, um mein Vorgehen für das Schreibroulette in einer Aufzählungsliste aufzuschreiben. Ich werde nach meinem Schreibroulette meine Erfahrungen mit dem Schreibroulette in einem eigenen Artikel festhalten und veröffentlichen. Mit dazu gehört die Dokumentation meiner Schreibroulette-Routine.

Ich hätte das früher nie gedacht, aber ich bin ein Anhänger von Routinen geworden. Ich weiß nicht, welches Productivity-Blog oder welche Organisationsmethode für das persönliche Task Management mich dazu brachte. Aber ich habe festgestellt, dass mich Routinen produktiver machen. Zunächst einmal sorgen sie dafür, dass ich mich auf eine einzelne Aufgabe viel besser fokussiere und mich nicht verzettele. Das bedeutet nicht, dass das nicht vorkommt (gerade eben beispielsweise bin ich versucht, dem Lockruf eines Twitteratis aus meinem Smart nachzugeben und mich auf Hootsuite zu stürzen. Man muss schließlich informiert bleiben und das Ego gestreichelt bekommen.).

Aber Routinen helfen mir. Außerdem sorgen Routinen dafür, dass ich nichts vergesse (auch das kommt gelegentlich…). Zusätzlich beschleunigen Routinen mich in meiner Arbeit, machen mich produktiver, da ich nicht jedes Mal erst darüber nachdenken muss, was ich wie jetzt anfasse. Und weiterhin schaffen mir meine Routinen Freiräume. Ich weiß, jetzt kann ich mich gehen lassen. Entweder, weil ich meine Routine bereits beendet habe, oder weil ich für später eine Routine eingeplant habe und deswegen auch nichts vergessen werde. Damit habe ich Freiräume, in denen ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann.

Diese Routinen helfen mir sowohl bei meinem persönlichen Aufgabenmanagement (Task Management) als auch im Job (den ich nicht mehr habe). Als Selbstständigem geraten bei mir die Grenzen sehr verwaschen. Tatsächlich organisiere ich mich selbst und meine Aufgaben. Diese Aufgaben wiederum können meine “wirklichen” eigenen oder die gemeinsamen mit Anderen (Selbstständigen, Bekannten, Freunde, Unternehmer…) sein.

Routinen sind also gut. Deswegen sollten auch Unternehmen mit Routinen arbeiten. Das tun sie auch. Mit der “Erfindung” des Taylorismus vor weit über hundert Jahren und der damals weit verbreiteten Industrialisierung haben Unternehmen genau das getan: Routinen geschaffen. Wir nennen sie im Unternehmensumfeld Prozesse oder Abläufe oder auch “die Ablauforganisation”. Diese Prozesse können den Kopf frei machen beispielsweise von Chefs, die sich sicher sein können: “Meine Leute machen das schon, sie haben ja Prozesse!”. Außerdem können auch bei Wissensarbeitern Abläufe helfen. Aber wir brauchen auch Freiräume und dürfen uns nicht sklavisch an einmal definierte Abläufe ketten. Deswegen überprüfe ich regelmäßig meine Routinen und lese immer noch Productivity-Artikel, obwohl ich doch alles schon in Routinen gekettet habe. Die Mischung macht’s.

Und da sind wir, bin ich endlich beim Social Media Monitoring. Das Social Media Monitoring gibt es nicht. Für jedes Unternehmen sollte das Social Media Monitoring anders aussehen. Ich als Einzelunternehmer habe mein eigenes Social Media Monitoring, das wesentlich einfacher als das von großen Konzernen ist. Aber mir helfen meine Routinen Hilfreiches von Ablenkungsreichem zu trenne. Damit ich nicht beim Zwitschern sofort aufspringe.

Unternehmen oder Personen sollten sich jenseits der “Trial and Error”-Phase um stabile Social Media Monitoring-Prozesse kümmern. Damit sie Freiraum für ihre Ziele haben, für deren Umsetzung das Monitoring ihnen hilfreiche Impulse und Eindrücke verschaffen kann. Das erfordert, dass auch das Monitoring in diesen Zielen eingebettet ist. Aber auch, dass das Monitoring sie über die Tellerränder ihrer Prozesse blicken lässt und sie mit ihren Kunden, Partnern, Mitarbeitern im Sinne von #cluetrain Gespräche führen lässt. Oder auch nur zuhören und lernen lässt.

Social Media Monitoring ist kein pures Reporting, um eine wöchentliche oder monatliche Retrospektive herzustellen. Das sollte es auch, damit Unternehmen (also Mitarbeiter des Unternehmens) aus den Messgrößen und -veränderungen Erfahrungen sammeln können. Zusätzlich sollte ein Monitoring auch ein Echtzeitmonitoring beinhalten, um kurzfristig auf Veränderungen im Markt zu reagieren oder im Markt Gespräche anzustoßen. Märkte sind Gespräche, you know?

Die Systemtheorie, die Ingenieurswelt weiß schon länger, dass Prozesse nicht nur einfach abgearbeitet werden sollten sondern dass es Sensoren gibt, die Rückmeldungen liefern. Die aus mehreren sturen Abläufen ein System machen, das auf Impulse reagiert. Social Media Monitoring gehört zu Unternehmen einfach dazu, denn Märkte sind Gespräche. Denn:

Menschen sind Gespräche.

Roulette-Gelesen in 2 Minuten, Roulette-Geschrieben in 24 Minuten.

Roulette-Gelesenes

Lust auf Schreibroulette?

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